| Willkommen beim Jahrestreffen der American Diabetes Association, Orlando, 2004 |
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9.6.2004
Weniger Neuropathie nach intensiver Therapie
ORLANDO - Die intensive Kontrolle des Blutzuckers zahlt sich für Typ-1-Diabetiker Jahre später in einer reduzierten Komplikationsrate aus. Wie eine Folgeanalyse der "Diabetes Control and Complications Trial" (DCCT) ergab, entwickelten die jenigen Patienten, die während der sechsjährigen Studie einer intensiven Therapie unterzogen wurden, seltener eine Neuropathie als Patienten, die konventionell behandelt wurden.
Die meisten der 1441 Patienten der vor 20 Jahren initiierten DCCT-Studie nahmen auch an der Nachbeobachtung teil. Die Prüfer dieser Follow-up-Studie mit der Bezeichnung EDIC (Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications) referierten am ADA über die Resultate nach acht Jahren. Danach näherten sich die HbA1C-Werte der beiden Behandlungsgruppen über die Zeit an: von 7,2% am Ende der DCCT-Studie in der intensiv behandelten Gruppe auf heute 7.98 % und von 9 % in der konventionell behandelten Gruppe auf heute 7,94 %.
Trotz dieser Angleichung entwickelten die vormals intensiv behandelten Patienten zu einem Drittel seltener eine diabetische Neuropathie als die vormals konventionell Behandelten. Die gute, frühzeitig begonnene Blutzuckerkontrolle zahlt sich also langfristig aus, meinte Studien-Koordinatorin Dr. med. Catherine L. Martin aus Ann Arbor, selbst dann, wenn die Behandlung später weniger intensiv durchgeführt wird.
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Risikomanagement mit Archimedes
ORLANDO - Mit einem interaktiven Computerprogramm, entwickelt von der Amerikanischen Diabetesgesellschaft, sollen Patienten mit manifestem Diabetes mellitus oder mit einem erhöhten Risiko für die Erkrankung, ihre Risikofaktoren besser kontrollieren können.
Mit Hilfe der web-basierten Technologie können die Patienten ihre persönlichen Gesundheitsparameter wie Alter, Geschlecht, Grösse, Gewicht, Familienanamnese, ethnische Zugehörigkeit, Medikamente und eine Reihe von Blutwerten eingeben und erhalten ihr individuelles Risikoprofil. Dabei gibt das Programm auch genaue Empfehlungen, wie das Risiko reduziert werden kann, z.B. durch Gewichtsabnahme, Blutdruck- oder Cholesterinsenkung.
Der "Diabetes Personal Health Decisions Tool", kurz "Diabetes PHD", soll sowohl Patienten als auch Ärzten helfen das Risiko für einen Diabetes mellitus und seine Komplikationen zu kalkulieren und so weit wie möglich zu reduzieren.
Die Anwendung wird von einem speziellen Simulationsprogramm, "Archimedes", unterstützt, das auf anatomischen und physiologischen Daten beruht.
"Einen Patienten mit einer chronischen Krankheit wie Diabetes mellitus zu behandeln, ist sehr komplex. Archimedes integriert alle wichtigen Parameter, die für den Arzt wichtig sind und kann so helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen," erläuterte Dr. David Eddy, der massgeblich bei der Entwicklung beteiligt war, auf dem diesjährigen Treffen der amerikanischen Diabetesgesellschaft. Das Programm wird demnächst auf der Webseite der ADA verfügbar sein.
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Insulinpulver verbessert Lebensqualität
ORLANDO - Neue Studienergebnisse zeigen, dass mit dem schnell wirksamen inhalierbaren Insulin in Pulverform (Exubera®) auch bei Langzeitanwendung eine gute glykämische Kontrolle aufrecht erhalten werden kann und dabei die Lungenfunktion nicht beeinflusst wird.
Gleich mehrere Studien, die an der 64. Jahresversammlung der Amerikanischen Diabetesgesellschaft vorgestellt wurden, unterstützen die guten Resultate. So zeigte eine Analyse von zwei "open-label"-Studien an insgesamt 627 Typ-2-Diabetikern, die jeweils ein Jahr dauerten, dass es bei Patienten, die zu ihrem normalen Therapieregime aus oralen Antidiabetika zusätzlich noch Insulin inhalierten, zu keiner klinischen Beeinträchtigung der Lungenfunktion kam. Die Blutzuckerkontrolle war in beiden Studienarmen, mit und ohne Insulin, gleich gut.
Auch über einen längeren Zeitraum von vier Jahren bleibt die Lungenfunktion, gemessen anhand der Werte für FEV1 und der DLCO, anscheinend erhalten, wie die Ergebnisse einer weiteren Studie an 209 Typ-1- und -2-Diabetikern zeigen.
Dass auch eine bessere Lebensqualität mit dem Insulinpulver erreicht werden kann, ist das Ergebnis einer Studie an 423 Typ-2-Diabetikern, deren Blutzucker unter Monotherapie mit Sulfonylharnstoffen nicht ausreichend kontrolliert war. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten zusätzlich entweder Metformin oder inhalierbares Insulin. Hier profitierten vor allem die Patienten, die Insulin inhalierten und einen hohen HbA1c-Wert von über 9,5 % hatten. Ihr Blutzucker war wesentlich besser kontrolliert, als bei den Patienten, die Metformin erhielten.
Und ein weiteres positives Ergebnis: Die Insulinpatienten waren deutlich zufriedener mit ihrer Therapie, als die Patienten, die nur mit oralen Antidiabetika behandelt wurden. Nach den Ergebnissen könnte inhalierbares Insulin zu einer vielversprechenden zusätzlichen Behandlungmöglichkeit für Diabetiker werden, kommentierte die Studienleiterin Dr. Marcia Testa, Harvard School of Public Health, Boston, die Ergebnisse.
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8.6.2004
Diabetiker mit schwachem Herz - häufiger als man denkt
ORLANDO - Neben Hypertonie, Dyslipidämie und mikrovaskulären Veränderungen haben Typ-2-Diabetiker auch häufiger eine Herzinsuffizienz als ihre nichtdiabetischen Mitmenschen. Dieses Ergebnis einer retrospektiven Studie präsentierte eine Forschungsgruppe aus Portland auf einem Poster am diesjährigen Kongress der Amerikanischen Diabetesgesellschaft.
In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden 8086 Typ-2-Diabetiker und 8845 Patienten ohne Diabetes mellitus - alle ohne Zeichen einer Herzinsuffizienz - über einen Zeitraum von 72 Monaten verfolgt. Patienten mit einem Typ-2-Diabetes entwickelten während dieser sechs Jahre wesentlich häufiger eine Herzinsuffizienz als die Patienten der Kontrollgruppe: Die Inzidenzrate lag bei 30,9 vs. 12,4 Fälle pro 1000 Personenjahre. In einer multivariaten Analyse erwiesen sich neben dem Alter und einer ischämischen Herzerkrankung auch die schlechte Glykämiekontrolle, gemessen am HbA1c-Wert, und ein hoher BMI als wichtige Vorhersagewerte für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz.
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Neuropathische Schmerzen auch langfristig lindern
ORLANDO - Verschiedene randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte Studien konnten bereits zeigen, dass das Antikonvulsivum Pregabalin, eine Weiterentwicklung von Gabapentin, neuropathische Schmerzen bei Diabetes und postherpetischer Neuralgie signifikant senken kann. Nach den Ergebnissen einer klinischen "open-label" Studie, vorgestellt an der 64. Jahresversammlung der Amerikanischen Diabetesgesellschaft, kann diese Substanz auch langfristig die Patienten vom Schmerz befreien, und zwar ohne Dosisanpassung.
Die diabetische und die postherpetische Neuropathie sind die häufigsten Erkrankungen, die mit neuropathischen Schmerzen einhergehen. Diese Schmerzen sind in der Regel langanhaltend und so schwer, dass die Lebensqualität der Betroffenen massiv beeinträchtigt ist. Eine langfristige Behandlung ist oftmals notwendig.
Die Studiengruppe um Dr. Russel K. Portenoy, Beth Israel Medical Center, New York, verfolgte den Verlauf von 517 Patienten mit diabetischer oder postherpetischer Neuropathie, die bereits vorher im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie mit fixen Dosen von Pregabalin über einen Zeitraum von 12 Wochen behandelt worden waren. Die Therapie wurden dann mindestens über ein weiteres Jahr im Rahmen einer "open-label"-Studie fortgesetzt. Das Studiendesign erlaubte eine flexible Anpassung der Dosis, die zwischen 75 und 600 mg/die lag.
Im Verlauf des Jahres wurde der Schweregrad der Schmerzen alle drei Monate anhand der so genannten "visual analog scale" gemessen. Bei den meisten Patienten konnte die Schmerzlinderung während der gesamten Zeit erhalten bleiben. Eine signifikante Dosisanpassung musste dabei nicht vorgenommen werden und es gab keine Toleranzentwicklung.
Unerwünschte Wirkungen von Pregabalin sind eher leicht und äussern sich insbesondere in Schwindel, Somnolenz, Mundtrockenheit und verschwommenem Sehen.
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7.6.2004
Blutzuckersenkung hilft auch dem Gedächtnis auf die Sprünge
ORLANDO - Senkt man bei Typ-2-Diabetikern die Blutzuckerwerte, ist das nicht nur gut für den Stoffwechsel, sondern es verbessert auch die kognitiven Funktionen der Patienten, wie Professor Dr. Christopher Ryan, University of Pittsburgh School of Medicine, und Dr. Mark Strachan, Western General Hospital, Edinburgh, Schottland, am diesjährigen Treffen der Amerikanischen Diabetesgesellschaft berichteten.
Patienten mit Typ-2-Diabetes leiden doppelt so häufig wie Personen ohne Diabetes mellitus an einer kognitiven Funktionsstörung. Schuld daran sind wahrscheinlich auch hohe Blutzucker- und Insulinspiegel.
In einer randomisierten Doppelblindstudie behandelten die Forscher 142 Typ-2-Diabetiker zwischen 45 und 70 Jahren entweder mit einer Kombination aus Metformin und Glyburid (MET+GLY, n=72) oder Metformin plus Rosiglitazone (MET+RSG, n=69) über sechs Monate. Nach diesem Zeitraum konnte man unter beiden Therapieregimen eine ähnliche Blutzuckersenkung feststellen. In beiden Gruppen verbesserte sich auch die Gedächtnisleistung, gemessen anhand verschiedener Tests, signifikant. Einziger Unterschied: Patienten, die mit der Rosiglitazone-Variante behandelt wurden, hatten weniger Hypoglykämien (1,4 vs. 13,3, %), und auch die gastrointestinalen Nebenwirkungen waren weniger ausgeprägt (14,3 vs. 25,3 %).
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass eine verbesserte glykämische Kontrolle einen grossen Einfluss auf die Gedächtnisleistung von erwachsenen Typ-2-Diabetikern hat, so das Fazit von Prof. Ryan.
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Mit Eidechsenhormon gegen den Diabetes
ORLANDO - Mit Exenatide, dem ersten einer Reihe von neuen Medikamenten zur Behandlung des Typ-2-Diabetes, steht eine erfolgversprechende neue Substanz zur Verfügung, die nicht nur den Blutzucker sondern auch das Gewicht reduzieren kann und ausserdem die Funktion der Betazelle verbessert.
Als "sehr erfreulich" bezeichnete Professor Dr. Ralph DeFronzo, Leiter der Abteilung für Diabetes, University of Texas, Health Science Center, San Antonio, die Ergebnisse der randomisierten plazebokontrollierten Phase-3-Studie: 336 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit der maximalen Dosis von Metformin unzureichend behandelt waren, wurden randomisiert drei Gruppen zugeordnet: ein Drittel erhielt 5 (g, ein weiteres Drittel 10 (g Exenatide, das letzte Drittel Plazebo. Alle Substanzen wurden zweimal täglich subkutan injiziert. Nach der Studiendauer von 30 Wochen, hatten die Patienten unter Exenatide dosisabhängig Gewicht verloren und die Blutzuckerwerte waren signifikant reduziert, berichtete Prof. DeFronzo. Die Patienten, die 10 (g der neuen Substanz erhalten hatten, verloren durchschnittlich 6,3 Pfund an Gewicht, der HbA1c-Wert sank um 0,8 %. Häufigste unerwünschte Wirkung war eine leichte bis mittelschwere Nausea.
Exenatide gehört zu den Hormonen des Gastrointestinaltraktes, den sogenannten "incretin mimetics". Eines der Schlüsselhormonen die im menschlichen Darm synthetisiert werden, ist dabei das GLP-1 (glukagon like peptide), das die Insulinproduktion stimulieren kann, ohne dabei aber Hypoglykämien auszulösen. Es wird vermutet, dass die vom GLP-1 ausgehenden Signale die Proliferation der insulinproduzierenden Betazellen im Pankreas regulieren können. Die neue Substanz Exenatide ist die synthetische Version von Exenedin-4, einem Hormon aus dem Speichel einer speziellen Eidechsenart, das dem menschlichen GLP-1-Hormon sehr ähnlich ist. Das Besondere an diesem Tier: Es nimmt nur viermal im Jahr Nahrung auf, die übrige Zeit wird das Pankreas ausgeschaltet. Bei erneuter Nahrungsaufnahme setzt dann die Sekretion von Exenedin-4 die Bauchspeicheldrüse wieder in Gang.
Sollte sich herausstellen, dass Exenatide nicht nur im Tierversuch, sondern auch beim Menschen die Produktion neuer Betazellen induzieren kann, so wird das weitreichende Auswirkungen auf die Behandlung sowohl von Typ-1- als auch von Typ-2-Diabetikern haben, meinte Prof. DeFronzo abschliessend.
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6.6.2004
Diabetiker: tief einatmen
ORLANDO - Vorbei sind die Zeiten, da Diabetiker aus der Haut fahren, weil ihnen der Stich unter die Haut droht. Jetzt können die Patienten tief einatmen - Insulin nämlich. Ob als Trockenpulver oder in flüssiger Formulierung, Insulin, das die Lungenschleimhaut passiert und in die Alveolen gelangt, senkt zuverlässig den Blutzucker. Das zumindest wurde in verschiedenen klinischen Studien zwischenzeitlich belegt.
Wie Dr. med. Jay S. Skyler, Miami, am diesjährigen ADA erklärte, gelangen 10 bis 30 % einer inhalierten Dosis von Insulin-Ärosol (je nach Applikationssystem) in die Zirkulation. Da die Alveolar-Mukosa aus nur einer Zellschicht besteht, wird das Hormon ähnlich rasch bioverfügbar wie traditionell subkutan applizierte, schnellwirkende Insulin-Analoga.
Von den mittlerweile über einen Zeitraum von vier Jahren mit inhaliertem Insulin (Exubera) behandelten Patienten wissen die Spezialisten, dass die Blutzuckerkontrolle bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern uneingeschränkt und ohne Dosissteigerung aufrechterhalten werden kann. Die Nebenwirkungen werden als minimal bezeichnet. Laut Dr. Skyler wird die Lungenfunktion der Patienten nicht beeinträchtigt. Die Hypoglykämierate unterscheide sich nicht von der unter subkutan appliziertem Insulin.
Die während der Behandlung entstehenden Antikörper (vom Typ Immunglobulin G) haben keinen Einfluss auf die Blutzuckerkontrolle oder auf die Insulinwirkung. Ihre Konzentration ist nach bisherigen Erkenntnissen gleichbleibend und nicht progressiv. "Das Antikörper-Problem ist trivial", resumierte der Referent. Dr. Skylers Zukunftsvision für Patienten mit schwer kontrollierbarem Typ-2-Diabetes: die nadelstichfreie Kombinationstherapie mit oralen Antidiabetika und inhaliertem oder vielleicht sogar transdermal appliziertem Insulin.
Quelle: ADA 2004, Orlando, 3. bis 8. Juni 2004. Symposium: "Improving Glucose Controll: Breathing New Life Into Therapy for People with Diabetes." Sponsor: Ochsner Clinic Foundation; unterstützt von Pfizer und Aventis.
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Diabetes macht blind - nicht nur Patienten
ORLANDO - Diabetes macht blind. Offenbar allerdings nicht nur die Patienten. Wie vier verschiedene am ADA in Orlando vorgestellte Erhebungen zeigen, sind viele Ärzte blind für Hypertonie und Dyslipidämie bei ihren Typ-2-Diabetikern.
"Das Diabetes-Management erfordert gleichermassen die Kontrolle des Blutzuckers, des Cholesterins, des Blutdrucks und anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren", betonte der Präsident der American Diabetes Association (ADA). Professor Eugene J. Barrett weiter: "Ärzte in aller Welt und ihre Patienten versäumen es, die längst bewiesenen Zusammenhänge zu berücksichtigen - bekanntlich sterben zwei von drei Diabetes-Patienten an Herzkrankheit und Schlaganfall."
Barrett bezog seine Äusserungen auf am ADA vorgestellte Berichte, nach denen lediglich 37 % aller Diabetiker richtliniengemässe LDL-Cholesterin-Werte unter 100 mg/dl erreichen. Nahezu die Hälfte aller Diabetiker weist eine unbehandelte respektive nicht adäquat eingestellte Hypertonie auf. Bei Zuckerkranken mit Nephropathie sind es gar drei Viertel der Patienten, deren Bluthochdruck ungenügend gesenkt ist. Die Prävalenz der unkontrollierten Hypertonie war in der breitangelegten Erhebung von Professor Janet McGill aus St. Louis signifikant höher bei Typ-2-Diabetikern als bei Stoffwechselgesunden.
Professor Barrett bezeichnete es als unhaltbar, dass - wie ein weiterer Bericht (AUDIT) zeigt - die meisten Diabetes-Spezialisten weltweit die Zuckerkrankheit nicht als "koronar-äquivalent" betrachten. Dementsprechend bleiben kardiovaskuläre Risikofaktoren, wie Hypertonie und Hypercholesterinämie, im Rahmen der Diabetes-Behandlung weitgehend unbeachtet - trotz aller Anstrengungen und Aufklärungs-Kampagnen von seiten der Fachgesellschaften und Organisationen.
Die weltweite Studie mit der Bezeichnung AUDIT war mit dem Ziel gestartet worden, ein Paradox zu erklären, wie Professor Lawrence Leiter aus Toronto erklärte. Die Tatsache nämlich, dass nur eine Minderheit von Patienten gesunde Lipidwerte erreicht, obwohl mit grossen klinischen Studien der kardiovaskuläre Nutzen einer (aggressiven) Lipidsenkung bei Diabetikern eindeutig dokumentiert worden ist.
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