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Overnight
Reports aus Atlanta vom 158.
Jahreskongress der American Psychiatric Association (APA) 2005
26.
Mai 2005
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Aufmerksamkeitsdefizit-Störung bei Erwachsenen
Amerikaner erkennen ein Riesenproblem
ATLANTA - Neue Erkenntnisse über die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung
(ADS, englisch ADHD) stiessen am APA-Jahreskongress 2005 auf sehr grosses
Interesse. Ursprünglich gingen Pädiater und Kinderpsychiater davon
aus, dass sich das ADS bei Kindern und Jugendlichen mit der Zeit immer auswächst.
Doch jetzt füllen sich auch die Praxen von Erwachsenenpsychiatern mit ADS-Betroffenen,
denn die Hypothese des Auswachsens hat sich als grundfalsch erwiesen.
ADHD ist eine lebenslange Störung mit riesigen sozialen und finanziellen
Auswirkungen. In den USA wird die Diagnose ADHD bei 4,3% der Erwachsenen im
erwerbsfähigen Alter gestellt, das sind insgesamt mehr als 8 Millionen
Amerikaner. In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, dem Capturing
America's Attention Survey, wurden jetzt 500 Erwachsene mit ADHD und 501 Kontrollpersonen
befragt. Über die Ergebnisse berichtete Professor Dr. Joseph Biederman,
Massachusetts General Hospital, Boston, USA, im Rahmen eines Posters (NR 289).
Die Resultate der Umfrage zeigen klar, dass ADHD-Betroffene den Schulabschluss
wesentlich seltener schaffen als Nichtbetroffene. 17% haben keinen High-School-Abschluss
(7% der Kontrollpersonen), nur 19% erreichten den College-Abschluss (25% der
Kontrollen). Lediglich 52% der Erwachsenen mit ADHD hatten zum Befragungszeitpunkt
eine Arbeitsstelle (Kontrollen 72%). Das durchschnittlich pro Person mit ADHD-Diagnose
entgangene Einkommen belief sich aufgrund verschiedener Modellberechnungen auf
8 900 bis 15 400 Dollar pro Jahr.
©
Medical Tribune-Online Schweiz, Alfred Lienhard
Wenn
das Antidepressivum nur partiell wirkt
Mit Yoga nachhelfen
ATLANTA - Yoga-Kurse eignen sich als zusätzliche Hilfe, wenn trotz medikamentöser
Depressionsbehandlung Residualsymptome zurückgeblieben sind. Dies berichtete
Dr. Ian Cook, Department of Psychiatry, University of California Los Angeles,
USA, am APA-Jahreskongress 2005.
25 ambulante Patienten (18 Frauen und 7 Männer), die wegen unipolarer Depression
bereits seit mehr als 3 Monaten behandelt worden waren, aber weiterhin Residualsymptome
aufwiesen, nahmen an einem achtwöchigen Yoga-Kurs teil (pro Woche 3 Lektionen
von jeweils 90 Minuten Dauer). 11 Patienten beendeten das Yoga-Programm. Aussteiger
verliessen das Programm in der Regel bereits während der ersten Woche.
Offenbar sollte die Gestaltung des Yoga-Kurses sehr genau auf die Bedürfnisse
depressiver Patienten abgestimmt werden, um eine möglichst gute Akzeptanz
zu erreichen.
Der Hamilton-Depressions-Score (HAM-D) sank bei den 11 Patienten von durchschnittlich
12,4 auf 4,1 Punkte. Die durchschnittliche Abnahme von 8,3 Punkten war statistisch
signifikant. Der Yoga-Kurs trug dazu bei, dass es bei 10 der 11 Patienten zur
Remission der Depression kam (HAM-D unter 7 Punkte).
©
Medical Tribune-Online Schweiz, Alfred Lienhard
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