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Kongestives
Herzversagen
Bluttest verspricht
Ergebnis in 15 Minuten
ATLANTA – In einer multinationalen
Untersuchung mit fast 1600 Patienten konnte die Diagnose eines
kongestiven Herzversagens in der Notfallaufnahme in 9 von
10 Fällen korrekt gestellt werden. Und das ohne grosse
Kosten und zeitlich aufwendige Untersuchungen.
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Wie das gehen soll? Ganz einfach,
mit einem Bluttest. Der Triage BNP Test®, entwickelt von der
Firma Biosite, kann erhöhte Level des B-type natriuretic peptide
(BNP) erkennen, wie es bei erhöhtem intraventrikulärem
Druck als Zeichen eines Herzversagens vorkommt. Der bereits in einer
Pilotstudie vor zwei Jahren als effektiv befundene Test wird mittlerweile
an mehr als 300 Krankenhäusern in den USA verwendet.
Kommt beispielsweise ein Patient
mit Atemnot - eines der Schlüsselsymptome des kongestiven Herzversagens
– müssen ohne den BNP-Test vor einer Diagnose die Ergebnisse
verschiedenster Untersuchungen abgewartet werden. "Bei Einsatz
des Bluttestes reichen ein paar Tropfen Blut und 15 Minuten",
so Professor Dr. Alan Maisel, der Direktor der Coronary Care
Unit des Department of Veterans Affairs, La Jolla, California, der
die Ergebnisse am 51. ACC präsentierte.
An den sieben in dieser Studie* beteiligten
Zentren in den USA, Frankreich und Norwegen, konnte allein mit Hilfe
des Bluttestes in gut 81 % der Fälle die richtige Diagnose
gestellt werden. In Kombination mit anderen klinischen Markern stieg
die Rate auf über 90 % an.
"Dabei stellte sich der BNP-Wert
als der akkurateste Prädiktor heraus, der klinischen Einschätzung
deutlich überlegen. Die Höhe des BNP-Wertes korreliert
mit der Schwere der Erkrankung. Ausgeschlossen ist eine kardiale
Ursache der Luftnot bei einem BNP-Wert unter 100 pg/ml. Auch
der negative Vorhersagewert des Testes ist hoch: Bei einem negativen
Testergebnis konnten die Studienärzte in bis zu 98 % der
Fälle ein kongestives Herzversagen zu Recht ausschliessen.
Die Forderung des Experten: "Die BNP-Bestimmung sollte in die
Richtlinien aufgenommen werden, wie es in Europa bereits geschehen
ist."
In Europa sind derzeit zwei BNP-Testverfahren
auf dem Markt, der Bedside-Test der Firma Biosite und der NT-proBNP
Test der Firma Roche (seit Ende letzten Jahres), der über das
Zentrallabor durchgeführt wird. Aber auch hier können
die Ergebnisse innerhalb einer Stunde bereit sein. Die Kosten beider
Teste sind im Vergleich zu den sonst notwendigen Untersuchungen
mit ca. 30 Franken vergleichsweise niedrig.
* Primary results of the "Breathing
not properly" Multinational Study: B-Type Natriuretic Peptide
in the Emergency Diagnosis of Heart Failure
Dr. Christine Mücke
Trial
of Invasive vs. Medical Therapy in the Elderly (TIME)
Ältere Frauen sind
schlechter dran
ATLANTA – Frauen höheren
Alters mit koronarer Herzerkrankung profitieren von einer antiischämischen
Behandlung ebenso wie Männer. Ihre Erkrankung ist objektiv
leichter ausgeprägt. Und dennoch, Frauen empfinden ihre Lebensqualität
als schlechter. Aber da scheint mehr als nur eine andere Einstellung
zur Krankheit dahinter zu stecken – korreliert doch das Gefühl
mit den Fakten: Nach sechs Monaten sind die Frauen auch objektiv
schlechter dran als die männlichen Studienteilnehmer.
In der im vergangenen Jahr vorgestellten
TIME-Studie wurden 301 Patienten über 75 Jahren mit chronischer
koronarer Herzerkrankung entweder invasiv oder medikamentös
behandelt. Dabei hatte trotz des erhöhten Alters die invasiv
behandelte Gruppe gegenüber denen, die nur Medikamete erhielten,
einen Vorteil. Männer wie Frauen gleichermassen. Dieser scheint
aber für die Frauen nicht von Dauer zu sein, wie eine neue
Subgruppenanalyse nun ergab. In der Nachbeobachtungszeit waren die
Frauen nicht nur weniger mit ihrer Lebensqualität zufrieden
als die Männer, sondern es traten auch mehr schwere Nebenwirkungen
und Todesfälle auf.
Professor Dr. M.E. Pfisterer,
Universitätsspital Basel, der die Ergebnisse am 51. ACC
präsentierte, konnte noch nicht genauer sagen, woran das im
einzelnen liegen mag. An der Schwere der Erkrankung jedenfalls nicht.
Eine weitere Evaluation der Daten kann vielleicht mehr verraten
und hoffentlich einen Anhaltspunkt geben, wie diese Ergebnisse in
der Praxis auch therapeutisch berücksichtigt werden können.
Lipidsenkende
Therapie zum Zeitpunkt des Herzinfarkts?
Das kann das Ausmass des
Infarkts begrenzen helfen
ATLANTA - Dass Lipidsenker mehr können
als nur Lipide senken, tönt es am 51. ACC von überall
her. Auch die Infarktgrösse scheinen sie positiv beeinflussen
zu können. So das Ergebnis einer Analyse von Dr. Herbert
D. Aronow, Cleveland Clinic, die als Poster am 51. ACC
vorgetellt wurde.
Diese Aussage basiert auf der Auswertung
von Daten aus zwei grossen Herzinfarktstudien mit zusammen mehr
als 10 000 Patienten. Bei denen, die zum Zeitpunkt ihres Infarktes
einen Lipidsenker einnahmen, fand sich signifikant seltener eine
Erhöhung der CK-MB als Hinweis auf eine ausgedehntere Herzmuskelschädigung.
Den Forschern aus der Cleveland Clinic zufolge waren die Herzinfarkte,
die unter lipidsenkender Therapie auftraten, auch kleiner als ohne
eine solche Mediaktion. "Hiermit haben wir ein weiteres Argument
für die Bedeutung der Lipidsenker in der Behandlung des akuten
Koronarsyndroms."
Herzspezialist
oder Herzspezialistin
Bei wem sind Patienten
besser aufgehoben?
ATLANTA – Eine Gruppe aus Zürich
widmete sich der Frage, ob es in der diagnostischen Genauigkeit
einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Kollegen
gibt. Sie wollten wissen, ob Frauen besser in der Lage sind, die
Anamnese ihrer Geschlechtsgenossinnen zu erheben, als Männer.
144 Patienten wurden sowohl von Männern als auch von Frauen
abgeklärt. Die diagnostische Genauigkeit beider Geschlechter
war mit 79 % insgesamt identisch.
Kleine Unterschiede zeigten sich
bei genauerer Betrachtung: Die Frauen waren in der Beurteilung der
männlichen Patienten (korrekte Diagnose gestellt) mit 85 %
erfolgreicher als bei ihren Patientinnen (66 %). Dr. Barbara
Buergi Wegmann vermutet in erster Linie, dass die Kardiologinnen
die Häufigkeit einer koronaren Herzerkrankung bei den Patientinnen
überschätzt haben. Auch Männer scheinen bei der Befragung
des anderen Geschlechts ein wenig besser zu sein, als beim eigenen.
Wo Sie besser aufgehoben sind, könnte
also damit zusammen hängen, ob Sie selber Männlein oder
Weiblein sind.
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