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Kombitherapie
gegen Lipide
NEW
ORLEANS - Eine neue fixe Kombination könnte in Zukunft die
Therapie schwer zu behandelnder Lipid-Patienten erfolgreicher gestalten.
Durch gleichzeitige Einnahme von Lovastatin und Niacin lässt
sich gemäss einer neuen Studie auch bei Patienten mit metabolischem
Syndrom das Lipidprofil eindrucksvoll verbessern. Nicht nur wird
damit das LDL-Cholesterin um 42% gesenkt, sondern parallel dazu
das HDL-Cholesterin um 36% gesteigert.
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In
der von Dr. Mark E. McGovern aus Weston/Florida am ACC in New Orleans
vorgestellten Studie wurden insgesamt 757 Dyslipidämie-Patienten
mit und ohne metabolisches Syndrom während eines Jahres mit einer
fixen Kombination von Niacin und Lovastatin (Hersteller: Kos Pharmaceuticals)
behandelt. Die Initialdosis von 500 mg Niacin/10 mg Lovastatin wurde in
monatlichen Intervallen bis auf 2000 mg/40 mg gesteigert. Die Patienten
hatten stark erhöhte LDL-Ausgangswerte (192 - 201 mg/dl) und relativ
niedrige bzw. grenzwertige HDL-Werte bei Studienbeginn (44 - 52 mg/dl).
Nach 52 Wochen
zeigten sich bei den Patienten mit metabolischen Syndrom folgende Veränderungen:
LDL-Senkung um minus 42% (Ausgangswert 192 mg/dl), HDL-Anstieg um 36%
(Ausgangswert 44 mg/dl), Triglyzeridsenkung um minus 47% (Ausgangswert
210 mg/dl). Für die Patienten ohne metabolisches Syndrom ergaben
sich vergleichbare Veränderungen des Lipidprofils (LDL minus 45%,
HDL plus 32%, Triglyzeride minus 32%).
Wie Dr. McGovern
betonte, war die Behandlung sicher und gut verträglich. Es ergaben
sich in den beiden Patientengruppen keine unterschiedlichen Effekte auf
Blutzucker und Leberenzyme. BR
Auf
der Suche nach CRP
NEW ORLEANS
- Wo ist C-reaktives Protein (CRP) bei unseren Patienten lokalisiert?
Nicht in der Intima, statt dessen - wie die Made im Speck - inmitten der
atherosklerotischen Plaque.
Professor
Paul M. Ridker aus Boston ist ohne Zweifel ein vehementer Befürworter
der Bedeutung von CRP für das kardiovaskuläre Risiko von Patienten
mit atherothrombotisch bedingter koronarer Herzkrankheit (KHK). Seinen
Ausführungen am ACC in New Orleans zufolge ist CRP mehr als nur ein
Marker des entzündlichen Prozesses in den Gefässen. Seiner Theorie
gemäss spielt dieses verflixte und vielseitige Protein eine direkte
Rolle im Geschehen der Atherothrombose. CRP sitzt, wie der Referent anschaulich
darstellte, inmitten der atherosklerotischen Plaques, von wo aus es ein
vielzähliges Orchester geschickt dirigiert. Es triggert die Oxydation
von LDL-Cholesterin, induziert die Produktion von Zell-Adhaesionsmolekuelen,
reduziert die Freisetzung von eNOS (endotheliale Stickoxyd-Synthase),
vermittelt die LDL-Aufnahme durch Makrophagen, induziert Komplementaktivierung
und vieles mehr.
Wie Prof.
Ridker ausserdem an einem Satelliten-Symposium von Pfizer erklärte,
liefert der CRP-Wert wichtige prognostische Information. Je geringer die
CRP-Spiegel, desto grösser die Wahrscheinlichkeit des Ereignis-freien
Überlebens eines Patienten.
Trotz dieses
Einblicks in die diversen Künste von CRP bleiben wichtige Fragen
offen: Ist CRP ein Therapie-Ziel? Ist CRP ein ursächliches Agens?
Ist CRP ein relevanter klinischer Marker? Die Antwort auf diese Fragen
wird noch etwas auf sich warten lassen. Mit Hilfe eines transgenen Maus-Modells
versuchen die Forscher sich Einblick zu verschaffen. "Mäuse machen
kein CRP", erklärte Ridker. Daher werden sie jetzt durch genetische
Manipulation zu Forschungszwecken dazu gezwungen. BR
ALLIANCE
lässt Herzen länger schlagen
NEW ORLEANS
- Aggressive Lipidsenkung mit Atorvastatin reduziert bei Patienten mit
koronarer Herzkrankheit (KHK) und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren
die Inzidenz an nicht-tödlichen Myokardinfarkten im Vergleich zur
üblichen Standardbehandlung um 47%. Alle kardiovaskulären Ereignisse
zusammengenommen werden durch diese Therapiestrategie um 17% verringert.
Das sind die wichtigsten Resultate der am ACC vorgestellten ALLIANCE-Studie.
In der ALLIANCE
("Aggressive Lipid-Lowering Initiation Abates New Cardiac Events")-Studie
wurden insgesamt 2442 KHK-Patienten im mittleren Alter von 61 Jahren über
vier Jahre beobachtet. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt Atorvastatin
in maximal verträglicher Dosis; die Kontrollgruppe wurde nach Gusto
des Hausarztes behandelt. Diese "Standardtherapie" bestand aus Ratschlägen
für Diät und Lebensstiländerung, Gewichtsabnahme sowie
medikamentöser Lipidsenkung, wo erforderlich.
Studienleiter
Professor Donald Hunninghake
aus Minnesota präsentierte die Resultate. In der Atorvastatin-Gruppe
wurde eine Senkung des LDL-Cholesterins um 56 mg/dl auf einen mittleren
Wert von 95 mg/dl dokumentiert. Unter Standardtherapie betrug die LDL-Cholesterin-Senkung
36 mg/dl auf einen Durchschnittswert von 111 mg/dl. Insgesamt erreichten
72 % der Patienten unter Atorvastatin den in den aktüllen Therapie-Richtlinien
für diese Patientengruppe angegebenen LDL-Zielwert von 100 mg/dl
oder darunter, verglichen mit 40 % der Studienteilnehmer in der Kontrollgruppe.
Der primäre
Endpunkt der Studie, definiert als eine Kombination aller kardiovaskulärer
Ereignisse, wurde durch aggressive Lipidsenkung um 17 % gesenkt, verglichen
mit üblicher Behandlung (p = 0.02). Die Rate der nicht-tödlichen
Myokardinfarkte war in der Atorvastatin-Gruppe um signifikante 47 % niedriger
als in der Kontrollgruppe.
Die mittlere
Atorvastatin-Dosis pendelte sich bei 40,5 mg täglich ein. Die Hälfte
der Patienten nahm täglich 80 mg der Prüfarznei ein. Wie Professor
Hunninghake betonte, separierten die Therapieerfolgskurven nach dem ersten
Behandlungsjahr. BR
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