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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





 

Willkommen bei unserer Berichterstattung an der 53rd Annual Scientific Session of the American College of Cardiology (ACC), New Orleans 2004

 

 

 

9.3.2004

 

Wer gewinnt?

Amiodarone vs. implantierten Defis

NEW ORLEANS - Vor wenigen Tagen erst wurden nach 9 Jahren die Akten zum The Sudden Cardiac Death in Heart Failure Trial geschlossen. Sozusagen brühwarm präsentierte Dr. Gus H. Bardy, University of Washington Medical Center, die Ergebnisse am 53. Jahreskongress des American College of Cardiology.

 

Dr. Gus H. Bardy
Dr. Gus H. Bardy

 

 

Die Studie sollte herausbekommen, welchen Stellenwert Amiodarone im Vergleich zu einem implantierten einfachen Defibrillator (ICD) oder Plazebo hat. In die Studie wurden Herzinsuffiziente (NYHA II oder III) aufgenommen, die eine Auswurffraktion von <35 hatten.

Die Studie war "gepowert", zu 90 % zu erkennen, wenn es in einem der Arme zu einer 25%igen Verschlechterung kommen sollte. Die Leistungskapazität der Herzkranken wurde mittels 6minütigen Lauftest ermittelt.

Auch in dieser Studie waren die Frauen mit 23 % eine Minderheit. Im Schnitt waren die Studienteilnehmer 61 Jahre alt und hatten einen BD von 118/70 mmHg.

Patientengut bei Studienbeginn

Dauer der Herzinsuffizienz

24,5 Monate

NYHA II, III

70 % / 30 %

Ischämisch / nicht-ischämisch

52 % / 48 %

6-Minuten-Lauf

373 m

Diabetiker

30 %

Hyperlipidämie

30 %

Im Laufe der Jahre gab es bei der Medikation gewisse Änderungen: So sank der Anteil von ACE-Hemmen von 85 auf 72 %, Beta-Blocker nahmen von 69 auf 78 % zu, Spironolactone nahm von 19 auf 31 % zu, Aspirin mit 56/55 % und Schleifendiuretika mit 82/80 % blieben stabil, die Verordnung von Statinen nahm um 11 % auf 47 % zu.

Die Gesamtmortalität der 2521 Patienten betrug nach 60 Monaten Follow-up 36,1 %. Der Unterschied zwischen dem Amiodarone- und dem Plazeboarm war nur marginal (Harzard Ratio 1,06 und p<0,529), der Unterschied zum ICD-Arm jedoch deutlich (Harzard Ratio 0,77 mit p<0,007).

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die ICDs die Mortalität um 23 % senken, aber Amiodarone, die Überlebensrate nicht verbessert.

Pow


Mehr Ärztinnen in die Kardiologie

NEW ORLEANS – Die Kardiologie hat in den letzten Jahren nicht nur Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung betroffener Frauen gemacht, auch immer mehr Ärztinnen entschliessen sich, eine kardiologische Laufbahn einzuschlagen.

Dr. Linda Dawn Gillan, Hartford Dospital, Hartford (CT) und ihre Kollegen haben sich die Datenbank der amerikanischen Ärztekammer vorgenommen und geschaut, welche Jungmedizinerin sich in welcher Fachrichtung fortentwickelt. Zwischen 1992 und 2001 hat die Zahl der weiblichen Auszubildenden in der Kardiologie zwar um 59 % zugenommen, damit ist der Anteil der Frauen aber lediglich von 9,8 % auf 15,5  gestiegen.

"Die Hälfte der Medizinstudenten ist weiblich", sagte Dr. Gillan am 53. Jahreskongress des American College of Cardiology, "aber in der Kardiologie sind wir noch unterrepräsentiert." Und sie meint, dass die Frauen ja von anderen Disziplinen lernen können, wie z.B. von der Gynäkologie, wo die Frauenquote sehr viel höher ist.

Pow


PROVE IT liefert den Beweis

NEW ORLEANS - Patienten nach akutem Koronar-Ereignis sollten frühzeitig und dauerhaft aggressiv lipidsenkend mit einem Statin behandelt werden. Wie die am ACC vorgestellten Resultate der PROVE IT-Studie zeigen, profitieren die Patienten in klinischer Hinsicht signifikant mehr von einer intensiven Therapie mit hochdosiertem Atorvastatin (80 mg täglich) als von einer Richtlinien-gemässen Standardbehandlung mit Pravastatin (40 mg täglich).

Bei PROVE IT (Pravastatin or Atorvastatin Evaluation and Infection Therapy) handelt es sich um die erste direkte Vergleichsstudie zweier Statine bei Hochrisiko-Patienten. Insgesamt 4162 hospitalisierte Patienten mit stattgehabtem akutem Koronarsyndrom wurden innerhalb von zehn Tagen nach dem Ereignis für rund zwei Jahre entweder - intensiv lipidsenkend - mit Atorvastatin 80 mg behandelt oder -moderat und Richtlinien-gemäss - mit Pravastatin 40 mg täglich.   Professor Cannon
Professor Christopher P. Cannon stellte PROVE IT vor.

Die von Professor Christopher P. Cannon aus Boston vorgestellten Resultate lassen am signifikanten Nutzen der intensiven Behandlung keinen Zweifel. Unter Atorvastatin ergab sich eine Senkung des LDL-Cholesterins von 106 mg/dl (2.74 mmol/l) Ausgangswert auf 62 mg/dl (1.60 mmol/l). Für die Pravastatin-Gruppe wurde eine Senkung auf 95 mg/dl (2.46 mmol/l) dokumentiert. Diese intensive LDL-Cholesterin-Senkung durch Atorvastatin resultierte in einer Senkung des relativen Risikos für Gesamt-Mortalität, Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris, Revaskularisierung und Schlaganfall (= kombinierter primärer Endpunkt) um 16%, verglichen mit Pravastatin (p = 0.005).

Der Vorteil der LDL-Cholesterin-Senkung auf Werte unter die in den derzeit geltenden Therapie-Richtlinien aufgeführten Zielwerte zeigte sich bereits in den ersten 30 Tagen nach Studienbeginn. Der Effekt war zudem von Daür und liess sich während des im Mittel zweijährigen Follow-ups konsistent dokumentieren, wie Referent Cannon deutlich machte.

"Unsere Resultate sind ein Weckruf für jedermann mit Herzkrankheit und/oder erhöhten Cholesterin-Werten", betonte Cannon. "Die Hochdosis-Statin-Therapie sollte unmittelbar nach einem akuten Koronar-Ereignis initiiert und auf Dauer beibehalten werden", meinte der Referent abschliessend.

Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht ohne Auswirkungen auf die Therapierichtlinien bleiben werden. Besonders bei Hochrisiko-Patienten mit akuten Koronar-Syndromen sollten LDL-Zielwerte auf weit unter 100 mg/dl angestrebt werden, wie die Autoren der PROVE IT Studie in der zeitgleich mit der Präsentation am ACC erschienenen Online-Publikation des New England Journal of Medicine betonen.

BR

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