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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Reports aus San Diego vom 69. Jahreskongress des American College of Rheumatology (ACR) 2005

 

17.11.2005

 

Risikofaktor rheumatoide Arthritis
ASS nicht vergessen!


SAN DIEGO - Patienten mit rheumatoider Arthritis haben ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Die im Rahmen der Arthritis vorliegende Entzündung stellt einen wichtigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar. Dennoch nehmen zu wenige Patienten mit rheumatoider Arthritis prophylaktisch niedrigdosierte Acetylsalicylsäure ein, ergab eine am 69. Jahreskongress des American College of Rheumatology vorgestellte Studie.


Für Patienten mit erhöhtem Risiko für ein Myokardinfarkt wird eine niedrigdosierte medikamentöse Prophylaxe mit Acetylsalicylsäure empfohlen, erinnerte Dr. Christopher Colglazier, Rheumatologe aus Kentucky.
Dr. Colglazier und Kollegen untersuchten über einen Zeitraum von drei Jahren Daten von 14114 Patienten mit rheumatoider Arthritis.

Trotz eines 1,7 fach erhöhen Herzinfarktrisikos nahmen nur 18,4% der RA-Patienten eine ASS-Prophylaxe ein, ein geringerer Prozentsatz als Patienten ohne entzündliche rheumatische Erkrankung. Als Kontrollgruppe dienten Patienten (n=4009) mit nicht-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, etwa Arthrose. In dieser Gruppe hatte ein Viertel der Patienten eine niedrigdosierte ASS-Prophylaxe.

"Primärversorger sollten die kardiovaskulären Risiken einer rheumatoiden Arthritis im Auge behalten", so der amerikanische Rheumatologe.

© Medical Tribune-Online Schweiz, Dr. med. Anka Stegmeier-Petroianu



Lymphomtherapie gegen therapierefraktäre rheumatoide Arthritis

SAN DIEGO - Für Patienten mit rheumatoider Arthritis, die auf eine Therapie mit einem TNF-alpha-Blocker nicht oder nicht ausreichend ansprechen, gibt es eine neue Therapieoption. Der monoklonale Antikörper Rituximab ist gegen das CD20-Antigen auf B-Lymphozyten gerichtet. Das CD20-Antigen spielt eine wichtige Rolle bei der Aktivierung und Proliferation der B-Lymphozyten.


Dr. Stanley B. Cohen, Texas, stellte am 69. Jahrestreffen des American College of Rheumatology die REFLEX-Studie vor, eine Phase-III-Studie, in der RA-Patienten zusätzlich zu ihrer Methotrexat-Therapie den Antikörper oder Plazebo erhielten. Die Studie schloss 520 Patienten mit rheumatoider Arthritis ein, die auf eine Therapie mit einem Biological (Etnercept, Adalimumab oder Infliximab) plus Methotrexat unzureichend angesprochen hatten.

Die Therapie bestand aus Kortikosteroiden plus 1000 mg Rituximab intravenös am Tag 1 und 15 oder Plazebo.
Primärer Endpunkt war das Ansprechen gemäss der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR 20) nach 24 Wochen. Ein Therapieerfolg war unter der Kombination von Rituximab und Methotrexat nachweisbar:
Den ACR-20 erreichte die Hälfte der Patienten unter Rituximab und 18% der Patienten unter Plazebo. In der Verum-Gruppe erreichten 27% der Patienten den ACR-50 im Vergleich zu 5% unter Plazebo.

80% der Patienten hatten einen positiven Rheumafaktor, aber -entgegen Berichten aus dem letzten Jahr- scheinen auch Patienten mit negativem Rheumafaktor anzusprechen, so der Experte.

© Medical Tribune-Online Schweiz, Dr. med. Anka Stegmeier-Petroianu


Fibromyalgie
Antidepressivum gegen Schmerzen & Fatigue

SAN DIEGO - Der duale Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin ist bei Patientinnen mit Fibromyalgiesyndrom analgetisch wirksam, berichtete Dr. Lesley M. Arnold, Universität Cincinnati, am 69. Jahreskongress des American College of Rheumatology.


In zwei randomisierten Doppelblindstudien über 12 Wochen war eine Behandlung der Fibromyalgie mit Duloxetin, gemessen an Scores im Fibromyalgia Impact Questionnaire, signifikant wirksamer als Plazebo, unabhängig davon, ob die Fibromyalgie-Patientinnen Kriterien einer Depression erfüllten oder nicht.

In der ersten Studie wurde bei jeweils 92 Patientinnen das Antidepressivum in einer Dosierung von 60 mg am Tag mit Plazebo verglichen. In der zweiten Studie mit insgesamt 354 Patientinnen wurde Duloxetin in zwei Dosierungen (60 mg einmal täglich und 60 mg zweimal täglich) im Vergleich zu Plazebo untersucht.

Sowohl Werte im Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ) als auch die Schmerzscores verbesserten sich nach 12 Wochen Therapie mit Duloxetin signifikant. Insgesamt konnte bei 30-40% der Patientinnen eine 50% ige Besserung der Schmerzen erzielt werden. Eine Therapie mit 120 mg des Antidepressivums war aber nicht wirksamer als die 60 mg Dosis.

Die Wirkung auf den Parameter Schmerz fand unabhängig von einer Besserung der Stimmungslage statt. "Duloxetin ist eine sichere Alternative zu den bisher eingesetzten trizyklischen Antidepressiva", so Dr. Arnold.

© Medical Tribune-Online Schweiz, Dr. med. Anka Stegmeier-Petroianu


Gonarthrose
Widersprüchliche Datenlage für Chondroprotektiva

SAN DIEGO - Studien am 69. Jahreskongress des American College of Rheumatology untersuchen erneut die schmerzlindernden Eigenschaften zweier physiologischer Knorpelbausteine: Glukosamin und Chondroitin.


Die GAIT-Studie (The Glucosamine/Chondroitin Arthritis Intervention Trial) mit fast 1600 Gonarthrose-Patienten untersuchte die Wirksamkeit beider Substanzen bei Patienten, die seit mindestens sechs Monaten über Knieschmerzen klagten und deren Diagnose radiologisch gesichert war, im Vergleich zu einem Cyclooxygenase-2-Hemmer und Plazebo.

Die Patienten erhielten randomisiert entweder Glukosaminsulfat 500 mg dreimal täglich, Chondroitinsulfat 400 mg dreimal täglich, eine Kombination aus beiden Substanzen, Celecoxib 200 mg einmal täglich oder Plazebo. Zusätzlich war die Einnahme von bis zu vier Gramm Paracetamol täglich zugelassen.

Das Ergebnis der Studie: Nur die Kombination aus beiden Substanzen reduziert Knieschmerzen, und das auch nur in einer Subgruppenanalyse bei Patienten mit mittelschweren bis schweren Knieschmerzen.

Eine Abnahme der Knieschmerzen um 20 % nach 24 Wochen erreichten mit der Kombination 79,2 % der Patienten mit mittelschweren bis schweren Knieschmerzen. Unter Celecoxibtherapie besserten sich die Schmerzen in gleichem Ausmass bei etwa 70 % der Patienten, (Plazebo 54,3 %).

Studienleiter Dr. Daniel O. Clegg, Universität Utah, Salt Lake City, kommentierte die Ergebnisse: "Für Patienten mit nur leichten Knieschmerzen konnten wir keinen Benefit der chondroprotektiven Substanzen nachweisen. Bei mittelschweren bis schweren Knieschmerzen müssen weitere, auf dieses Patientenkollektiv angelegte Studien die Wirksamkeit der Kombination aus Glukosamin und Chondroitin belegen." Unter Celecoxib- und der Kombinationstherapie griffen weniger Patienten auf eine Therapie mit Paracetamol zurück.

Bessere Analgesie als Paracetamol
In der europäischen, über sechs Monate angelegten GUIDE-Studie (Glucosamine Unum In Die Efficacy) reduzierte eine Therapie mit 1500 mg Glukosaminsulfat täglich Knieschmerzen effektiver als 1000 mg Paracetamol dreimal täglich oder Plazebo, berichtete Studienleiter Dr. Gabriel Herrero Beaumont, Madrid.

An dieser Studie hatten 318 Patienten mit symptomatischer Gonarthrose teilgenommen. Ein Ansprechen auf die Therapie zeigte sich nach sechs Monaten bei 40 % der Patienten unter Glukosamin (n= 106) im Vergleich zu 33,3 % unter Paracetamol (n=108) und 21,2 % unter Plazebo (n=104). Derzeit wird Paracetamol bei Gonarthrose als Analgetikum der ersten Wahl in den internationalen Leitlinien empfohlen. "Glukosamin ist wirksamer als Paracetamol, aber eine gute Analgesie kann erst zwei bis drei Monaten nach der Therapie erwartet werden", so Dr. Beaumont.

© Medical Tribune-Online Schweiz, Dr. med. Anka Stegmeier-Petroianu

 

>>>ACR-Berichte vom 15.11.2005

>>>ACR-Berichte vom 16.11.2005

 

 





 
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