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Wer
gewinnt?
Amiodarone vs. implantierten Defis
NEW ORLEANS - Vor wenigen Tagen
erst wurden nach 9 Jahren die Akten zum The Sudden Cardiac Death
in Heart Failure Trial geschlossen. Sozusagen brühwarm
präsentierte Dr. Gus H. Bardy, University of Washington Medical
Center, die Ergebnisse am 53. Jahreskongress des American College
of Cardiology.
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Dr.
Gus H. Bardy
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Die Studie sollte herausbekommen, welchen
Stellenwert Amiodarone im Vergleich zu einem implantierten einfachen
Defibrillator (ICD) oder Plazebo hat. In die Studie wurden Herzinsuffiziente
(NYHA II oder III) aufgenommen, die eine Auswurffraktion von <35
hatten.
Die Studie war "gepowert",
zu 90 % zu erkennen, wenn es in einem der Arme zu einer 25%igen
Verschlechterung kommen sollte. Die Leistungskapazität der
Herzkranken wurde mittels 6minütigen Lauftest ermittelt.
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Auch in dieser Studie waren die Frauen mit
23 % eine Minderheit. Im Schnitt waren die Studienteilnehmer 61 Jahre
alt und hatten einen BD von 118/70 mmHg.
Patientengut bei Studienbeginn
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Dauer
der Herzinsuffizienz
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24,5
Monate
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NYHA
II, III
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70
% / 30 %
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Ischämisch
/ nicht-ischämisch
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52 %
/ 48 %
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6-Minuten-Lauf
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373 m
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Diabetiker
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30 %
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Hyperlipidämie
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30 %
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Im Laufe der Jahre gab es bei der Medikation
gewisse Änderungen: So sank der Anteil von ACE-Hemmen von 85 auf
72 %, Beta-Blocker nahmen von 69 auf 78 % zu, Spironolactone
nahm von 19 auf 31 % zu, Aspirin mit 56/55 % und Schleifendiuretika
mit 82/80 % blieben stabil, die Verordnung von Statinen nahm um 11 %
auf 47 % zu.
Die Gesamtmortalität der 2521 Patienten
betrug nach 60 Monaten Follow-up 36,1 %. Der Unterschied zwischen
dem Amiodarone- und dem Plazeboarm war nur marginal (Harzard Ratio 1,06
und p<0,529), der Unterschied zum ICD-Arm jedoch deutlich (Harzard
Ratio 0,77 mit p<0,007).
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die
ICDs die Mortalität um 23 % senken, aber Amiodarone, die Überlebensrate
nicht verbessert.
Pow
Mehr
Ärztinnen in die Kardiologie
NEW ORLEANS – Die Kardiologie hat in den
letzten Jahren nicht nur Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung
betroffener Frauen gemacht, auch immer mehr Ärztinnen entschliessen
sich, eine kardiologische Laufbahn einzuschlagen.
Dr. Linda Dawn Gillan, Hartford Dospital,
Hartford (CT) und ihre Kollegen haben sich die Datenbank der amerikanischen
Ärztekammer vorgenommen und geschaut, welche Jungmedizinerin sich
in welcher Fachrichtung fortentwickelt. Zwischen 1992 und 2001 hat die
Zahl der weiblichen Auszubildenden in der Kardiologie zwar um 59 %
zugenommen, damit ist der Anteil der Frauen aber lediglich von 9,8 %
auf 15,5 gestiegen.
"Die Hälfte der Medizinstudenten
ist weiblich", sagte Dr. Gillan am 53. Jahreskongress des American
College of Cardiology, "aber in der Kardiologie sind wir noch
unterrepräsentiert." Und sie meint, dass die Frauen ja von anderen
Disziplinen lernen können, wie z.B. von der Gynäkologie, wo
die Frauenquote sehr viel höher ist.
Pow
PROVE
IT liefert den Beweis
NEW ORLEANS
- Patienten nach akutem Koronar-Ereignis sollten frühzeitig und dauerhaft
aggressiv lipidsenkend mit einem Statin behandelt werden. Wie die am ACC
vorgestellten Resultate der PROVE IT-Studie zeigen, profitieren die
Patienten in klinischer Hinsicht signifikant mehr von einer intensiven
Therapie mit hochdosiertem Atorvastatin (80 mg täglich) als von einer
Richtlinien-gemässen Standardbehandlung mit Pravastatin (40 mg täglich).
| Bei
PROVE IT (Pravastatin or Atorvastatin Evaluation and Infection Therapy)
handelt es sich um die erste direkte Vergleichsstudie zweier Statine
bei Hochrisiko-Patienten. Insgesamt 4162 hospitalisierte Patienten
mit stattgehabtem akutem Koronarsyndrom wurden innerhalb von zehn
Tagen nach dem Ereignis für rund zwei Jahre entweder - intensiv
lipidsenkend - mit Atorvastatin 80 mg behandelt oder -moderat und
Richtlinien-gemäss - mit Pravastatin 40 mg täglich. |
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Professor
Christopher P. Cannon stellte PROVE IT vor. |
Die von Professor
Christopher P. Cannon aus Boston vorgestellten Resultate lassen am
signifikanten Nutzen der intensiven Behandlung keinen Zweifel. Unter Atorvastatin
ergab sich eine Senkung des LDL-Cholesterins von 106 mg/dl (2.74 mmol/l)
Ausgangswert auf 62 mg/dl (1.60 mmol/l). Für die Pravastatin-Gruppe
wurde eine Senkung auf 95 mg/dl (2.46 mmol/l) dokumentiert. Diese intensive
LDL-Cholesterin-Senkung durch Atorvastatin resultierte in einer Senkung
des relativen Risikos für Gesamt-Mortalität, Myokardinfarkt,
instabile Angina pectoris, Revaskularisierung und Schlaganfall (= kombinierter
primärer Endpunkt) um 16%, verglichen mit Pravastatin (p = 0.005).
Der Vorteil
der LDL-Cholesterin-Senkung auf Werte unter die in den derzeit geltenden
Therapie-Richtlinien aufgeführten Zielwerte zeigte sich bereits in
den ersten 30 Tagen nach Studienbeginn. Der Effekt war zudem von Daür
und liess sich während des im Mittel zweijährigen Follow-ups
konsistent dokumentieren, wie Referent Cannon deutlich machte.
"Unsere Resultate
sind ein Weckruf für jedermann mit Herzkrankheit und/oder erhöhten
Cholesterin-Werten", betonte Cannon. "Die Hochdosis-Statin-Therapie sollte
unmittelbar nach einem akuten Koronar-Ereignis initiiert und auf Dauer
beibehalten werden", meinte der Referent abschliessend.
Es ist zu
erwarten, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht ohne Auswirkungen auf
die Therapierichtlinien bleiben werden. Besonders bei Hochrisiko-Patienten
mit akuten Koronar-Syndromen sollten LDL-Zielwerte auf weit unter 100
mg/dl angestrebt werden, wie die Autoren der PROVE IT Studie in der zeitgleich
mit der Präsentation am ACC erschienenen Online-Publikation des New
England Journal of Medicine betonen.
BR
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