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Ezetimibe-Studie mit 3000 Patienten
LDL in den Griff bekommen
NEW ORLEANS - Die grösste Studie,
die je mit Ezetimibe durchgeführt worden ist, stellte Professor Dr.
Thomas Pearson, University of Rochester Medical School, am 53. Jahreskongress
des American College of Cardiology vor. Die Kombination von Ezetimibe
mit einer stabilen Statinmedikation senkte das LDL-Cholesterin um weitere
26 %.
"Aus verschiedenen Gründen schaffen
es manche Patienten nicht, unter einer Statin-Monotherapie, die emfohlenen
LDL-Zielwerte zu erreichen," sagte Prof. Pearson. "Mit unseren Ergebnissen
bietet sich dem behandelnden Arzt eine Möglichkeit, die LDL-Zielwerte
tatsächlich zu erreichen," so der Studienleiter des EASE-Trails (Ezetimibe
Add-On Statin of Effectiveness). Mit der Kombination von Statin und Ezetimibe
gelingt die duale Inhibition zweier Cholesterin-Quellen: der Leber und
des Dünndarms.
Die Untersuchung lief über 6 Wochen,
war randomisiert und multizentrisch. Aufgenommen wurden 3030 Patienten
mit LDL-Cholesterinwerten, die über den amerikanischen NCEP ATP III
- Richtlinien lagen, nämlich zwischen 123 und 167 mg/dl (3,2
bis 4,3 mmol/l). Als Statine wurden die bekannten Lipidsenker wie Atorvastatin,
Simvastatin, Pravastatin und andere verordnet. 62 % der Studienteilnehmer
erhielten ihr Statin in normaler Dosierung. Viele Patienten litten unter
Diabetes (38 %) und metabolischem Syndrom (60 %). Im Schnitt
waren die Patienten 62 Jahre alt.
Die Studienergebnisse zeigen, dass Ezetimibe
zu einer stabilen Statinmedikation dazugegeben, das LDL-Cholesterin um
weitere 26% senkt, versus 3% im Plazeboarm. "Ezetimibe zu einem Statin
hinzufügen heisst, das LDL-Cholesterin signifikant zu senken; und
davon profitieren vor allem Risikopatienten wie Diabetiker und Patienten
mit metabolischem Syndrom," sagte Prof. Pearson.
Ezetimibe kann alleine oder kombiniert mit
einem Statin verordnet werden. Wird es kombiniert, sollten Leberfunktionstest
gemäss der Medikamenteninformation des Statins gemacht werden. Eine
Leberkontrolle bei Ezetimibe-Monotherapie ist nicht nötig. In den
klinischen Studien ist zu keiner erhöhten Inzidenz von Rhabdomyolyse
oder Myopathie in Verbindung mit Ezetimibe gekommen.
Seit November 2002 wurde Ezetimibe allein
in den USA über 6 Millionen Mal verordnet. Derzeit ist es neben den
USA in Deutschland, der Schweiz, Gossbritannien, Schweden und Holland
auf dem Markt.
Pow
Atherosklerose
gezielt angehen
NEW ORLEANS
– Das Risiko eines Schlaganfalls bleibt auch heute noch in der Therapie
vaskulärer Erkrankungen viel zu häufig unberücksichtigt.
Und dabei gibt es präventive Massnahmen, die richtig eingesetzt das
Risiko drastisch senken können, so das Fazit eines Expertengesprächs,
das mit der freundlichen Unterstützung von MSD anlässlich des
diesjährigen ACC stattfand.
Die Hypertonie
ist heute immer noch unter behandelt – dies trägt nicht zuletzt wesentlich
dazu bei, dass der Schlaganfall heute weltweit die Todesursache Nummer
zwei darstellt. Fünf Millionen Patienten sterben jährlich daran.
Eine Erhebung aus dem Norden Schwedens, deren Ergebnisse sicher auch über
Schweden hinaus zutreffen, hat gezeigt, dass nur bei einem von 129 Schlaganfallpatienten
die Hypertonie mit ausreichenden Ergebnissen behandelt wurde, wie Professor
Dr. Björn Dahlöf, University of Göteborg, Schweden,
berichtete. Und dabei geht es nicht nur um massiv überhöhte
Werte, die es zu senken gilt. Noch immer haben viele Patienten einen Blutdruck
zwischen 140 bis 159 zu 90 bis 99 mmHg – und aus dieser Gruppe kommt die
Mehrheit. Einen Hinweis darauf, wie wichtig die adäquate Einstellung
ist, gibt auch die Tatsache, dass die Hypertonie zwar in den USA häufiger
ist als in Europa, aber dort eine bessere Einstellung zu erfolgen scheint:
Und dies schlägt sich in einer deutlich höheren Schlaganfallhäufigkeit
und Mortalität in Europa als in den USA nieder.
Einen Weg
zur Reduktion des Schlaganfallrisikos zeigt beispielsweise LIFE (The
Losartan Intervention For Endpoint Reduction in Hypertension Study).
In dieser Studien war unter 100 mg Losartan eine 50%ige Gesamtrisikoreduktion
und bezüglich Schlaganfall eine Abnahme des Risikos um 25 %
versus der Vergleichssubstanz Atenolol zu verzeichnen, bei vergleichbarer
Blutdrucksenkung beider Therapien. Anhand eines konkreten Beispiels verdeutlichte
der Experte die Grössenordnung: Umgelegt auf Europa könnten
so in fünf Jahren etwa 125 000 Schlaganfälle vermieden werden.
Ein Klasseneffekt
ist bislang nicht bewiesen, eine Rolle könnte laut Prof. Dahlöf
unter anderem die urikosurische Wirkung des Losartans spielen. Ganz wichtig
ist es aber, die richtige Dosis einzusetzen: Nimmt man statt der in der
Studie verwendeten 100 mg nur 50 mg Losartan, wird man den Blutdruck
zwar in ähnlicher Weise senken können, aber die additiven Effekte,
die zur Risikoreduktion hinsichtlich des Schlaganfalls führen, sind
so nicht zu erreichen, warnte Prof. Dahlöf.
Aber auch
die Wirkung der Statine macht sich nicht nur am Herzen bemerkbar, wie
Professor Dr. Roger Darioli, CHUV, Lausanne, erinnerte. Nicht die
kardiovaskuläre Prävention, sondern die Prävention der
Atherosklerose sollte heute im Mittelpunkt der Bemühungen stehen.
Und zwar sowohl von Seiten des Patienten (z.B. gesunde Lebensweise) als
auch der behandelnden Ärzte: Eine individuelle Einschätzung
des vaskulären Risikos gehört heute unbedingt dazu, und bei
erhöhtem Risiko auch eine lipidsenkende Therapie.
Ein Argument
dafür liefert beispielsweise die neue Subgruppenanalyse der Heart
Protection Study (HPS). Unter Simvastatin 40 mg/d konnte bei Hochrisikopatienten
eine Reduktion des Schlaganfallrisikos um etwa ein Drittel erzielt werden,
und das unabhängig vom Ausgangswert des Cholesterins. Untersucht
wurden 20 536 Patienten mit verschiedensten kardiovaskulären Risikofaktoren,
von koronarer Herzerkrankung über Diabetes bis zu peripherer Gefässerkrankung
oder Bluthochdruck. Im ersten Jahr zeichnete sich bereits ein Trend hinsichtlich
reduktion des Schlaganfallrisikos ab, ab dem zweiten Jahr waren die Resultate
hochsignifikant.
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HPS-Studie zeigt
Senkung des Schlaganfallrisikos
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- um 25 % über alle Patienten
(Simvastatin 40 mg (4,3%) vs. Plazebo (5,7%))
- um 34 % bei Patienten ohne vorbestehende
zerebrovaskuläre Erkrankung
- um ein Viertel bei Patienten mit
oder ohne koronare Erkrankung, mit oder ohne Diabetes.
- eine 23%ige Senkung des Risikos
für grössere vaskuläre Ereignisse bei Patienten
mit zerebrovaskulärer Erkrankung ohne klinische Anzeichen
einer Koronarerkrankung bei Studienbeginn.
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First
Lady in Rot am ACC
NEW ORLEANS
- In diesem Jahr beehrte First Lady Laura Bush den ACC . Mit ihrem Auftritt
im symbolträchtigen roten Kostüm wollte die Präsidentengattin
einem zentralen Thema der Veranstaltung mehr Gewicht verleihen: "Frauen
und ischämische Herzerkrankung". Mit roten Designerkleidern von Top-Modeschöpfern
und Anstecknadeln in Form roter Kleider, der "Red Dress"-Kampagne, soll
für mehr Beachtung des Themas in der Bevölkerung und bei Ärzten
gesorgt werden.
| Nach
wie vor unterschätzen sowohl die Frauen selbst, aber oft auch
ihre Ärzte die gesundheitliche Gefährdung durch den Herzinfarkt,
betonte ACC-Präsident Professor Dr. Carl J. Pepine, University
of Florida, bei seiner Begrüssung der Kongressteilnehmer. Krebserkrankungen
wie das Mammakarzinom sehen 80 bis 90 % der Frauen Umfragen zufolge
als Hauptbedrohung an. Doch, so Prof. Pepine, tatsächlich fallen
zweimal so viele Frauen kardiovaskulären Erkrankungen zum Opfer. |
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Die
First Lady am ACC
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Geschlechtsspezifische
Muster in Symptomatik und Therapie der "weiblichen KHK" werden oft nicht
ausreichend berücksichtigt, so der Kardiologe. Erkenntnisse, die
in Studien fast ausschliesslich bei Männern gewonnen wurden, werden
einfach auf Frauen übertragen. Doch gibt es signifikante Unterschiede.
So findet man bei Frauen mit Angina-Symptomatik z.B. zu 62 % im Angiogramm
gar keine oder nur minimale Stenosen. Trotzdem liegt die Zwei-Jahressterblichkeit
in dieser Gruppe bei knapp 1 0%, wie Ergebnisse der ebenfalls beim ACC
präsentierten WISE-Studie (Women`s Ischemia Syndrome Evaluation)
belegen. Den Grund der schlechten Prognose enthüllen Untersuchungen
mit intravasalem Ultraschall (IVUS): Damit sind bei 80 % der Frauen multiple
Plaques nachzuweisen, die im Angiogramm nicht zu sehen waren.
Diese Besonderheit
führt dazu, dass die KHK bei Frauen oft nicht diagnostiziert und
dementsprechend auch nicht adäquat behandelt wird, erläuterte
Prof. Pepine. Kommt es dann zum koronaren Akutereignis, haben Frauen wiederum
eine deutlich schlechtere Prognose als Männer.
Um die "Awareness"
für die Problematik der ischämischen Herzerkrankung sowohl bei
den Frauen als auch bei ihren Ärzten zu steigern, haben ACC, AHA
(American Heart Association) und das National Heart, Lung and Blood Institute
die "Red Dress"-Kampagne ins Leben gerufen. Top-Designer wie Donna Karan,
Calvin Klein und Oscar de la Renta haben Kleider in der Warnfarbe Rot
entworfen, die während des Kongresses ausgestellt sind. Und die Teilnehmer
des Galadinners sind ebenfalls aufgefordert, als Frau im roten Kleid oder
als Mann mit roter Krawatte zu erscheinen, um ihre Unterstützung
für die Aktion zu demonstrieren. bös
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