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Overnight
Reports aus San Diego von der 65. Jahrestagung der American Diabetes
Association 2005
15.06.2005
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Einfach
aber wirkungsvoll Amputationen vermeiden
Dem Diabetiker auf die Füsse schauen
SAN DIEGO - Fusskomplikationen sind ein gewaltiges Problem von Diabetikern,
und ein zunehmendes in den Entwicklungsländern. In einer Pressekonferenz
an der diesjährigen Jahresversammlung der American Diabetes Association
wiesen Vertreter der IDF (International Diabetes Association) und der IWGDF
(International Working Group on the Diabetic Foot) auf die dramatische Entwicklung
hin.
Die Zahlen sind
alarmierend: Alle 30 Sekunden erfolgt irgendwo auf der Welt eine diabetesbedingte
Amputation, in den USA sind dies jährlich 82 000 Eingriffe. Und die Zahlen
steigen aufgrund der weltweiten Zunahme des Diabetes weiter. Die meisten dieser
Amputationen nehmen ihren Ausgang dabei von einem Ulkus, das etwa 15 % aller
Diabetiker irgendwann im Krankheitsverlauf entwickeln.
Diese Läsionen
sind mittlerweile der Hauptgrund für einen Klinikaufenthalt bei Patienten
mit Diabetes, und ein immenser Kostenfaktor: In den westlichen Ländern
werden für die Fussprobleme von Diabetikern 12 bis 15 % der gesamten Gesundheitskosten
ausgegeben. In den Entwicklungsländern ist die Lage noch viel dramatischer.
Dabei könnten 85 % der Amputationen durch eine gute Fusskontrolle, Blutzuckereinstellung
und Schulung von Patienten und medizinischem Personal vermieden werden.
Das Wichtigste
in der Prävention ist dabei die - leider häufig vernachlässigte
- regelmässige Kontrolle der Diabetikerfüsse. "Lassen Sie Ihre
Patienten Schuhe und Strümpfe ausziehen, und schauen Sie auf die Füsse",
so Professor Dr. Andrew Boulton, Manchester.
Um Fusskomplikationen zu vermeiden, sollten - natürlich neben einer guten
Blutzuckereinstellung - vor allem die folgenden Punkte beachtet werden:
- Regelmässige
Inspektion von Füssen und Schuhen!
- Schulung von
Diabetikern und medizinischem Personal
- Risikopatienten
identifizieren (Schwellung von Fuss oder Knöchel, sehr kalte Füsse
oder Beine, Schmerzen in den Beinen in Ruhe oder beim Laufen, offene Wunden
jeder Grösse, nicht heilende Wunden, fehlendes Haarwachstum auf dem Fuss)
- Geeignetes Schuhwerk,
möglichst nicht barfuss laufen!
- Sofortige Behandlung
sämtlicher Probleme (z.B. Pilzerkrankungen, eingewachsene Zehennägel)
©
Medical Tribune-Online Schweiz, pg
Diabetes
drückt auf die Hormone
SAN DIEGO - Diabetiker im Alter über 45 Jahre haben zweimal so häufig
niedrige Testosteron-Spiegel wie Nicht-Diabetiker. Als häufigstes Symptom
des Hypogonadismus wird sexuelle Dysfunktion angegeben.
Im Rahmen der "Hypogonadism in Males" (HIM)-Studie wurden insgesamt
2162 Männer im mittleren Lebensalter von 60,5 Jahren auf niedrige Testosteron-Werte
und Diabetes untersucht. Der Hypogonadismus war definiert als ein Gesamt-Testosteron
von unter 300 ng/dl.
Bei 38,7% der Männer (n = 836) fanden sich niedrige Testosteron-Spiegel.
23% ( n = 495) der Untersuchten hatten Diabetes. 50% der Diabetiker in dieser
Studie wiesen einen Hypogonadismus auf. Von den 836 Männern mit Hypogonadismus
erhielten 756 keine Hormon-Ersatz-Therapie.
Wie die Prüfer anhand dieser Daten errechneten, haben Diabetiker ein 2,09fach
erhöhtes Risiko für Hypogonadismus, verglichen mit Nicht-Diabetikern.
Mehr als die Hälfte derjenigen Männer der HIM-Studie mit Diabetes
und niedrigem Testosteron-Spiegel berichteten, sexuelle Dysfunktion sei das
vornehmliche Symptom.
Einer erst kürzlich publizierten Untersuchung einer Arbeitsgruppe aus Boston
zufolge zeigt sich bereits bei Männern mit Insulin-Resistenz eine deutliche
Reduktion der Testosteron-Spiegel [Pitteloud et al., 2005]. Die Endokrinologen
kommen aufgrund ihrer Untersuchungen zu der Schlussfolgerung, dass bei Insulin-Resistenz
die Testosteron-Sekretion in den Leydig-Zellen nachlässt.
©
Medical Tribune-Online Schweiz, BR
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