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Willkommen
bei unserer Berichterstattung am 39. Jahrestreffen der American Society
of Clinical Oncology, Chicago, 2003, realisiert mit freundlicher Unterstützung
von Aventis Pharma Schweiz
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4.
Juni 2003
Neue
Behandlungsstudie bei operablem Bronchuskarzinom
Mit adjuvanter Chemotherapie länger leben
CHICAGO – Mit erfreulichen Nachrichten vom IALT
(= International Adjuvant Lung Cancer Trial), einer grossen internationalen
Studie, an der sich in 33 Ländern 1 867 Patienten mit Bronchuskarzinom
beteiligten, wartete der Studienleiter Dr. Thierry Le Chevalier, Institut Gustave
Roussy, Villejuif, Frankreich, am 39. Jahreskongress der American Society
of Clinical Oncology auf.
| Dies ist die erste umfangreiche
Studie, welche bei operablen Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchuskarzinom
den Nutzen von adjuvanter Chemotherapie nach der Operation evaluiert hat.
In den insgesamt 148 beteiligten Zentren wurden 935 Patienten nach der Operation
mit drei bis vier Chemotherapie-Zyklen behandelt. Die Chemotherapie bestand
aus Cisplatin sowie entweder Etoposid (in 56 %) oder einem Vincaalkaloid
(Vinorelbin in 27 %, Vinblastin in 11 %, Vindesin in 6 %). Der Kontrollarm
der Studie umfasste 932 Patienten ohne postoperative Chemotherapie. Bei
den Operationen handelte es sich in 64 % um Lobektomien, in 35 % um Pneumonektomien
und in 1 % um Segmentektomien. |
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Dr. Thierry Le Chevalier |
Die Behandlungsergebnisse nach fünf Jahren:
Das 5-Jahres-Überleben lag mit adjuvanter Chemotherapie 5 % höher
(45 % gegenüber 40 % nur mit Operation, Unterschied statistisch signifikant).
Zwei Jahre überlebten 70 % der mit Chirurgie und Chemotherapie behandelten
Patienten, statistisch signifikant mehr als in der Kontrollgruppe (67 % der
Patienten). Das tumorfreie Überleben betrug nach zwei Jahren 61 % (Kontrollarm
55 %) und nach fünf Jahren 39 % (Kontrollarm 34 %).
Die 5 %-ige Verbesserung des 5-Jahres-Überlebens
rechtfertigt die neue Empfehlung, nach der Operation eine adjuvante Chemotherapie
anzuschliessen. Cisplatin löste bei 23 % schwere toxische Nebenwirkungen
aus, hauptsächlich Neutropenien mit teilweise tödlichem Ausgang. Von
derzeit laufenden klinischen Studien, die neuere Zytostatika (z.B. Gemcitabin,
Docetaxel, Paclitaxel) als adjuvante Chemotherapie nach der Operation testen,
versprechen sich die Onkologen besser verträgliche und möglicherweise
auch stärker wirksame Behandlungsalternativen.
©
Medical Tribune-Online Schweiz, lie
Phase-III-Studie zur Angiogenesehemmung
Antikörper hungert Tumorzellen aus
CHICAGO – Einer der neuen Therapieansätze
in der Onkologie besteht darin, die Gefässneubildung des Tumors zu unterbinden
und auf diese Weise das Tumorwachstum zu behindern. Nur wenige Wochen vor dem
Beginn des 39. Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology
wurden die Ergebnisse einer grossen Phase-III-Studie mit einem solchen Angiogenesehemmer
fertiggestellt und sozusagen in letzter Minute ins Kongressprogramm aufgenommen.
In der randomisierten Multizenterstudie erhielten
über 800 Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom entweder die Standard-Chemotherapie
aus Irinotecan, 5-Fluorouracil und Leucovorin (IFL) oder zusätzlich zu
dieser Kombination noch den monoklonalen Antikörper Bevacizumab. Dieser
Wirkstoff richtet sich gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor
(VEGF), der bei der Tumorangiogenese eine entscheidende Rolle spielt.
Bezogen auf den primären Endpunkt der Studie
zeigte sich ein hoch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Studienarmen,
erläuterte Dr. Herbert Hurwitz, Duke University Medical Center,
Durham, USA, an einer Pressekonferenz. In der Patientengruppe unter IFL plus
Bevacizumab lag das mediane Überleben bei 20,3 Monaten, im Kontrollarm
dagegen bei 15,6 Monaten (p = 0,00003). Auch hinsichtlich des progressionsfreien
Überlebens und der Tumor-Ansprechrate ergaben sich signifikante Unterschiede
zu Gunsten der Kombinationstherapie mit Bevacizumab, so Dr. Hurwitz weiter.
Auf Grund dieser Resultate geht der Experte davon aus, dass Patienten mit fortgeschrittenem
Kolorektalkarzinom von der Integration der Angiogenesehemmung in die antineoplastische
Therapie profitieren.
©
Medical Tribune-Online Schweiz, kh
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Mangelhaftes Bewusstsein
in der Bevölkerung
Brustkrebs bei Männern oft spät
diagnostiziert
CHICAGO – Da das Mammakarzinom nur in
ungefähr einem Prozent aller Fälle Männer betrifft, gibt
es dazu bisher sehr wenige Studien. Welche Unterschiede bestehen zwischen
dem Mammakarzinom beim Mann und demjenigen der Frau? Dieser Frage sind
amerikanische Wissenschaftler jetzt erstmals in einer umfangreichen Datenauswertung
nachgegangen.
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Kunst in Chicago |
Die Studienautoren analysierten die Daten von 2524
Männern und 380 856 Frauen, die zwischen 1973 und 1998 in den USA
an Brustkrebs erkrankt waren.
Wie Dr. Sharon Giordano vom M. D.
Anderson Cancer Center, Houston, am 39. Jahreskongress der American Society
of Clinical Oncology berichtete,
- waren Männer zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose
im Durchschnitt signifikant älter als Frauen und
- befanden sie sich mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit
bereits in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
Auch hinsichtlich der Tumorbiologie ergaben sich
Unterschiede: Bei Männern handelte es sich häufiger um duktale Karzinome,
und die Tumoren waren zu einem grösseren Prozentsatz östrogenrezeptorpositiv
als bei Frauen.
Die Überlebensraten nach fünf und zehn
Jahren sowie das mediane Überleben unterschieden sich zwischen den beiden
Geschlechtern aber nicht signifikant.
Ein Grund für die späte Diagnose des
Mammakarzinoms bei Männern könnte das sehr rudimentäre Wissen
um diese Erkrankung in der Bevölkerung sein, so die Experten in ihrer Pressemitteilung.
Viele Männer seien sich der Tatsache überhaupt nicht bewusst, dass
sie an Brustkrebs erkranken könnten.
©
Medical Tribune-Online Schweiz, kh
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Geriatrische Onkologie
Ärzte brauchen neue Einstellung zur
Krebsbehandlung im Alter
CHICAGO – Zum Abschluss des 39. Jahreskongresses
der American Society of Clinical Oncology organisierte die Firma Aventis
ein Satellitensymposium zum Thema Geriatrische Onkologie. Geleitet wurde
das Symposium von Dr. Matti Aapro, Clinique de Genolier, Institut Multidisciplinaire
d’Oncologie, Genolier, Schweiz.
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Wer gehört überhaupt zu den "alten Patienten"?
Für medizinische Zwecke ist das chronologische Alter ("Passalter") nicht
gut brauchbar. Viel besser eignet sich eine physiologische Altersdefinition,
betonte Dr. Aapro. Eine umfassende geriatrische Beurteilung verschiedenster
gesundheitlicher Aspekte des Patienten unter zusätzlicher Berücksichtigung
der sozialen Umgebung (comprehensive geriatric assessment) bildet die Voraussetzung,
um den Therapieprozess zu verbessern. Komorbidität, funktioneller Status,
Depression, kognitive Beeinträchtigung, Ernährungsstatus, ungenügende
soziale Unterstützung – das sind alles Faktoren, die das Überleben
geriatrischer Krebspatienten stark beeinflussen.
Bislang überwiegt gegenüber geriatrischen
Krebspatienten noch mancherorts die Einstellung des "Da-lässt-sich-nichts-mehr-machen".
Und zwischen den Geriatern, die sich auf die Lebensqualität konzentrieren,
und den Onkologen, die sich hauptsächlich um die Lebensquantität kümmern,
gibt es immer wieder Reibungsflächen. Wichtig ist aber beides, Qualität
und Quantität, unterstrich Dr. Aapro, der auf die integrierenden Bemühungen
der International Society for Geriatric Oncology (www.siog.org)
hinwies.
"Fite" geriatrische Lungenkrebspatienten vertragen
aggressive Chemotherapien gut
Lungenkrebs ist vorwiegend eine Erkrankung alter
Leute, rief Dr. Corey Langer, Fox Chase Cancer Center, Philadelphia,
Pennsylvania, USA, in Erinnerung. Fast 40% der neu diagnostizierten Fälle
von nicht-kleinzelligem Bronchuskarzinom betreffen über 70-Jährige.
60% der Lungenkrebspatienten sind älter als 60 Jahre. Aber in klinischen
Studien sind die höheren Altersgruppen stark unterrepräsentiert. Über
70-Jährige sind lediglich in 15% bis 20% (ältere Behandlungsstudien)
bzw. 27% bis 29% (neuere Studien) vertreten. Viele alte Patienten werden z.
B. wegen Begleitkrankheiten von Studien ausgeschlossen.
Weil viele Ärzte annehmen, dass geriatrische
Lungenkrebspatienten aggressive Chemotherapien nicht vertragen, wird die Therapie
häufig nur mit einem einzigen Chemotherapeutikum durchgeführt oder
die Behandlung beschränkt sich sogar nur auf supportive Betreuung. Dass
dies bei "fiten" Alten nicht gerechtfertigt ist, wies Dr. Langer in einer retrospektiven
Analyse nach. Er analysierte die Resultate einer grossen klinischen Studie (ECOG
1594 = Eastern Cooperative Oncology Group clinical trial 1594) hinsichtlich
des Alters der Patienten. Dabei stellte er fest, dass die vier kombinierten
Chemotherapien, die in der Studie verglichen wurden (Cisplatin + Paclitaxel,
Cisplatin + Gemcitabin, Cisplatin + Docetaxel, Carboplatin + Paclitaxel), von
den 227 70- bis 80-jährigen Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem
Bronchuskarzinom ebenso gut vertragen wurden wie von den 912 unter 70-Jährigen.
Bezüglich Ansprech- und Überlebensraten unterschieden sich die beiden
Altersgruppen nicht wesentlich (Poster Nr. 2571, ASCO-Jahreskongress 2003).
Auch eine retrospektive Analyse der Ergebnisse
einer andern grossen klinischen Behandlungsstudie (TAX 326) ergab, dass Ansprech-
und Überlebensraten von über 65-jährigen Patienten mit fortgeschrittenem
und metastasiertem nicht-kleinzelligem Bronchuskarzinom keineswegs schlechter
ausfielen als bei unter 65-Jährigen (Poster Nr. 2528, ASCO-Jahreskongress
2003). In der Studie TAX 326 wurden die zwei Kombinationschemotherapien Docetaxel
+ Cisplatin und Docetaxel + Carboplatin mit der Referenzkombination Vinorelbin
+ Cisplatin als First-Line-Behandlung verglichen. Die altersbezogene Analyse
ergab zum Beispiel im Docetaxel-Carboplatin-Arm folgende, in beiden Altersgruppen
fast identischen Resultate:
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Unter 65-Jährige
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Über 65-Jährige
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Anzahl Patienten
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288
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118
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Medianes Überleben
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9,7 Monate
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9,0 Monate
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1-Jahres-Überleben
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37%
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38%
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2-Jahres-Überleben
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17%
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19%
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(nach F. Fossella et al., Meeting Proceedings
American Society of Clinical Oncology 2003; 22: 629. Abstract 2528.)
©
Medical Tribune-Online Schweiz, lie
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ASCO-2003-Themen in der Übersicht
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