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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Reports aus San Diego von der 65. Jahrestagung der American Diabetes Association 2005

 

 

15.06.2005

 


Einfach aber wirkungsvoll Amputationen vermeiden
Dem Diabetiker auf die Füsse schauen

SAN DIEGO - Fusskomplikationen sind ein gewaltiges Problem von Diabetikern, und ein zunehmendes in den Entwicklungsländern. In einer Pressekonferenz an der diesjährigen Jahresversammlung der American Diabetes Association wiesen Vertreter der IDF (International Diabetes Association) und der IWGDF (International Working Group on the Diabetic Foot) auf die dramatische Entwicklung hin.

Die Zahlen sind alarmierend: Alle 30 Sekunden erfolgt irgendwo auf der Welt eine diabetesbedingte Amputation, in den USA sind dies jährlich 82 000 Eingriffe. Und die Zahlen steigen aufgrund der weltweiten Zunahme des Diabetes weiter. Die meisten dieser Amputationen nehmen ihren Ausgang dabei von einem Ulkus, das etwa 15 % aller Diabetiker irgendwann im Krankheitsverlauf entwickeln.

Diese Läsionen sind mittlerweile der Hauptgrund für einen Klinikaufenthalt bei Patienten mit Diabetes, und ein immenser Kostenfaktor: In den westlichen Ländern werden für die Fussprobleme von Diabetikern 12 bis 15 % der gesamten Gesundheitskosten ausgegeben. In den Entwicklungsländern ist die Lage noch viel dramatischer. Dabei könnten 85 % der Amputationen durch eine gute Fusskontrolle, Blutzuckereinstellung und Schulung von Patienten und medizinischem Personal vermieden werden.

Das Wichtigste in der Prävention ist dabei die - leider häufig vernachlässigte - regelmässige Kontrolle der Diabetikerfüsse. "Lassen Sie Ihre Patienten Schuhe und Strümpfe ausziehen, und schauen Sie auf die Füsse", so Professor Dr. Andrew Boulton, Manchester.

Um Fusskomplikationen zu vermeiden, sollten - natürlich neben einer guten Blutzuckereinstellung - vor allem die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Regelmässige Inspektion von Füssen und Schuhen!
  • Schulung von Diabetikern und medizinischem Personal
  • Risikopatienten identifizieren (Schwellung von Fuss oder Knöchel, sehr kalte Füsse oder Beine, Schmerzen in den Beinen in Ruhe oder beim Laufen, offene Wunden jeder Grösse, nicht heilende Wunden, fehlendes Haarwachstum auf dem Fuss)
  • Geeignetes Schuhwerk, möglichst nicht barfuss laufen!
  • Sofortige Behandlung sämtlicher Probleme (z.B. Pilzerkrankungen, eingewachsene Zehennägel)

© Medical Tribune-Online Schweiz, pg


Diabetes drückt auf die Hormone

SAN DIEGO - Diabetiker im Alter über 45 Jahre haben zweimal so häufig niedrige Testosteron-Spiegel wie Nicht-Diabetiker. Als häufigstes Symptom des Hypogonadismus wird sexuelle Dysfunktion angegeben.


Im Rahmen der "Hypogonadism in Males" (HIM)-Studie wurden insgesamt 2162 Männer im mittleren Lebensalter von 60,5 Jahren auf niedrige Testosteron-Werte und Diabetes untersucht. Der Hypogonadismus war definiert als ein Gesamt-Testosteron von unter 300 ng/dl.

Bei 38,7% der Männer (n = 836) fanden sich niedrige Testosteron-Spiegel. 23% ( n = 495) der Untersuchten hatten Diabetes. 50% der Diabetiker in dieser Studie wiesen einen Hypogonadismus auf. Von den 836 Männern mit Hypogonadismus erhielten 756 keine Hormon-Ersatz-Therapie.

Wie die Prüfer anhand dieser Daten errechneten, haben Diabetiker ein 2,09fach erhöhtes Risiko für Hypogonadismus, verglichen mit Nicht-Diabetikern.

Mehr als die Hälfte derjenigen Männer der HIM-Studie mit Diabetes und niedrigem Testosteron-Spiegel berichteten, sexuelle Dysfunktion sei das vornehmliche Symptom.

Einer erst kürzlich publizierten Untersuchung einer Arbeitsgruppe aus Boston zufolge zeigt sich bereits bei Männern mit Insulin-Resistenz eine deutliche Reduktion der Testosteron-Spiegel [Pitteloud et al., 2005]. Die Endokrinologen kommen aufgrund ihrer Untersuchungen zu der Schlussfolgerung, dass bei Insulin-Resistenz die Testosteron-Sekretion in den Leydig-Zellen nachlässt.

© Medical Tribune-Online Schweiz, BR

 

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