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Dienstag,
21. Mai 2002,
Berichte aus Orlando vom ASCO 2002
Adjuvante
Brustkrebstherapie
Docetaxel
zeigt Vorteile beim frühen Mammakarzinom
ORLANDO
- Das Taxan-Präparat Docetaxel reduziert bei Brustkrebspatientinnen im
Frühstadium das Rezidivrisiko und verbessert die Überlebensrate. Das hat
die Interimsanalyse einer grossen internationalen Phase-III-Studie ergeben,
die Professor Dr. Jean Marc Nabholtz, Chairman der Breast Cancer International
Research Group (BCIRG) und Univerity of California, am 38. Jahreskongress
der American Society of Clinical Oncology präsentierte.
Das
Ziel der BCIRG 001-Studie war es, herauszufinden, ob Docetaxel (Taxotere®),
das bereits zur Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzioms eingesetzt
wird, auch in der adjuvanten Therapie, also bei Patientinnen im Frühstadium,
Vorteile gegenüber einem der wirksamsten bisher üblichen Therapieregimes
bietet.
| Insgesamt
nahmen 1491 Patientinnen an der Untersuchung teil. Alle Studienteilnehmerinnen
litten an einem histologisch nachgewiesenen Mammakarzinom, das bereits
die axillären Lymphknoten befallen, aber noch keine Fernmetastasen
gebildet hatte (Stadium T1-3, N1, M0). Ausserdem war bei allen Patientinnen
innerhalb der letzten sechzig Tag vor Studienbeginn eine Tumorresektion
mit Entfernung der axillären Lymphknoten durchgeführt worden. |
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Professor
Nabholtz |
Nach
der Randomisierung erhielten 745 Patientinnen Docetaxel plus Doxorubicin
und Cyclophosphamid (TAC) und 746 Teilnehmerinnen 5-Fluorouracil, Doxorubicin
und Cyclophosphamid (FAC). Beide Regimes wurden über sechs Zyklen verabreicht;
der primäre Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben der
Patientinnen.
Fast
drei Jahre nach der Behandlung waren in der TAC-Gruppe noch 82 % der Patientinnen
krankheitsfrei am Leben, in der FAC-Gruppe dagegen 74 %. Damit lag das
relative Rezidivrisiko unter der Kombinationstherapie mit Docetaxel um
32 % niedriger als in der Gruppe mit 5-Fluorouracil.
Besonders
deutlich war dieser Benefit in der Subgruppe derjenigen Patientinnen,
bei denen nur ein bis drei Lymphknoten befallen waren: Bei ihnen sank
das relative Rezidivrisiko durch die Verabreichung von Docetaxel um 50
%, und die Mortalitätsrate reduzierte sich im Vergleich zum herkömmlichen
Therapieschema ebenfalls um 54 %. Auch für Patientinnen mit vier oder
mehr befallenen Lymphknoten lag das Rezidivrisiko unter TAC niedrigerer
als unter FAC, der Unterschied war aber nicht statistisch signifikant.
Hinsichtlich Nebenwirkungen traten in der TAC-Gruppe mehr febrile Neutropenien,
Anämien und Diarrhöen auf, unter FAC kam es häufiger zu Übelkeit und Erbrechen.
"Es
sind zwar noch weitere Analysen notwendig, aber wir gehen davon aus, dass
der bisher beobachtete Benefit von TAC eine klinische Bedeutung für die
adjuvante Behandlung von lymphknotenpositiven Brustkrebspatientinnen hat",
resümierte Prof. Nabholtz.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, KH)
Uhrähnliches
Band am Handgelenk
Akustimulation
hilft gegen Chemotherapie-Erbrechen
ORLANDO
- Die Stimulation des Akupunkturpunktes Neiguan (P6), palmarseits am Handgelenk
aufzufinden, ist sehr nützlich gegen Übelkeit und Erbrechen. In den USA
ist ein uhrähnliches Akustimulationsband erhältlich, das am Handgelenk
eine transkutane Nervenstimulation bewirkt. Intermittierend erhält der
Akupunkturpunkt P6 elektrische Impulse von 10 bis 35 Milliampère. Dieses
ReliefBand® (Woodside Biomedical, Carlsbad,
Kalifornien) wurde von der FDA als Hilfsmittel zur Behandlung von Nausea
und Emesis im Rahmen von Chemotherapien, Schwangerschaft und Reisekrankheit
registriert.
Eine
randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie, die von I. M.
Treish, University of North Carolina, Chapel Hill, vorgestellt wurde,
testete die Wirksamkeit des Akustimulationsbandes bei 50 Patienten, die
eine stark emetogene Chemotherapie erhielten. Zusätzlich zur antiemetischen
Standardbehandlung benutzten die Patienten während 5 Tagen nach der Chemotherapie
entweder das ReliefBand(r) oder ein Plazeboband. Patienten in der Gruppe
mit dem aktiven Gerät erbrachen signifikant seltener und spürten weniger
Übelkeit.
Die
Arbeitsgruppe von Gary Morrow, University of Rochester Cancer Center,
Rochester, berichtete am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical
Oncology im Rahmen eines Posters über eine randomisierte Studie mit 739
Patienten, die erstmals eine Chemotherapie mit Doxorubicin oder Cisplatin
erhielten. Zusätzlich zur antiemetischen Therapie benutzten sie während
5 Tagen entweder das Akustimulationsband (nur an einem Handgelenk) oder
beidseits ein Akupressurband (Sea-Band®
von Sea-Band International, England) oder kein Band. Bei der Wirksamkeit
kamen erstaunliche Geschlechtsunterschiede zum Vorschein. Bei Männern
war das ReliefBand®
sehr wirksam, bei Frauen dagegen nicht. Die Akupressurbänder waren bei
Männern wesentlich weniger wirksam als das Akustimulationsband. Frauen
allerdings, die mit einer guten Wirkung des Akupressurbandes rechneten,
spürten tatsächlich weniger Nausea (möglicherweise Plazeboeffekt).
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, AL)
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In
Orlando ist Disneyland allgegenwärtig... |
Akute
myeloische Leukämie
Monoklonaler
Antikörper verbessert Ansprechrate
ORLANDO
– Ein neuer Behandlungsansatz bei der akuten myeloischen Leukämie (AML)
besteht darin, zusätzlich zur Chemotherapie einen monoklonalen Antikörper
zu geben. In einer Studie an Patienten mit therapieresistenter oder rezidivierter
AML liess sich damit die Therapieresponse verbessern, es zeigte sich aber
kein statistisch signifikanter Unterschied.
Wie Dr. Eric
J. Feldman von der Cornell University in New York am 38. Jahreskongress
der American Society of Clinical Oncology erläuterte, richtet sich
der humanisierte monoklonale Antikörper HuM195 gegen ein bestimmtes Antigen
auf der Oberfläche der myeloischen Leukämiezellen.
Im Rahmen
einer randomisierten Studie erhielten 191 Patienten mit primär therapieresistenter
oder erstmals rezidivierter AML entweder nur Chemotherapie (Mitoxantron,
Etoposid plus Cytarabin) oder Chemotherapie und HuM195. In der Studiengruppe
mit der kombinierten Behandlung lag die allgemeine Ansprechrate bei 36 %,
in der Gruppe ohne den Antikörper bei 28 %. Die Toxizität der Chemotherapie
erhöhte sich durch den Zusatz von HuM195 nicht.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, KH)
Neue
ASCO-Website
Verlässliche
Krebsinformationen für Betroffene
ORLANDO
– Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) gab anlässlich ihres
38. Jahreskongresses die Lancierung einer neuen Website bekannt, die sich speziell
an Patienten und ihre Familien richtet. Die Internetadresse lautet: www.plwc.org
oder www.PeopleLivingWithCancer.org.
Weil der Inhalt der Website durch Onkologen und Patientenorganisationen
überprüft wird, erhalten die Patienten Zugriff auf verlässliche Informationen.
Die
Website informiert detailliert über mehr als 25 Krebsarten (Symptome,
Risikofaktoren, Prävention, Diagnose, Staging, Behandlungsmöglichkeiten,
Coping). Auch Fragen zu klinischen Studien werden ausführlich erörtert.
Sogar Therapierichtlinien und Forschungsabstracts der ASCO-Jahreskongresse
stehen Betroffenen zur Verfügung. Insgesamt bezweckt www.plwc.org,
den Dialog zwischen den Patienten und ihren behandelnden Ärzten zu erleichtern.
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, AL)
Follow-up
bei GIST-Patienten
Anhaltender
Therapieeffekt
ORLANDO
– Auch 15 Monate nach dem Beginn der Einnahme von Imatinib Mesylat hielt
in einer Follow-up-Studie bei über 60 % der Patienten mit fortgeschrittenem
gastrointestinalem Stromatumor (GIST) die Therapieresponse an. Das berichtete
Dr. Margaret von Mehren, Fox Chase Cancer Center, Philadelphia,
am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology.
In
der Phase-II-Studie, die Dr. von Mehren referierte, erhielten 147 Patienten
mit inoperablem oder metastasiertem GIST einmal täglich entweder 400 oder
600 mg Imatinib Mesylat (Glivec®).
15 Monate
nach Therapiebeginn war der Tumor bei 63 % der Patienten immer noch
um mindestens die Hälfte kleiner als vor der Behandlung. Bei weiteren
20 % der Studienteilnehmer hatte sich die Erkrankung stabilisiert,
12 % hatten eine Tumorprogression erlitten.
Insgesamt
waren zum Zeitpunkt der Analyse noch über 80 % der Patienten am Leben.
Das stellt gegenüber der Vergangenheit eine deutliche Verbesserung dar,
wie die Expertin betonte. Zwischen den beiden Studiendosierungen zeigte
sich hinsichtlich der Therapieantwort kein Unterschied.
Ernste
Nebenwirkungen traten bei insgesamt 21 % der Patienten auf; unter
anderem kam es zu Neutropenie (5 %), Tumoreinblutung oder gastrointestinaler
Hämorrhagie (5 %), zu abdominellen Schmerzen (6 %) oder Ödemen
(3 %).
(©
Medical Tribune-Online Schweiz, KH)
Die
Frage des Tages:
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