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MT - Kongresse - AAAAI - 2002
Medical Tribune AG



Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Willkommen bei der Berichterstattung von Medical Tribune Online am 58. Jahreskongress der
American Academy of Allergy, Asthma and Immunology
(AAAAI), New York 2002
New Yorker Strassenecke

 

 

6. März 2002

Durch Passivrauchen mehr Exazerbationen bei Kindern

NEW YORK – Wenn die Eltern asthmatischer Kinder schon rauchen müssen, sollten sie dies tunlichst nicht in der näheren Umgebung ihrer Kinder tun. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei ihren Kleinen die Asthmasymptome verschlimmern, ist enorm.

Dr. Assad Khan, Al-Junaid Hospital, Nowshera, Pakistan, und Kollegen untersuchten Schulkinder im Alter 6 bis 20 Jahren, die bereits asthmatische Symptome zeigten. Die Studie fand anlässlich der jährlichen Untersuchung der Schulkinder statt. Insbesondere interessierte die Forscher, ob die Kinder in einer rauchfreien Umgebung aufwuchsen bzw. ob ihre Eltern rauchten, und wenn ja, ob sie dies in Gegenwart der Kinder taten, in welchen Zimmern etc. Wie vermutet, zeigten die Kinder nichtrauchender Eltern bessere Werte im Lungenfunktionstest (FEV1)und hatten weniger stark ausgeprägt Asthmasymptome wie Husten und Dyspnoe als diejenigen von qualmenden Eltern. Besonders auffallend und besorgniserregend war, dass die asthmatischen Kinder rauchender Eltern bis zu 70% häufiger den Hausarzt oder gar das Spital aufgrund von Exazerbationen aufsuchen mussten.

 

Antiallergene Matratzenüberzüge bringen nichts

NEW YORK - Atopische Dermatitis kann durch Hausstaubmilben ausgelöst oder symptomatisch verschlimmert werden. Da würde es schon Sinn machen, die Milbenexposition dort einzudämmen, wo sie besonders gross ist - im Bett.

Matratzenhüllen speziell zu diesem Zweck entpuppen sich aber mehr und mehr als Marketinggag, wie eine doppelblinde holländische Studie über 12 Monate zeigt. 45 Milbenallergiker erhielten spezielle milbenundurchlässige Matratzen-, Duvet- und Kopfkissenüberzüge, während die Überzüge der Plazebogruppe für 41 Milbenallergiker nur vermeintlich diese Tierchen zurückhielten. Gemessen wurden die Allergenbelastung, das Ausmass der Dermatitis mit dem Leicester Sign Score, der Juckreiz und die Schlaflosigkeit. Als weitere Tests wurden der Atopie Patch Test und der intradermale Test vorgenommen und zusätzlich die totale IgE-Konzentration, Milbenantigenantikörper und die Eosinophilen gemessen. Heraus kam zweierlei: Die speziellen Überzüge für Allergiker reduzierten zwar signifikant die Allergenbelastung. Den Patienten brachten sie aber verglichen mit der Plazebogruppe genausowenig eine klinische Besserung ihrer Symptome.

vh

 

Urtikaria kann schon mal was anderes sein

NEW YORK – Eine chronische Urtikaria zu diagnostizieren, ist eine Herausforderung für sich. Viele Störungen aus der rheumatologischen, infektiologischen, autoimmunen und arzneimittelinduzierten Ecke können diese Erkrankung hervorragend imitieren.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, in wie vielen Fällen einer diagnostizierten chronischen Urtikaria eine "Imitation" vorliegt, untersuchten Dr. Mark David Anliker und Dr. Peter Itin, Dermatologische Klinik, Kantonsspital Aarau, 122 Patienten mit dieser Diagnose.

Eine Ganzkörperuntersuchung der Haut sollte die Wissenschaftler auf die Spur bringen. Biopsiert wurde im Falle vorhandener Quaddeln, die länger als 24 Stunden persistierten, oder auch bei entzündeten ödematosen Stellen. Gefunden wurde Erstaunliches: Von den 122 Patienten hatten 23 (18%) ein klar abgrenzbares Imitat. Am häufigsten (10/122) führte die Urticaria-Vaskulitis die Ärzte an der Nase herum, gefolgt von der eosinophilen Cellulitis Wells. Polymorphe Lichteruptionen, ein Fall von Lupus erythematodes und Hautreaktionen auf Arthropoden trugen ebenfalls zur Verwirrung bei. Das klinische Spektrum von derartigen Urtikaria-Imitatoren ist gross und bedarf ganz verschiedener Therapien. Unter Umständen sogar einer Malariatherapie, meinen die Kollegen. Eine exakte Anamnese und die Suche nach klinischen Zeichen ist daher essentiell. An Patienten mit Quaddeln, die nach einem Tag nicht verschwunden sind, sollte unbedingt eine Hautbiopsie für histopathologische- und Immunfluoreszenzuntersuchungen vorgenommen werden, empfehlen die Experten.

vh

Casein-Allergie: Gefahr lauert im Verputz

NEW YORK – Nicht nur Katzen-, Hunde- oder Milben-Antigene können den Bewohnern zusetzen. Dr. Soili Mäkinen, Helsinki University, Finnland, ist einem weiteren "Haus-Antigen" auf die Spur gekommen: Kuhmilch-Casein, und zwar in rauhen Mengen in der Luft, im Hausstaub und sogar im Verputz.

Bei Patienten, die darauf mit ekzemähnlichen Hauterscheinungen im Gesicht reagierten, lag die häusliche Caseinkonzentration bei durchschnittlich 157mcg/g. Zum Vergleich beherbergt der finnische Durchschnittshaushalt etwa 30mcg Haustier- und Milbenantigene pro Gramm Hausstaub. Bei den Haushalten mit dieser hohen Caseinbelastung fiel eine hohe Ammoniumkonzentration in der Innenraumluft auf (>40mcg/m3), die Luftfeuchtigkeit war jedoch entgegen anderen Vermutungen normal. Nach zahlreichen Tests bei 122 Patienten kam heraus, dass eine Casein-Sensibilisierung zu Gesichtshautreizungen führen kann, aber keine Lebensmittelallergie nach sich ziehen muss.

vh

Ein Weizenbier mit Nebenwirkungen

NEW YORK - Das hatte sich der 59jährige auch nicht träumen lassen: Rund 3 Stunden, nachdem er 1,5 Liter Weizenbier und eine Bretzel zu sich genommen hatte, zeigten sich Angioödeme und Urtikaria am ganzen Körper. Von der erhofften Entspannung aber keine Spur.

Einen Monat später, diesmal 1 Stunde nach "nur" einem Liter Weizenbier, zeigten sich plötzlich generalisiert Pruritus und Urtikaria, beim Golfspiel wurde der Mann sogar ohnmächtig. Andere Alkoholika wie Wein oder gar Lagerbier konnte er weiterhin zu sich nehmen, ohne dass allergische Reaktionen auftraten. Des Fallsl nahmen sich Dr. Thomas Herzinger und Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Klinik München, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, an. Durch verschiedene Nachweismethoden konnten sie zeigen, dass es sich tatsächlich um eine reine Weizenmalzallergie handelte, von der bisher kein einziger Fall bekannt ist. Die Bierbrauer rund ums Münchner Oktoberfest wird’s freuen.

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