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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





 

Willkommen bei unserer Berichterstattung an der 53rd Annual Scientific Session of the American College of Cardiology (ACC), New Orleans 2004

 

 

 

10.3.2004

 

Kombitherapie gegen Lipide

NEW ORLEANS - Eine neue fixe Kombination könnte in Zukunft die Therapie schwer zu behandelnder Lipid-Patienten erfolgreicher gestalten. Durch gleichzeitige Einnahme von Lovastatin und Niacin lässt sich gemäss einer neuen Studie auch bei Patienten mit metabolischem Syndrom das Lipidprofil eindrucksvoll verbessern. Nicht nur wird damit das LDL-Cholesterin um 42% gesenkt, sondern parallel dazu das HDL-Cholesterin um 36% gesteigert.

 

 

In der von Dr. Mark E. McGovern aus Weston/Florida am ACC in New Orleans vorgestellten Studie wurden insgesamt 757 Dyslipidämie-Patienten mit und ohne metabolisches Syndrom während eines Jahres mit einer fixen Kombination von Niacin und Lovastatin (Hersteller: Kos Pharmaceuticals) behandelt. Die Initialdosis von 500 mg Niacin/10 mg Lovastatin wurde in monatlichen Intervallen bis auf 2000 mg/40 mg gesteigert. Die Patienten hatten stark erhöhte LDL-Ausgangswerte (192 - 201 mg/dl) und relativ niedrige bzw. grenzwertige HDL-Werte bei Studienbeginn (44 - 52 mg/dl).

Nach 52 Wochen zeigten sich bei den Patienten mit metabolischen Syndrom folgende Veränderungen: LDL-Senkung um minus 42% (Ausgangswert 192 mg/dl), HDL-Anstieg um 36% (Ausgangswert 44 mg/dl), Triglyzeridsenkung um minus 47% (Ausgangswert 210 mg/dl). Für die Patienten ohne metabolisches Syndrom ergaben sich vergleichbare Veränderungen des Lipidprofils (LDL minus 45%, HDL plus 32%, Triglyzeride minus 32%).

Wie Dr. McGovern betonte, war die Behandlung sicher und gut verträglich. Es ergaben sich in den beiden Patientengruppen keine unterschiedlichen Effekte auf Blutzucker und Leberenzyme. BR


Auf der Suche nach CRP

NEW ORLEANS - Wo ist C-reaktives Protein (CRP) bei unseren Patienten lokalisiert? Nicht in der Intima, statt dessen - wie die Made im Speck - inmitten der atherosklerotischen Plaque.

Professor Paul M. Ridker aus Boston ist ohne Zweifel ein vehementer Befürworter der Bedeutung von CRP für das kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit atherothrombotisch bedingter koronarer Herzkrankheit (KHK). Seinen Ausführungen am ACC in New Orleans zufolge ist CRP mehr als nur ein Marker des entzündlichen Prozesses in den Gefässen. Seiner Theorie gemäss spielt dieses verflixte und vielseitige Protein eine direkte Rolle im Geschehen der Atherothrombose. CRP sitzt, wie der Referent anschaulich darstellte, inmitten der atherosklerotischen Plaques, von wo aus es ein vielzähliges Orchester geschickt dirigiert. Es triggert die Oxydation von LDL-Cholesterin, induziert die Produktion von Zell-Adhaesionsmolekuelen, reduziert die Freisetzung von eNOS (endotheliale Stickoxyd-Synthase), vermittelt die LDL-Aufnahme durch Makrophagen, induziert Komplementaktivierung und vieles mehr.

Wie Prof. Ridker ausserdem an einem Satelliten-Symposium von Pfizer erklärte, liefert der CRP-Wert wichtige prognostische Information. Je geringer die CRP-Spiegel, desto grösser die Wahrscheinlichkeit des Ereignis-freien Überlebens eines Patienten.

Trotz dieses Einblicks in die diversen Künste von CRP bleiben wichtige Fragen offen: Ist CRP ein Therapie-Ziel? Ist CRP ein ursächliches Agens? Ist CRP ein relevanter klinischer Marker? Die Antwort auf diese Fragen wird noch etwas auf sich warten lassen. Mit Hilfe eines transgenen Maus-Modells versuchen die Forscher sich Einblick zu verschaffen. "Mäuse machen kein CRP", erklärte Ridker. Daher werden sie jetzt durch genetische Manipulation zu Forschungszwecken dazu gezwungen. BR


ALLIANCE lässt Herzen länger schlagen

NEW ORLEANS - Aggressive Lipidsenkung mit Atorvastatin reduziert bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren die Inzidenz an nicht-tödlichen Myokardinfarkten im Vergleich zur üblichen Standardbehandlung um 47%. Alle kardiovaskulären Ereignisse zusammengenommen werden durch diese Therapiestrategie um 17% verringert. Das sind die wichtigsten Resultate der am ACC vorgestellten ALLIANCE-Studie.

In der ALLIANCE ("Aggressive Lipid-Lowering Initiation Abates New Cardiac Events")-Studie wurden insgesamt 2442 KHK-Patienten im mittleren Alter von 61 Jahren über vier Jahre beobachtet. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt Atorvastatin in maximal verträglicher Dosis; die Kontrollgruppe wurde nach Gusto des Hausarztes behandelt. Diese "Standardtherapie" bestand aus Ratschlägen für Diät und Lebensstiländerung, Gewichtsabnahme sowie medikamentöser Lipidsenkung, wo erforderlich.

Studienleiter Professor Donald Hunninghake Professor Donald Hunninghake aus Minnesota präsentierte die Resultate. In der Atorvastatin-Gruppe wurde eine Senkung des LDL-Cholesterins um 56 mg/dl auf einen mittleren Wert von 95 mg/dl dokumentiert. Unter Standardtherapie betrug die LDL-Cholesterin-Senkung 36 mg/dl auf einen Durchschnittswert von 111 mg/dl. Insgesamt erreichten 72 % der Patienten unter Atorvastatin den in den aktüllen Therapie-Richtlinien für diese Patientengruppe angegebenen LDL-Zielwert von 100 mg/dl oder darunter, verglichen mit 40 % der Studienteilnehmer in der Kontrollgruppe.

Der primäre Endpunkt der Studie, definiert als eine Kombination aller kardiovaskulärer Ereignisse, wurde durch aggressive Lipidsenkung um 17 % gesenkt, verglichen mit üblicher Behandlung (p = 0.02). Die Rate der nicht-tödlichen Myokardinfarkte war in der Atorvastatin-Gruppe um signifikante 47 % niedriger als in der Kontrollgruppe.

Die mittlere Atorvastatin-Dosis pendelte sich bei 40,5 mg täglich ein. Die Hälfte der Patienten nahm täglich 80 mg der Prüfarznei ein. Wie Professor Hunninghake betonte, separierten die Therapieerfolgskurven nach dem ersten Behandlungsjahr. BR

 

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