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Orlando
, 30.5.2002
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Erektile
Dysfunktion
Sildenafil
erspart diagnostische Tests
ORLANDO
- Ein einfacher Test mit Sildenafil erspart vielen Patienten unnötige
urologische Untersuchungen, so Dr. John J. Mulcahy, Indianapolis.
Auch am diesjährigen Jahreskongress der American Urological Association
war die Erektile Dysfunktion und deren Behandlungsmöglichkeiten
ein Schwerpunktthema.
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Blick
vom Convention Center
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Untersuchungen
wie Doppler-Duplex der Penisgefässe, Kavernosonographien und Kavernosometrien
gehörten zur Abklärung der Impotenz. Diese erübrigen sich heute bei 70%
der Patienten, berichtete Dr. Mulcahy. Ein einfacher Therapieversuch mit
Sildenafil (Viagra) genügt, um zu entscheiden, ob der Patient urologisch
untersucht werden muss, so Dr. Mulcahy.
Eine
Ausnahme bilden Patienten nach einem Trauma oder bei primärer Impotenz.
Diese sollten gleich zu einem Urologen überwiesen werden.
Neben
der Suche nach den bekannten Grundkrankheiten (Diabetes, Hypertonie, KHK)
gehört zum Management der ED eine endokrinologische Abklärung (Prolaktin,
Testosteron), vor allem, wenn zum Symptomkomplex der ED auch ein Libidoverlust
und eine Lethargie gehören.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
Dutasterid
bei benigner Prostata-Hyperplasie (BPH)
Gleichwertige
Alternative zu Finasterid
ORLANDO
- Die benigne Prostatahyperplasie gehört zu den häufigsten Ursachen der
Blasenentleerungsstörungen bei Männern. Effektive
medikamentöse Therapien haben dazu geführt, dass Eingriffe wie transurethrale
Resektionen der Prostata (TURP) immer seltener vorgenommen werden. Daten
zu dem neuen 5-alpha-Reduktasehemmer Dutasterid präsentierte Dr. Claus
Roehrborn, Dallas, am Jahreskongress der American Urological Association.
Das
Enzym 5-alpha-Reduktase bewirkt die Reduktion von Testosteron in 5-Alpha-Dihydrotestosteron,
das biologisch wirksamste Androgen. Seit kurzer Zeit weiss man, dass dieses
Enzym in 2 Isoformen existiert, Isoform 1 in der Leber und Isoform 2 im
Urogenitaltrakt. Dutasterid hemmt beide Isoenzyme der 5-alpha-Reduktase.
Dadurch verkleinert sich die Prostata, der Harnfluss wird erhöht und die
BPH-Symptomatik verbessert.
Das
zeigen drei zusammengefasste, von Dr. Roehrborn vorgestellte Studien mit
insgesamt 4325 Patienten, die mittelschwere bis schwere Symptome aufwiesen
(gemessen am AUA-Symptomscore >12). Berücksichtigt wurden Männer im
Alter von über 50 Jahren, deren Prostata ein Volumen von mindestens 30
ml aufwies. Der PSA-Wert der Männer musste zwischen 1,5-10 ng/ml liegen.
Die maximale Harnflussrate (Qmax) durfte nicht über 15 ml/s betragen.
Diese Einschlusskriterien zeigen, dass nur Patienten mit einer grossen
Prostata eingeschlossen wurden, bei denen man die grösste Wirkung erwarten
würde.
Ein
Studienarm hatte doppelblind 0.5 mg Dutasterid bekommen. Die Patienten
im anderen Studienarm nahmen ein Plazebo ein. In
der Verumgruppe wurde der Harnfluss der Patienten signifikant erhöht.
Auch subjektive Symptome wurden in der behandelten Gruppe deutlich vermindert:
der AUA- Symptomscore nahm nach 2 Jahren im Schnitt um 4.5 Punkte ab (Plazebo
-2.3).
Das
Risiko einer akuten Harnretention wurde durch Dutasterid um 57% gesenkt.
Diese Risikoreduktion entspricht genau den Ergebnissen der mit Finasterid
durchgeführten PLESS-Studie.
Wie
auch bereits von Studien mit Finasterid bekannt, kann die medikamentöse
Therapie der BPH einen Einfluss auf die erektile Funktion haben. Auch
in dieser Studie bestätigte sich diese Nebenwirkung: Es kam zu einem leichten
Anstieg der erektilen Dysfunktion (91 Patienten = 4%) im Vergleich zur
Plazebogruppe (46 Patienten = 2%).
Dr.
Roehrborn folgerte, dass die beobachteten Ergebnisse auf die ganze Substanzklasse
der 5-alpha-Reduktasehemmer übertragbar seien: "Ein klinisch relevanter
Vorteil gegenüber Finasterid ist derzeit nicht zu erkennen."
Ob
die Beobachtung, dass Dutasterid den Dihydrotestosteron-Spiegel um 90%
senkt - Finasterid nur 70% - in der Chemoprävention des Prostatakarzinoms
nützlich sein könnte, müssen künftige Studien beantworten.
Von
klinischer Relevanz ist auch die Auswirkung auf den PSA-Wert. Wie von
Finasterid bekannt, wird der PSA-Wert durch die Therapie beeinflusst.
Um diesen Parameter weiter als Screeningmarker verwenden zu können, muss
man den unter Dutasterid-Therapie gemessenen PSA-Wert mit 2 multiplizieren.
Das Verhältnis von freiem PSA zu gebundenem PSA wird jedoch nicht beeinträchtigt.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
Erektile
Dysfunktion als Indikator für zukünftige KHK
Unbedingt
bei der Anamnese berücksichtigen
ORLANDO
- "Die Erektile Dysfunktion ist eine weitere Manifestation einer
endothelialen Dysfunktion im Rahmen der Atherosklerose. Sie könnte als
zuverlässiger Indikator einer zukünftigen koronaren Herzkrankheit dienen",
so Dr. Francesco Montorsi, Universität Mailand am Jahreskongress der
American Urological Association.
In
einer retrospektiven Studie mit 127 männlichen Patienten (Durchschnittsalter
63 Jahre), die aufgrund plötzlicher Thoraxschmerzen auf die Intensivstation
eingewiesen worden waren, zeigte sich, dass bei einem signifikanten Teil
der Patienten durchschnittlich 53.4 Monate zuvor Erektionsprobleme aufgetreten
waren.
Die
Diagnose einer koronaren Herzkrankheit wurde bei allen Patienten nach
einer koronarangiographischen Abklärung gestellt. Bei 73% der Patienten
waren Erektionsprobleme einem Myokardinfarkt oder einer Angina pectoris
vorausgegangen.
Die
Ergebnisse der Studie überraschen auf den ersten Blick wenig, sind doch
Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Diabetes und Dyslipidämien für beide
Krankheitsbilder etabliert. Interessant
ist jedoch die Chronologie und die Möglichkeit, die ED als frühzeitiges
Warnsignal einer kardio-vaskulären Erkrankung zu nutzen.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
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