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30.10.2003
Neues
Therapieprinzip bei der Rheumatoiden Arthritis:
Immunzellen
gezielt deaktivieren
ORLANDO
– Eine neuer Immunmodulator scheint vielversprechend in der Therapie der
schweren Rheumatoiden Arthritis zu sein. Das bereits in der Psoriasisbehandlung
zugelassene Fusionsprotein Alefacept verhindert die Interaktion
zwischen Antigen-präsentierender Zelle und T-Zelle, indem es
an CD2-Rezeptoren an der Oberfläche der T-Zellen bindet. Das Besondere
an der Substanz: Sie zielt direkt auf die pathogene T-Zell-Subpopulation
von Memory-Zellen, während "naive", noch nicht aktivierte
T- Zellen unbehelligt bleiben und damit die natürliche Immunabwehr
erhalten bleibt.
| Eine
Studie zum Einsatz der Substanz bei Patienten mit rheumatoider Arthritis
stellte Professor Matthias Schneider von der Universitätsklinik
Düsseldorf am Jahreskongress des American College of Rheumatology
vor. Doppelblind
wurden 36 Patienten mit schwerer rheumatoider Arthritis zu einer Therapie
mit Alefacept in zwei Dosierungen (3.75 mg oder 7.5 mg) oder in eine
Plazebogruppe (n=12) randomisiert. |
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Prof.
Schneider am ACR 2003 |
Neben der
Basismedikation Methotrexat wurde bei insgesamt 24 Patienten das Fusionsprotein
einmal wöchentlich über 12 Wochen intravenös appliziert.
Zusätzlich waren in allen Gruppen NSAR und niedrig dosierte Kortikosteroide
zugelassen.
Die Krankheitsaktivität
wurde nach den Kriterien des American College of Rheumatology erfasst:
So war beispielsweise nach einer Beobachtungszeit von 14 Wochen (von insgesamt
24 Wochen) war die klinische Erfolgsquote ACR-20 unter der Therapie mit
3.7 5mg Alefacept von 33 % der Patienten erreicht worden. Unter 7.5 mg
des Fusionshemmers wurde bei 42 % der Patienten die Funktionsverbesserung
um 20 % gegenüber dem Ausgangswert erreicht. Unter Plazebo erreichten
nur 8 % der Patienten den ACR-20.
So folgert
denn auch Prof. Schneider, dass "eine 12-wöchige Alefacept-Therapie
eine anhaltende Besserung der Symptome über mindestens weitere drei
Monate bringt".
Dr.
med. Anka Stegmeier-Petroianu
Ist
es Rheumatoide Arthritis?
Serologischer
Marker erlaubt Frühdiagnose
ORLANDO
– Neue, gegen die Zytokinkaskade der rheumatoiden Arthritis gerichtete
Therapien verbessern die Lebensqualität der Patienten und vermindern
den Grad der Behinderung. Um so wichtiger ist es, die Diagnose früh
zu stellen. Das scheint jetzt mit Hilfe eines Antikörpers möglich,
berichtet Dr. Floris A. van Gaalen, Universitätsklinik Leiden, am
Jahreskongress des American College of Rheumatology.
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Zum
Arsenal der Labordiagnostik bei rheumatoider Arthritis gehören
jetzt Autoantikörper gegen zitrullinierte Peptide. Sie sind
spezifischer als der Rheumafaktor und auch vor Symptombeginn nachweisbar.
Sie richten sich gegen zitrulliniertes Fibrin, das bei RA im Gelenk
gebildet wird. Der Nachweis dieser Antikörper könnte zu
einer Diagnose im Frühstadium einer RA herangezogen werden,
noch bevor die ACR-Kriterien erfüllt sind.
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Dr. Floris
A. van Gaalen am ACR 2003 |
Eine
Anti-CCP-Bestimmung wurde bei 318 Patienten mit unspezifischer, neu aufgetretener
Arthritis durchgeführt. Sie war bei 69 Patienten positiv und bei
249 Patienten negativ. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von
drei Jahren beobachtet und auf ACR-Kriterien für RA untersucht.
Exzellente
Sensitivität
Nach drei Jahren wurde bei 127 (40 %) Patienten eine Rheumatoide Arthritis
diagnostiziert. 97% der Patienten mit Antikörpern gegen zitrulliniertes
Peptid hatten die Diagnosekriterien für RA erfüllt. Auch in
der negativen Anti-CCP-Gruppe hatten 25 % eine RA entwickelt. Ein positiver
Anti-CCP-Test hat einen hohen prädiktiven Wert (93%) für eine
Rheumatoide Arthritis, folgert Dr. van Gaalen.
Weiterhin
liefern Anti-CCP Antikörper Hinweise auf einen möglicherweise
schwereren Verlauf der Erkrankung. Derzeit
laufen Studien, um festzustellen, ob dieser Marker geeignet ist, um diejenigen
Patienten zu identifizieren, die besonders von einer frühen Therapie
profitieren.
Dr. van Gaalen‘s
Take-home message an die Hausärzte: Mit einer Spezifität von
98 % ist dieser Test als Screening-Methode bei Arthritis geeignet.
Dr.
med. Anka Stegmeier-Petroianu
Kardiologie
beim Rheumakongress:
Was verbindet
Rheuma und Atherosklerose?
ORLANDO
- COX-2-Hemmer verdanken ihre Karriere einer guten Analgesie und Entzündungshemmung
bei guter Magenverträglichkeit. Jetzt soll, zumindest das lipophile
Celecoxib, auch auf Herz und Gefässe positiv wirken, indem es die
endotheliale Funktion verbessert. Das berichtet Dr. Frank Ruschitzka,
Kardiologe vom Universitätsspital Zürich, bei einem Pfizer-Symposium
im Rahmen des American College of Rheumatology.
Erst kürzlich
wurde gezeigt, dass Rheumatiker ein erhöhtes kardiovaskuläres
Risiko aufweisen. Ihr Herzinfarktrisiko ist doppelt so hoch wie das der
Normalbevölkerung. Rheumatoide Arthritis und KHK haben viel gemeinsam:
Entzündung scheint der gemeinsame Nenne, das kranke Endothel das
bindende Glied.
Herz profitiert
von Celecoxib
Das Isoenzym
Cyclooxygenase-2 wird erst bei einer endothelialen Dysfunktion im Blutgefäss
exprimiert. Patienten mit Atherosklerose könnten daher von einem
COX-2-Hemmer profitieren. Das ist das Ergebnis einer kleinen Studie.
14 Patienten
mit koronarer Herzkrankheit erhielten über zwei Wochen 200 mg zweimal
täglich des COX-2-Hemmers Celecoxib oder ein Plazebo.
Das hochsensitive
C-reaktive Protein wurde unter Celecoxib-Therapie signifikant gesenkt.
Das C-reaktive Protein, bisher lediglich als Marker des kardiovaskulären
Risikos eingestuft, scheint selbst das
KHK-Risiko zu erhöhen, erklärte Dr. Ruschitzka. Weitere Beobachtungen:
Die endotheliale Funktion, gemessen an der Fähigkeit zur Vasodilatation,
wurde ebenso verbessert.
"Kommen
Sie aber nicht auf die Idee, das ASS zu stoppen. Denn die fehlende Wirkung
des Celecoxib auf die COX-1-vermittelte Plättchenaggregation könnte
mit einem erhöhten thrombotischen Potential einhergehen", betonte
Dr. Ruschitzka.
Dr.
med. Anka Stegmeier-Petroianu
Doxycyclin
bei Gonarthrose
Antibiotikum
schont Knorpel
ORLANDO
– Doxycyclin soll möglicherweise über eine Hemmung des proteolytischen
Enzyms Kollagenase dem Abbau von Knorpel bei Gonarthrose entgegenwirken.
Das sind Ergebnisse von Professor Kenneth D. Brandt von der Universität
Indiana, vorgestellt am Jahreskongress des American College of Rheumatology.
431 adipöse
Frauen mit leichten Schmerzen einer Gonarthrose bekamen über 30 Monate
100 mg Doxycyclin zweimal täglich oder ein Plazebo verabreicht.
Kniegelenksspaltverschmälerungen
traten unter Doxycyclin zu 33 % weniger auf als unter Plazebo. Mit der
Substanz gelang es - über das Hinauszögern von radiologischen
Kniegelenksveränderungen hinaus - die Zeitspanne bis zu einer Verschlimmerung
der Knieschmerzen zu verlängern.
Dr.
med. Anka Stegmeier-Petroianu
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Beiträge vom ACR 2003 in der Übersicht
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