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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Berichte vom diesjährigen Treffen der American Urological Association (2002)
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Orlando , 28.5.2002

Prostatakarzinom

Lebhafte Screening-Debatte

ORLANDO – Seit 1993 sinkt die Mortalität des Prostatakarzionoms stetig um 4,7% pro Jahr für weisse US-Bürger (nur 3% für Afroamerikaner). Dennoch bleibt die Frage ungeklärt, inwieweit die Früherkennung mittels PSA-Bestimmung zu dieser Entwicklung beigetragen hat.

„Viele Männer sterben mit einem Prostatakarzinom und nicht daran“, so Dr. Paul Lange, Seattle, selbst operierter Prostatakrebspatient. Auch am 97. Jahrestreffen der American Urological Association wurde die PSA-Kontroverse lebhaft diskutiert.

Die meisten Experten befürworten ein Screening. Allerdings sollte vorher unbedingt ein klärendes Gespräch mit dem Patienten stattfinden, darüber welche Konsequenzen sich aus einem positiven oder auch aus einem negativen Ergebnis ergeben könnten.  Der Patient sollte wissen, dass der PSA-Wert nicht die Diagnose eines Prostatakarzinoms, sondern nur die Indikation zur Biopsie stellt.

In Ländern, in denen eine PSA-basierte Früherkennung nicht durchgeführt wird, z.B. Schweden, ist die Mortalität des Prostatakarzinoms höher als in anderen westlichen Ländern. Auch wenn eindeutige Studienergebnisse derzeit noch fehlen, spricht einiges dafür, dass die frühzeitige Diagnose des Prostatakarzinoms zu einer Senkung der Mortalität führt, folgerte Dr. Lange.


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PSA-Screening

Intervalle kontrovers

ORLANDO –Die Ergebnisse der PLCO-Studie, vorgestellt sowohl auf dem Amerikanischen Onkologenkongress als auch beim diesjährigen Meeting der American Urological Association, hat eine Debatte über Screeningintervalle und PSA-Grenzwerte ausgelöst.

Dr. David Crawford, University of Colorado, Denver, fasste die Ergebnisse der PLCO zusammen: Die Studie des National Cancer Institute (Prostate, Lung, Colorectal, Ovarian Cancer Screening Trial) wurde konzipiert, um den Nutzen von Screeningprogrammen bei einigen Krebsarten zu untersuchen. Sie umfasste 154'000 Männer und Frauen im Alter von 55 bis 74 Jahren. Die Patienten wurden in zwei Gruppen unterteilt: eine Screening Gruppe und eine „usual care“ Gruppe.

Aus der Screening-Gruppe wurden bei 27'863 Männern mit initial normalem PSA-Wert (unter 4 ng/ml) die Veränderungen des totalen PSA während 5 Jahren beobachtet. Nach einer statistischen Analyse wurde die Wahrscheinlichkeit dafür berechnet, dass ein PSA-Wert nach 1-5 Jahren über 4 ng/ml steigen würde.

Patienten mit einem PSA-Wert unter 1ng/ml haben eine Wahrscheinlichkeit von 98.6%, nach 4 Jahren immer noch unter 4 ng/ml zu liegen. Für diese Patientengruppe könnte eine PSA-Bestimmung alle 5 Jahre genügen.

Patienten mit einem PSA-Wert zwischen 1-1,9 ng/ml bleiben nach einem Jahr zu 98.8% unter dem bisherigen Schwellenwert 4 ng/ml. Daher die Empfehlung, diese Patienten alle 2 Jahre einer PSA-Bestimmung zu unterziehen.

Diese Daten muss man differenziert betrachten, so Professor William Catalona, Universität Washington in St. Louis. Als Grenzwert für eine weitere Abklärung wurde bisher ein PSA-Wert von 4 ng/ml angesehen. Mindestens 20% der Patienten  mit PSA-Werten <4ng/ml weisen dennoch ein Prostatakarzinom auf. Er plädierte daher für einen Grenzwert von 2,6 ng/ml. Ausserdem kann bei einigen Patienten ein dramatischer PSA-Anstieg in sehr kurzer Zeit erfolgen. „Was wir eigentlich vermeiden wollen, sind unnötige Biopsien. Und das erreicht man, indem man die Screeningtechnik verfeinert.“


 

Marker des Prostatakarzinoms

What’s new?

ORLANDO - Professor William Catalona, Universität Washington in St Louis, erläuterte den State-of-the-Art in der Früherkennung des Prostatakarzinoms beim Jahresmeeting der American Urological Association.

In der allgemeinen Bevölkerung wird ein Screening mittels PSA-Bestimmung ab 50 Jahren empfohlen. Ein Base-Line Wert könnte aber auch in der Patientengruppe ab 40 Jahren interessant sein. Der durchschnittliche PSA-Wert in dieser Altersgruppe ist 0.6ng/ml. Liegt der gemessene PSA-Wert höher, ist das ein Indikator dafür, dass der Patient ein 3fach erhöhtes Risiko hat, in den nächsten 10-15 Jahren an Prostatakrebs zu erkranken, so Professor Catalona.

Für Hochrisikogruppen wie Afroamerikaner oder Patienten mit positiver Familienanamnese sollte die Früherkennung mit 40-45 Jahren einsetzen. Um die Aussagekraft der PSA-Bestimmung zu erhöhen, kann man den Prozentteil des freien PSA, der bei Prostatakrebs erniedrigt ist, zusätzlich bestimmen. Bei einem Wert unter 20% wäre eine Biopsie indiziert.

Indem man beide Analysen kombiniert, diagnostiziert man mehr Fälle von Prostatakrebs und führt weniger unnötige Biopsien durch, so Professor Catalona. Auch Analysen von PSA-Isoformen, speziell ProPSA könnten in Zukunft helfen, die Screening-Methoden zu verfeinern. Entzündungsmediatoren wie das Kallikrein-2 (HK2) sind beim Prostatakarzinom erhöht; das Verhältnis HK2 zu freiem PSA kann ebenfalls als nicht-invasive Diagnosehilfe dienen.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu

 

 

 

 





 
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