Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
Harnblasenkarzinom
Kann
Grüner Tee schützen?
ORLANDO
– Die im Grünen Tee enthaltenen, antioxidativ–wirksamen Katechine
könnten vor Harnblasenkrebs schützen. Dr. Allan J. Pantuck, UCLA, stellte
beim 97. Jahresmeeting der American Urological Association ein
in-vitro-Harnblasenmodell vor, anhand dessen die Wirksamkeit einer Chemoprophylaxe
mit Extrakten aus Grünem Tee geprüft wurde.
Untersucht
wurde speziell der Einfluss der Katechine auf die Blasenkrebs-erzeugende
Wirkung der Substanz 4-Aminobiphenol. Dieser Inhaltsstoff des Tabakrauchs
ist als Blasenkarzinogen seit langem bekannt. 80% der Harnblasenkarzinome
treten bei Rauchern oder ehemaligen Rauchern auf. Besonders Frauen sind
durch Blasenkarzinogene aus Tabakrauch gefährdet.
Dieser
Studie an einem Modell mit menschlichen Urothelzellen zufolge scheinen
Extrakte aus Grünem Tee das Urothel zu schützen. Im Vergleich zu unbehandeltem
Urothel wiesen diejenigen Urothelzellen, die mit Katechinen behandelt
worden waren, einen geringeren Grad an Proliferation auf und zeigten
eine höhere Zelldifferenzierung. Das oberflächliche Harnblasenkarzinom
ist bekannt für eine hohe Rezidivneigung. Ob Katechine in der Sekundärprävention
eingesetzt werden könnten, wird in einer ebenfalls am UCLA geplanten
Studie eruiert werden.
Dr.
Anka Stegmeier-Petroianu
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Rezidivierender
Harnwegsinfekt
Prophylaxe
mit Vaginalzäpfchen
ORLANDO
– Ein Harnwegsinfekt ist für Frauen ein häufiger Grund, den Hausarzt
zu konsultieren. Gerade bei rezidivierenden Infekten stellt sich die
Frage nach einer Prophylaxe, die keine neuen Resistenzen schafft. Ärzte
der Universität Wisconsin in Madison erprobten eine Impfung in Form
eines Vaginalzäpfchens aus gängigen abgetöteten Bakterien des Urogenitaltraktes.
Dr. Walter Hopkins stellte die Ergebnisse in einer Poster-Session beim
Jahresmeeting der American Urological Association vor.
In
einer doppelblinden Studie bekamen 54 Patientinnen, die alle mindestens
drei Harnwegsinfekte im letzten Jahr erlitten hatten, entweder über
14 Wochen ein Plazebo, 6x das Vaginalzäpfchen oder eine „Grundimmunisierung“
bestehend aus 3x Zäpfchen und anschliessend 3x Plazebo. Alle Patientinnen
unterbrachen für die Studie ihre prophylaktische Antibiotikamedikation.
Von
den Patientinnen, die 6 Dosen (Grundimmunisierung + Auffrischung) erhalten
hatten, blieb über die Hälfte (55%) über den Studienzeitraum rezidivfrei.
Im Vergleich dazu die Plazebogruppe: 89% der Patientinnen hatten erneut
einen Harnwegsinfekt. Die vaginale Applikationsform blieb ohne Nebenwirkungen.