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Orlando
, 28.5.2002
Prostatakarzinom
Lebhafte
Screening-Debatte
ORLANDO
– Seit 1993 sinkt die Mortalität des Prostatakarzionoms stetig um 4,7%
pro Jahr für weisse US-Bürger (nur 3% für Afroamerikaner). Dennoch bleibt
die Frage ungeklärt, inwieweit die Früherkennung mittels PSA-Bestimmung
zu dieser Entwicklung beigetragen hat.
„Viele Männer sterben mit einem Prostatakarzinom und nicht daran“, so
Dr. Paul Lange, Seattle, selbst operierter Prostatakrebspatient.
Auch am 97. Jahrestreffen der American Urological Association wurde die
PSA-Kontroverse lebhaft diskutiert.
Die
meisten Experten befürworten ein Screening. Allerdings sollte vorher unbedingt
ein klärendes Gespräch mit dem Patienten stattfinden, darüber welche Konsequenzen
sich aus einem positiven oder auch aus einem negativen Ergebnis ergeben
könnten. Der Patient sollte wissen, dass der PSA-Wert nicht die Diagnose
eines Prostatakarzinoms, sondern nur die Indikation zur Biopsie stellt.
In Ländern,
in denen eine PSA-basierte Früherkennung nicht durchgeführt wird, z.B.
Schweden, ist die Mortalität des Prostatakarzinoms höher als in anderen
westlichen Ländern. Auch wenn eindeutige Studienergebnisse derzeit noch
fehlen, spricht einiges dafür, dass die frühzeitige Diagnose des Prostatakarzinoms
zu einer Senkung der Mortalität führt, folgerte Dr. Lange.

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zum AUA 2002
PSA-Screening
Intervalle
kontrovers
ORLANDO
–Die Ergebnisse der PLCO-Studie, vorgestellt sowohl auf dem Amerikanischen
Onkologenkongress als auch beim diesjährigen Meeting der American
Urological Association, hat eine Debatte über Screeningintervalle
und PSA-Grenzwerte ausgelöst.
Dr. David
Crawford, University of Colorado, Denver, fasste die Ergebnisse der
PLCO zusammen: Die Studie des National Cancer Institute (Prostate,
Lung, Colorectal, Ovarian Cancer Screening Trial) wurde konzipiert, um
den Nutzen von Screeningprogrammen bei einigen Krebsarten zu untersuchen.
Sie umfasste 154'000 Männer und Frauen im Alter von 55 bis 74 Jahren.
Die Patienten wurden in zwei Gruppen unterteilt: eine Screening Gruppe
und eine „usual care“ Gruppe.
Aus der Screening-Gruppe
wurden bei 27'863 Männern mit initial normalem PSA-Wert (unter 4 ng/ml)
die Veränderungen des totalen PSA während 5 Jahren beobachtet. Nach einer
statistischen Analyse wurde die Wahrscheinlichkeit dafür berechnet, dass
ein PSA-Wert nach 1-5 Jahren über 4 ng/ml steigen würde.
Patienten
mit einem PSA-Wert unter 1ng/ml haben eine Wahrscheinlichkeit von 98.6%,
nach 4 Jahren immer noch unter 4 ng/ml zu liegen. Für diese Patientengruppe
könnte eine PSA-Bestimmung alle 5 Jahre genügen.
Patienten
mit einem PSA-Wert zwischen 1-1,9 ng/ml bleiben nach einem Jahr zu 98.8%
unter dem bisherigen Schwellenwert 4 ng/ml. Daher die Empfehlung, diese
Patienten alle 2 Jahre einer PSA-Bestimmung zu unterziehen.
Diese Daten
muss man differenziert betrachten, so Professor William Catalona,
Universität Washington in St. Louis. Als Grenzwert für eine weitere Abklärung
wurde bisher ein PSA-Wert von 4 ng/ml angesehen. Mindestens 20% der Patienten
mit PSA-Werten <4ng/ml weisen dennoch ein Prostatakarzinom auf. Er
plädierte daher für einen Grenzwert von 2,6 ng/ml. Ausserdem kann bei
einigen Patienten ein dramatischer PSA-Anstieg in sehr kurzer Zeit erfolgen.
„Was wir eigentlich vermeiden wollen, sind unnötige Biopsien. Und das
erreicht man, indem man die Screeningtechnik verfeinert.“
Marker
des Prostatakarzinoms
What’s
new?
ORLANDO
- Professor William Catalona, Universität Washington in St Louis, erläuterte
den State-of-the-Art in der Früherkennung des Prostatakarzinoms beim Jahresmeeting
der American Urological Association.
In
der allgemeinen Bevölkerung wird ein Screening mittels PSA-Bestimmung
ab 50 Jahren empfohlen. Ein Base-Line Wert könnte aber auch in der Patientengruppe
ab 40 Jahren interessant sein. Der durchschnittliche PSA-Wert in dieser
Altersgruppe ist 0.6ng/ml. Liegt der gemessene PSA-Wert höher, ist das
ein Indikator dafür, dass der Patient ein 3fach erhöhtes Risiko hat, in
den nächsten 10-15 Jahren an Prostatakrebs zu erkranken, so Professor
Catalona.
Für
Hochrisikogruppen wie Afroamerikaner oder Patienten mit positiver Familienanamnese
sollte die Früherkennung mit 40-45 Jahren einsetzen. Um
die Aussagekraft der PSA-Bestimmung zu erhöhen, kann man den Prozentteil
des freien PSA, der bei Prostatakrebs erniedrigt ist, zusätzlich bestimmen.
Bei einem Wert unter 20% wäre eine Biopsie indiziert.
Indem man
beide Analysen kombiniert, diagnostiziert man mehr Fälle von Prostatakrebs
und führt weniger unnötige Biopsien durch, so Professor Catalona. Auch
Analysen von PSA-Isoformen, speziell ProPSA könnten in Zukunft helfen,
die Screening-Methoden zu verfeinern. Entzündungsmediatoren wie das Kallikrein-2
(HK2) sind beim Prostatakarzinom erhöht; das Verhältnis HK2 zu freiem
PSA kann ebenfalls als nicht-invasive Diagnosehilfe dienen.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
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