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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Reports aus Atlanta vom 158. Jahreskongress der American Psychiatric Association (APA) 2005

 

 

 

 

26. Mai 2005

 

Aufmerksamkeitsdefizit-Störung bei Erwachsenen
Amerikaner erkennen ein Riesenproblem

ATLANTA - Neue Erkenntnisse über die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS, englisch ADHD) stiessen am APA-Jahreskongress 2005 auf sehr grosses Interesse. Ursprünglich gingen Pädiater und Kinderpsychiater davon aus, dass sich das ADS bei Kindern und Jugendlichen mit der Zeit immer auswächst. Doch jetzt füllen sich auch die Praxen von Erwachsenenpsychiatern mit ADS-Betroffenen, denn die Hypothese des Auswachsens hat sich als grundfalsch erwiesen.


ADHD ist eine lebenslange Störung mit riesigen sozialen und finanziellen Auswirkungen. In den USA wird die Diagnose ADHD bei 4,3% der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter gestellt, das sind insgesamt mehr als 8 Millionen Amerikaner. In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, dem Capturing America's Attention Survey, wurden jetzt 500 Erwachsene mit ADHD und 501 Kontrollpersonen befragt. Über die Ergebnisse berichtete Professor Dr. Joseph Biederman, Massachusetts General Hospital, Boston, USA, im Rahmen eines Posters (NR 289).

Die Resultate der Umfrage zeigen klar, dass ADHD-Betroffene den Schulabschluss wesentlich seltener schaffen als Nichtbetroffene. 17% haben keinen High-School-Abschluss (7% der Kontrollpersonen), nur 19% erreichten den College-Abschluss (25% der Kontrollen). Lediglich 52% der Erwachsenen mit ADHD hatten zum Befragungszeitpunkt eine Arbeitsstelle (Kontrollen 72%). Das durchschnittlich pro Person mit ADHD-Diagnose entgangene Einkommen belief sich aufgrund verschiedener Modellberechnungen auf 8 900 bis 15 400 Dollar pro Jahr.

© Medical Tribune-Online Schweiz, Alfred Lienhard


Wenn das Antidepressivum nur partiell wirkt
Mit Yoga nachhelfen

ATLANTA - Yoga-Kurse eignen sich als zusätzliche Hilfe, wenn trotz medikamentöser Depressionsbehandlung Residualsymptome zurückgeblieben sind. Dies berichtete Dr. Ian Cook, Department of Psychiatry, University of California Los Angeles, USA, am APA-Jahreskongress 2005.


25 ambulante Patienten (18 Frauen und 7 Männer), die wegen unipolarer Depression bereits seit mehr als 3 Monaten behandelt worden waren, aber weiterhin Residualsymptome aufwiesen, nahmen an einem achtwöchigen Yoga-Kurs teil (pro Woche 3 Lektionen von jeweils 90 Minuten Dauer). 11 Patienten beendeten das Yoga-Programm. Aussteiger verliessen das Programm in der Regel bereits während der ersten Woche. Offenbar sollte die Gestaltung des Yoga-Kurses sehr genau auf die Bedürfnisse depressiver Patienten abgestimmt werden, um eine möglichst gute Akzeptanz zu erreichen.

Der Hamilton-Depressions-Score (HAM-D) sank bei den 11 Patienten von durchschnittlich 12,4 auf 4,1 Punkte. Die durchschnittliche Abnahme von 8,3 Punkten war statistisch signifikant. Der Yoga-Kurs trug dazu bei, dass es bei 10 der 11 Patienten zur Remission der Depression kam (HAM-D unter 7 Punkte).

© Medical Tribune-Online Schweiz, Alfred Lienhard





 
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