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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





 

 


Orlando

Dienstag, 21. Mai 2002, Berichte aus Orlando vom ASCO 2002

 

Adjuvante Brustkrebstherapie

Docetaxel zeigt Vorteile beim frühen Mammakarzinom

ORLANDO - Das Taxan-Präparat Docetaxel reduziert bei Brustkrebspatientinnen im Frühstadium das Rezidivrisiko und verbessert die Überlebensrate. Das hat die Interimsanalyse einer grossen internationalen Phase-III-Studie ergeben, die Professor Dr. Jean Marc Nabholtz, Chairman der Breast Cancer International Research Group (BCIRG) und Univerity of California, am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology präsentierte.

Das Ziel der BCIRG 001-Studie war es, herauszufinden, ob Docetaxel (Taxotere®), das bereits zur Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzioms eingesetzt wird, auch in der adjuvanten Therapie, also bei Patientinnen im Frühstadium, Vorteile gegenüber einem der wirksamsten bisher üblichen Therapieregimes bietet.

Insgesamt nahmen 1491 Patientinnen an der Untersuchung teil. Alle Studienteilnehmerinnen litten an einem histologisch nachgewiesenen Mammakarzinom, das bereits die axillären Lymphknoten befallen, aber noch keine Fernmetastasen gebildet hatte (Stadium T1-3, N1, M0). Ausserdem war bei allen Patientinnen innerhalb der letzten sechzig Tag vor Studienbeginn eine Tumorresektion mit Entfernung der axillären Lymphknoten durchgeführt worden.   Prof. Nabholtz
Professor Nabholtz

Nach der Randomisierung erhielten 745 Patientinnen Docetaxel plus Doxorubicin und Cyclophosphamid (TAC) und 746 Teilnehmerinnen 5-Fluorouracil, Doxorubicin und Cyclophosphamid (FAC). Beide Regimes wurden über sechs Zyklen verabreicht; der primäre Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben der Patientinnen.

Fast drei Jahre nach der Behandlung waren in der TAC-Gruppe noch 82 % der Patientinnen krankheitsfrei am Leben, in der FAC-Gruppe dagegen 74 %. Damit lag das relative Rezidivrisiko unter der Kombinationstherapie mit Docetaxel um 32 % niedriger als in der Gruppe mit 5-Fluorouracil.

Besonders deutlich war dieser Benefit in der Subgruppe derjenigen Patientinnen, bei denen nur ein bis drei Lymphknoten befallen waren: Bei ihnen sank das relative Rezidivrisiko durch die Verabreichung von Docetaxel um 50 %, und die Mortalitätsrate reduzierte sich im Vergleich zum herkömmlichen Therapieschema ebenfalls um 54 %. Auch für Patientinnen mit vier oder mehr befallenen Lymphknoten lag das Rezidivrisiko unter TAC niedrigerer als unter FAC, der Unterschied war aber nicht statistisch signifikant. Hinsichtlich Nebenwirkungen traten in der TAC-Gruppe mehr febrile Neutropenien, Anämien und Diarrhöen auf, unter FAC kam es häufiger zu Übelkeit und Erbrechen.

"Es sind zwar noch weitere Analysen notwendig, aber wir gehen davon aus, dass der bisher beobachtete Benefit von TAC eine klinische Bedeutung für die adjuvante Behandlung von lymphknotenpositiven Brustkrebspatientinnen hat", resümierte Prof. Nabholtz.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, KH)


 

Uhrähnliches Band am Handgelenk

Akustimulation hilft gegen Chemotherapie-Erbrechen

ORLANDO - Die Stimulation des Akupunkturpunktes Neiguan (P6), palmarseits am Handgelenk aufzufinden, ist sehr nützlich gegen Übelkeit und Erbrechen. In den USA ist ein uhrähnliches Akustimulationsband erhältlich, das am Handgelenk eine transkutane Nervenstimulation bewirkt. Intermittierend erhält der Akupunkturpunkt P6 elektrische Impulse von 10 bis 35 Milliampère. Dieses ReliefBand® (Woodside Biomedical, Carlsbad, Kalifornien) wurde von der FDA als Hilfsmittel zur Behandlung von Nausea und Emesis im Rahmen von Chemotherapien, Schwangerschaft und Reisekrankheit registriert.

Eine randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie, die von I. M. Treish, University of North Carolina, Chapel Hill, vorgestellt wurde, testete die Wirksamkeit des Akustimulationsbandes bei 50 Patienten, die eine stark emetogene Chemotherapie erhielten. Zusätzlich zur antiemetischen Standardbehandlung benutzten die Patienten während 5 Tagen nach der Chemotherapie entweder das ReliefBand(r) oder ein Plazeboband. Patienten in der Gruppe mit dem aktiven Gerät erbrachen signifikant seltener und spürten weniger Übelkeit.

Die Arbeitsgruppe von Gary Morrow, University of Rochester Cancer Center, Rochester, berichtete am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology im Rahmen eines Posters über eine randomisierte Studie mit 739 Patienten, die erstmals eine Chemotherapie mit Doxorubicin oder Cisplatin erhielten. Zusätzlich zur antiemetischen Therapie benutzten sie während 5 Tagen entweder das Akustimulationsband (nur an einem Handgelenk) oder beidseits ein Akupressurband (Sea-Band® von Sea-Band International, England) oder kein Band. Bei der Wirksamkeit kamen erstaunliche Geschlechtsunterschiede zum Vorschein. Bei Männern war das ReliefBand® sehr wirksam, bei Frauen dagegen nicht. Die Akupressurbänder waren bei Männern wesentlich weniger wirksam als das Akustimulationsband. Frauen allerdings, die mit einer guten Wirkung des Akupressurbandes rechneten, spürten tatsächlich weniger Nausea (möglicherweise Plazeboeffekt).

(© Medical Tribune-Online Schweiz, AL)


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Akute myeloische Leukämie

Monoklonaler Antikörper verbessert Ansprechrate

ORLANDO – Ein neuer Behandlungsansatz bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) besteht darin, zusätzlich zur Chemotherapie einen monoklonalen Antikörper zu geben. In einer Studie an Patienten mit therapieresistenter oder rezidivierter AML liess sich damit die Therapieresponse verbessern, es zeigte sich aber kein statistisch signifikanter Unterschied.

Wie Dr. Eric J. Feldman von der Cornell University in New York am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology erläuterte, richtet sich der humanisierte monoklonale Antikörper HuM195 gegen ein bestimmtes Antigen auf der Oberfläche der myeloischen Leukämiezellen.

Im Rahmen einer randomisierten Studie erhielten 191 Patienten mit primär therapieresistenter oder erstmals rezidivierter AML entweder nur Chemotherapie (Mitoxantron, Etoposid plus Cytarabin) oder Chemotherapie und HuM195. In der Studiengruppe mit der kombinierten Behandlung lag die allgemeine Ansprechrate bei 36 %, in der Gruppe ohne den Antikörper bei 28 %. Die Toxizität der Chemotherapie erhöhte sich durch den Zusatz von HuM195 nicht.

 

(© Medical Tribune-Online Schweiz, KH)


Neue ASCO-Website

Verlässliche Krebsinformationen für Betroffene

ORLANDO – Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) gab anlässlich ihres 38. Jahreskongresses die Lancierung einer neuen Website bekannt, die sich speziell an Patienten und ihre Familien richtet. Die Internetadresse lautet: www.plwc.org oder www.PeopleLivingWithCancer.org. Weil der Inhalt der Website durch Onkologen und Patientenorganisationen überprüft wird, erhalten die Patienten Zugriff auf verlässliche Informationen.

Die Website informiert detailliert über mehr als 25 Krebsarten (Symptome, Risikofaktoren, Prävention, Diagnose, Staging, Behandlungsmöglichkeiten, Coping). Auch Fragen zu klinischen Studien werden ausführlich erörtert. Sogar Therapierichtlinien und Forschungsabstracts der ASCO-Jahreskongresse stehen Betroffenen zur Verfügung. Insgesamt bezweckt www.plwc.org, den Dialog zwischen den Patienten und ihren behandelnden Ärzten zu erleichtern.

(© Medical Tribune-Online Schweiz, AL)


Follow-up bei GIST-Patienten

Anhaltender Therapieeffekt

ORLANDO – Auch 15 Monate nach dem Beginn der Einnahme von Imatinib Mesylat hielt in einer Follow-up-Studie bei über 60 % der Patienten mit fortgeschrittenem gastrointestinalem Stromatumor (GIST) die Therapieresponse an. Das berichtete Dr. Margaret von Mehren, Fox Chase Cancer Center, Philadelphia, am 38. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology.

In der Phase-II-Studie, die Dr. von Mehren referierte, erhielten 147 Patienten mit inoperablem oder metastasiertem GIST einmal täglich entweder 400 oder 600 mg Imatinib Mesylat (Glivec®).

15 Monate nach Therapiebeginn war der Tumor bei 63 % der Patienten immer noch um mindestens die Hälfte kleiner als vor der Behandlung. Bei weiteren 20 % der Studienteilnehmer hatte sich die Erkrankung stabilisiert, 12 % hatten eine Tumorprogression erlitten.

Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Analyse noch über 80 % der Patienten am Leben. Das stellt gegenüber der Vergangenheit eine deutliche Verbesserung dar, wie die Expertin betonte. Zwischen den beiden Studiendosierungen zeigte sich hinsichtlich der Therapieantwort kein Unterschied.

Ernste Nebenwirkungen traten bei insgesamt 21 % der Patienten auf; unter anderem kam es zu Neutropenie (5 %), Tumoreinblutung oder gastrointestinaler Hämorrhagie (5 %), zu abdominellen Schmerzen (6 %) oder Ödemen (3 %).

(© Medical Tribune-Online Schweiz, KH)


 

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