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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Berichte vom diesjährigen Treffen der American Urological Association (2002)
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Orlando , 29.5.2002

Chronische Prostatitis

Eine Autoimmunerkrankung?

ORLANDO – Nur wenige Patienten mit der Diagnose Prostatitis leiden an einer Infektion. Bei der chronischen Form der Prostatitis könnte es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln, so Dr. Richard Alexander, Universität Maryland bei seinem Vortrag „Prostatitis- What is new“ anlässlich des Jahresmeetings der American Urological Association.

Nur 5 % der Patienten mit prostatitischen Symptomen wie Dysurie, urogenitalen Schmerzen und schmerzhafter Ejakulation leiden an einer bakteriellen Prostatitis und benötigen eine Antibiose. Die Diagnose stellen die meisten anwesenden Urologen mit Hilfe einer Kombination aus Urinanalyse und Prostatasekret, die auch für die Einteilung nützlich sein kann (s.u). Völlig unnötig, so Dr. Alexander: „Für die Diagnose kann man sich den üblichen Nachweis des entzündlichen Prostatasekrets sparen“. Ein positiver Urikult in Verbindung mit den typischen Symptomen reicht aus, um die Diagnose einer bakteriellen Prostatitis zu stellen.

Für die restlichen 95%, die diesen Symptomenkomplex aufweisen, bleibt die Diagnose klinisch. Die Unterteilung in Formen mit oder ohne Leukozyten ist für die Therapie irrelevant. Die Therapie ist gegen die Entzündung gerichtet und beinhaltet Cyclooxygenase- II-Hemmer, eventuell in Verbindung mit einem alpha-1-Rezeptorblocker um die Blasenentleerungsstörung zu verringern.

Die Klassifikation des National Institute of Health sieht folgende Einteilung vor:

Typ I                       

Akute bakterielle Prostatitis
Typ II  Chronische bakterielle Prostatitis
Typ III (häufigste!)   Chronische nicht-bakterielle Prostatitis
III a      mit Leukozyten im Prostatasekret nach Massage
IIIb            ohne Leukozyten im Prostatasekret
IV        asymptomatische entzündliche Prostatitis
                

Dafür, dass es sich bei manchen Patienten mit chronischer Prostatitis um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte, spricht der Befund von Zytokinen im Prostatasekret. Künftige Therapieansätze könnten spezifisch gegen den Tumornekrosefaktor (TNF-a), ein pro-inflammatorisches Zytokin, gerichtet sein. Die Wirkung von Etanercept, einem TNF-a-Inhibitor, in der Behandlung der chronischen Prostatitis wird derzeit in Studien untersucht.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


 

Therapie der BPH

Kombination wirkt besser

ORLANDO – „Die Studie zur medikamentösen Therapie der benignen Prostatahyperplasie ist die wichtigste Studie, die am diesjährigen Jahreskongress der American Urological Association vorgestellt wurde“, so Dr. Claus Roehrborn, Dallas. Diese unabhängige Studie zeigt, dass die Kombination des alpha-1-Rezeptorblockers Doxazosin mit dem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer Finasterid die Progression dieser Erkrankung signifikant senkt.

  MTOPS-Experten
Die MTOPS-Experten Dr. Claus Roehrborn, Dr. Kevin McVary und Dr. John Mc Connell

Die MTOPS-Studie (Medical Therapy of Prostatic Symptoms) ist eine Studie mit 3047 Patienten in 17 verschiedenen Zentren. Die Patienten bekamen doppelblind entweder 4 oder 8mg des alpha-1-Rezeptorblockers Doxazosin (Cardura), 5 mg des 5-Alpha-Reduktase-Hemmers Finasterid (Proscar), eine Kombination aus den beiden Substanzen, oder ein Plazebo über einen medianen Zeitraum von 4.5 Jahren.

Anders als in früheren, kürzeren Studien, zeigte sich die Kombinationstherapie als extrem wirksam. Die Progression der Prostatahyperplasie wurde mit der Kombination um 67% gesenkt. Doxazosin als Monotherapie bewirkte eine Risikoreduktion für die Progression der BPH von 39% gegenüber dem Plazebo. Finasterid allein war mit 34% Risikoreduktion etwas weniger wirksam als der alpha-1-Rezeptorblocker.

Als Kriterien für die Progression der benignen Prostatahyperplasie galten eine signifikante Verschlechterung der Symptomatik, das Auftreten rezidivierender Harnwegsinfekte, eine Harnretention, eine Inkontinenz oder die Indikation für einen operativen Eingriff. Auch der von Patienten sehr gefürchtete akute  Harnverhalt trat zu 79% weniger auf unter der Kombinationstherapie.

Professor John McConnell, Universität Texas, der die Ergebnisse bekanntgab, folgerte: „Für diejenigen Patienten, die ein hohes Risiko für die Progression der Prostatahyperplasie haben, ist die Kombinationstherapie die beste Lösung“.

Je grösser das Prostatavolumen, je höher der PSA-Wert und je älter der Patient ist, desto mehr wird er von der Kombinationstherapie profitieren. Derzeit ist es jedoch zu früh, um genaue Schwellenwerte für diese Parameter zu empfehlen, so Prof. Mc Connell.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu

 

 

 

 





 
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