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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Berichte vom diesjährigen Treffen der American Urological Association (2002)
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Orlando , 26.5.2002

Kann mehr als Falten glätten

Botulinustoxin von Urologen entdeckt

ORLANDO – Neues in der Behandlung der Harninkontinenz stellte Professor Michael Chancellor, Universität Pittsburgh, am 97. Jahreskongress der American Urological Association vor.

  Eingang AUA 2002

Anticholinergika werden bereits in der Behandlung der Detrusorhyperreflexie mit konsekutiver Reflexinkontinenz eingesetzt. Weitaus wirksamer könnte sich eine Blockade der Acetylcholinfreisetzung durch Botulinustoxin erweisen. Als selektiver Blocker der Acetylcholin-Ausschüttung an den Nervenendigungen wirkt Botulinustoxin auch auf die glatte Muskulatur, z. B auf die Harnblase.

In einer kleinen Studie mit 50 Patienten wurde die Auswirkung von Botulinum-Toxin-A-Injektionen (BTX) auf den Schweregrad einer bestehenden Inkontinenz untersucht. Bei 10 Patienten wurde die Injektion in den Detrusormuskel der Blase appliziert, 40 Patienten bekamen eine Injektion in den externen urethralen Sphinkter. Die Patienten hatten verschiedene Grunderkrankungen, die zu der Harninkontinenz geführt hatten. Sie litten unter anderem an Multipler Sklerose, hatten Rückenmarksverletzungen oder einen Apoplex erlitten. Diejenigen Patienten, die für eine Injektion in die Blase ausgewählt worden waren, wiesen unwillkürliche Kontraktionen des Detrusormuskels mit resultierender Reflexinkontinenz auf.

Bei 41 Patienten (82%) zeigte sich eine Verbesserung der Inkontinenz nach der Therapie. Die Wirkung trat innerhalb einer Woche auf und hielt mindestens 6 Monate an. Nebenwirkungen wie Harnretention oder Stressinkontinenz wurden bei keinem der Patienten verzeichnet.

Botulinum-Toxin-A-Injektionen (BTX) bieten eine sichere, wenn auch zeitlich begrenzte Lösung für viele Patienten mit diesem Typ von Harninkontinenz. Sie sind eine Alternative zur Anticholinergikatherapie bei Detrusorhyperreflexie und neurogener Inkontinenz sowie bei überaktiver Blase, folgerte Professor Chancellor. Auch bei anderen Blasenentleerungsstörungen wie einer Detrusor-Sphincter-Dyssynergie sind Therapieansätze mit  BTX-Injektionen erfolgsversprechend.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


 

Harnblasenkarzinom

Kann Grüner Tee schützen?

ORLANDO – Die im Grünen Tee enthaltenen, antioxidativ–wirksamen Katechine könnten vor  Harnblasenkrebs schützen. Dr. Allan J. Pantuck, UCLA, stellte beim 97. Jahresmeeting der American Urological Association ein in-vitro-Harnblasenmodell vor, anhand dessen die Wirksamkeit einer Chemoprophylaxe mit Extrakten aus Grünem Tee geprüft wurde.

Untersucht wurde speziell der Einfluss der Katechine auf die Blasenkrebs-erzeugende Wirkung der Substanz 4-Aminobiphenol. Dieser Inhaltsstoff des Tabakrauchs ist als Blasenkarzinogen seit langem bekannt. 80% der Harnblasenkarzinome treten bei Rauchern oder ehemaligen Rauchern auf. Besonders Frauen sind durch Blasenkarzinogene aus Tabakrauch gefährdet.

Dieser Studie an einem Modell mit menschlichen Urothelzellen zufolge scheinen Extrakte aus Grünem Tee das Urothel zu schützen. Im Vergleich zu unbehandeltem Urothel wiesen diejenigen Urothelzellen, die mit Katechinen behandelt worden waren, einen geringeren Grad an Proliferation auf und zeigten eine höhere Zelldifferenzierung. Das oberflächliche Harnblasenkarzinom ist bekannt für eine hohe Rezidivneigung. Ob Katechine in der Sekundärprävention eingesetzt werden könnten, wird in einer ebenfalls am UCLA geplanten Studie eruiert werden.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu


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Rezidivierender Harnwegsinfekt

Prophylaxe mit Vaginalzäpfchen

ORLANDO – Ein Harnwegsinfekt ist für Frauen ein häufiger Grund, den Hausarzt zu konsultieren. Gerade bei rezidivierenden Infekten stellt sich die Frage nach einer Prophylaxe, die keine neuen Resistenzen schafft. Ärzte der Universität Wisconsin in Madison erprobten eine Impfung in Form eines Vaginalzäpfchens aus gängigen abgetöteten Bakterien des Urogenitaltraktes. Dr. Walter Hopkins stellte die Ergebnisse in einer Poster-Session beim Jahresmeeting der American Urological Association vor.

In einer doppelblinden Studie bekamen 54 Patientinnen, die alle mindestens drei Harnwegsinfekte im letzten Jahr erlitten hatten, entweder über 14 Wochen ein Plazebo, 6x das Vaginalzäpfchen oder eine „Grundimmunisierung“ bestehend aus 3x Zäpfchen und anschliessend 3x Plazebo. Alle Patientinnen unterbrachen für die Studie ihre prophylaktische Antibiotikamedikation.

Von den Patientinnen, die 6 Dosen (Grundimmunisierung + Auffrischung) erhalten hatten, blieb über die Hälfte (55%) über den Studienzeitraum rezidivfrei. Im Vergleich dazu die Plazebogruppe: 89% der Patientinnen hatten erneut einen Harnwegsinfekt. Die vaginale Applikationsform blieb ohne Nebenwirkungen.

Dr. Anka Stegmeier-Petroianu

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