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Orlando
, 27.5.2002
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Tadalafil
bei erektiler Dysfunktion
Spontaneität
bleibt erhalten
ORLANDO
– Das in der Behandlung von Erektionsstörungen relativ neue Tadalafil
wirkt bis zu 36 Stunden nach Einnahme. Anlässlich des Jahresmeetings
der American Urological Association stellte Dr. Hartmut Porst,
Hamburg, Daten zu dieser Substanz vor.
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Dr. Geoffrey
Sklar, Universität Maryland, Dr. Craig Donatucci, Durham, Dr. Hartmut
Porst, Hamburg |
Tadalafil
gehört der selben Substanzklasse wie Sildenafil an. Es verfügt über eine
potente und selektive Inhibition der Phosphodiesterase Typ 5. Dr. Porst
stellte eine Studie vor, in der doppelblind und plazebokontrolliert die
Wirksamkeit einer Medikation mit einer hohen Dosis (20 mg) Tadalafil bei
Männern mit erektiler Dysfunktion untersucht wurde.
Eingeschlossen
wurden 348 Männer in 36 Zentren in Europa und den USA, die an einer leichten
bis schweren Erektionsstörung litten. Das Durchschnittsalter der Patienten
betrug 57 Jahre.
Es wurde
die Wirksamkeit nach 24 Stunden und nach 36 Stunden untersucht. Nach 36
Stunden war für 60% der Patienten Geschlechtsverkehr möglich, dieser Prozentsatz
unterschied sich kaum von dem nach 24 Stunden (57%). Die längere Halbwertszeit
des Tadalafil (17-21h) ermöglicht eine spontanere sexuelle Aktivität,
die für viele Patienten essentiell ist.
Dr. Porst
fügte aber hinzu, dass auch Vardenafil und Sildenafil (Halbwertszeit 4-5h)
in einer höheren Dosierung bis zu 12 Stunden wirken können. Der
Patient hat jetzt mehr Auswahl bei der Suche nach der für ihn besten Therapie.
Die Wirkungsdauer ist dabei nur ein mögliches Auswahlkriterium.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
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Sägepalmenextrakt
bei Prostatahyperplasie
Was
auf der Packung steht ist nicht immer drin
ORLANDO
– Auch in den USA werden Sägepalmenextrakte immer beliebter als
eine pflanzliche Alternative für die Linderung von Prostatasymptomen.
Bei 30-50% der Patienten führen die Extrakte der Früchte der amerikanischen
Sägepalme, Serenoa repens, zu einer Verbesserung der Symptome bei
benigner Prostatahyperplasie. Was ist aber mit den Patienten, die
auf dieses Phytotherapeutikum nicht ansprechen? „Sie nehmen möglicherweise
nur ein Plazebo zu sich“, erläuterte Professor Laurence Klotz, Universität
Toronto, beim 97. Jahresmeeting der American Urological Association.
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Professor
Klotz und Kollegen untersuchten in den USA gängige, speziell für Prostataerkrankungen
empfohlene, Vitamin- und Nahrungsergänzungsmittel auf ihre Inhaltsstoffe
und verglichen die Ergebnisse mit den Packungsangaben der Hersteller.
Zusätzlich
zu Sägepalmenextrakten wurden auch Präparate mit Selen und den Vitaminen
D und E untersucht, die einen Schutz vor Prostatakarzinomen bieten sollen.
Die Vitamin
D-Präparate und das Selen wichen nur gering von den Herstellerangaben
ab. Beim Vitamin E wurde eine Abweichung von –41% bis zu + 57% festgestellt.
Die
grösste Abweichung fanden die Forscher beim Sägepalmenextrakt (engl: Saw
Palmetto). In manchen Präparaten fand sich nur 3% der angegebenen Menge
(zwischen -97% bis zu +140%). Es fehlt an Qualitätssicherung bei diesen
Präparaten. Die Problematik wird auch noch dadurch erschwert, dass niemand
genau weiss, wie hoch die optimale Tagesdosis ist, so Professor Klotz.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
Therapie
der Impotenz
Nicht
gleich aufgeben
ORLANDO
– Mit einfachen Mitteln lässt sich der Therapieerfolg bei erektiler
Dysfunktion steigern. Dr. Geoffrey N Sklar, Universität Maryland, stellte
am Jahreskongress der American Urological Association einige wichtige
Details vor, die Sie Ihren Patienten nicht vorenthalten sollten.
Eine von
Dr. Sklar vorgestellte Studie untersuchte 236 Männer mit Erektionsstörungen
unter Sildenafiltherapie, die von ihrem Hausarzt als Therapieversager
eingestuft worden waren.
98 der Männer
(41.5%) konnten nach einer beratenden Konsultation dennoch von dieser
Substanz profitieren. Indem man Alkohol meidet und das Medikament auf
leerem Magen oder nach einer leichten, fettarmen Mahlzeit einnimmt, schafft
man optimale Voraussetzungen für eine gute Resorption. Auch ist es für
manche Patienten nicht selbstverständlich, dass es trotz Medikation einer
sexuellen Stimulation bedarf.
Bei einem
Teil der Patienten lag das Problem in der Dosis: 69% der Patienten, bei
denen Sildenafil wirkte, sprachen erst auf eine hohe Dosis von 100 mg
an. Und
noch etwas sollte man wissen: Der Durchschnittspatient benötigt 6-8 Versuche,
bis der maximale Nutzen erzielt werden kann, so Dr. Sklar. Wenn
es trotzdem nicht klappt, ist die Überweisung zum Urologen der nächste
Schritt.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
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