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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Berichte vom diesjährigen Treffen der American Urological Association (2002)
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Orlando , 27.5.2002

Tadalafil bei erektiler Dysfunktion

Spontaneität bleibt erhalten

ORLANDO – Das in der Behandlung von Erektionsstörungen relativ neue Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden nach Einnahme. Anlässlich des Jahresmeetings der American Urological Association stellte Dr. Hartmut Porst, Hamburg, Daten zu dieser Substanz vor.

  Expertenforum
Dr. Geoffrey Sklar, Universität Maryland, Dr. Craig Donatucci, Durham, Dr. Hartmut Porst, Hamburg

Tadalafil gehört der selben Substanzklasse wie Sildenafil an. Es verfügt über eine potente und selektive Inhibition der Phosphodiesterase Typ 5. Dr. Porst stellte eine Studie vor, in der doppelblind und  plazebokontrolliert die Wirksamkeit einer Medikation mit einer hohen Dosis (20 mg) Tadalafil bei Männern mit erektiler Dysfunktion untersucht wurde.

Eingeschlossen wurden 348 Männer in 36 Zentren in Europa und den USA, die an einer leichten bis schweren Erektionsstörung litten. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 57 Jahre.

Es wurde die Wirksamkeit nach 24 Stunden und nach 36 Stunden untersucht. Nach 36 Stunden war für 60% der Patienten Geschlechtsverkehr möglich, dieser Prozentsatz unterschied sich kaum von dem nach 24 Stunden (57%). Die längere Halbwertszeit des Tadalafil (17-21h) ermöglicht eine spontanere sexuelle Aktivität, die für viele Patienten essentiell ist.

Dr. Porst fügte aber hinzu, dass auch Vardenafil und Sildenafil (Halbwertszeit 4-5h) in einer höheren Dosierung bis zu 12 Stunden wirken können. Der Patient hat jetzt mehr Auswahl bei der Suche nach der für ihn besten Therapie. Die Wirkungsdauer ist dabei nur ein mögliches Auswahlkriterium.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


Sägepalmenextrakt bei Prostatahyperplasie

Was auf der Packung steht ist nicht immer drin

ORLANDO – Auch in den USA werden Sägepalmenextrakte immer beliebter als eine pflanzliche Alternative für die Linderung von Prostatasymptomen. Bei 30-50% der Patienten führen die Extrakte der Früchte der amerikanischen Sägepalme, Serenoa repens, zu einer Verbesserung der Symptome bei benigner Prostatahyperplasie. Was ist aber mit den Patienten, die auf dieses Phytotherapeutikum nicht ansprechen? „Sie nehmen möglicherweise nur ein Plazebo zu sich“, erläuterte Professor Laurence Klotz, Universität Toronto, beim 97. Jahresmeeting der American Urological Association.

  Palmen

Professor Klotz und Kollegen untersuchten in den USA gängige, speziell für Prostataerkrankungen empfohlene, Vitamin- und Nahrungsergänzungsmittel auf ihre Inhaltsstoffe und verglichen die Ergebnisse mit den Packungsangaben der Hersteller. Zusätzlich zu Sägepalmenextrakten wurden auch Präparate mit Selen und den Vitaminen D und E untersucht, die einen Schutz vor Prostatakarzinomen bieten sollen.

Die Vitamin D-Präparate und das Selen wichen nur gering von den Herstellerangaben ab. Beim Vitamin E wurde eine Abweichung von –41% bis zu + 57%  festgestellt. Die grösste Abweichung fanden die Forscher beim Sägepalmenextrakt (engl: Saw Palmetto). In manchen Präparaten fand sich nur 3% der angegebenen Menge (zwischen -97% bis zu +140%).  Es fehlt an Qualitätssicherung bei diesen Präparaten. Die Problematik wird auch noch dadurch erschwert, dass niemand genau weiss, wie hoch die optimale Tagesdosis ist, so Professor Klotz.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


 

Therapie der Impotenz

Nicht gleich aufgeben

ORLANDO – Mit einfachen Mitteln lässt sich der Therapieerfolg bei erektiler Dysfunktion steigern. Dr. Geoffrey N Sklar, Universität Maryland, stellte am Jahreskongress der American Urological Association einige wichtige Details vor, die Sie Ihren Patienten nicht vorenthalten sollten.

Eine von Dr. Sklar vorgestellte Studie untersuchte  236 Männer mit Erektionsstörungen unter Sildenafiltherapie, die von ihrem Hausarzt als Therapieversager eingestuft worden waren.

98 der Männer (41.5%) konnten nach einer beratenden Konsultation dennoch von dieser Substanz profitieren. Indem man Alkohol meidet und das Medikament auf leerem Magen oder nach einer leichten, fettarmen Mahlzeit einnimmt, schafft man optimale Voraussetzungen für eine gute Resorption. Auch ist es für manche Patienten nicht selbstverständlich, dass es trotz Medikation einer sexuellen Stimulation bedarf.

Bei einem Teil der Patienten lag das Problem in der Dosis: 69% der Patienten, bei denen Sildenafil wirkte, sprachen erst auf eine  hohe Dosis von 100 mg an. Und noch etwas sollte man wissen: Der Durchschnittspatient benötigt 6-8 Versuche, bis der maximale Nutzen erzielt werden kann, so Dr. Sklar. Wenn es trotzdem nicht klappt, ist die Überweisung zum Urologen der nächste Schritt.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


 

 

 





 
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