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6.
März 2002
Durch
Passivrauchen mehr Exazerbationen bei Kindern
NEW YORK
– Wenn die Eltern asthmatischer Kinder schon rauchen müssen, sollten
sie dies tunlichst nicht in der näheren Umgebung ihrer Kinder tun.
Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei ihren Kleinen die Asthmasymptome
verschlimmern, ist enorm.
Dr. Assad
Khan, Al-Junaid Hospital, Nowshera, Pakistan, und Kollegen untersuchten
Schulkinder im Alter 6 bis 20 Jahren, die bereits asthmatische Symptome
zeigten. Die Studie fand anlässlich der jährlichen Untersuchung
der Schulkinder statt. Insbesondere interessierte die Forscher, ob die
Kinder in einer rauchfreien Umgebung aufwuchsen bzw. ob ihre Eltern rauchten,
und wenn ja, ob sie dies in Gegenwart der Kinder taten, in welchen Zimmern
etc. Wie vermutet, zeigten die Kinder nichtrauchender Eltern bessere Werte
im Lungenfunktionstest (FEV1)und hatten weniger stark ausgeprägt
Asthmasymptome wie Husten und Dyspnoe als diejenigen von qualmenden Eltern.
Besonders auffallend und besorgniserregend war, dass die asthmatischen
Kinder rauchender Eltern bis zu 70% häufiger den Hausarzt oder gar
das Spital aufgrund von Exazerbationen aufsuchen mussten.
Antiallergene
Matratzenüberzüge bringen nichts
NEW YORK
- Atopische Dermatitis kann durch Hausstaubmilben ausgelöst oder
symptomatisch verschlimmert werden. Da würde es schon Sinn machen,
die Milbenexposition dort einzudämmen, wo sie besonders gross ist
- im Bett.
Matratzenhüllen
speziell zu diesem Zweck entpuppen sich aber mehr und mehr als Marketinggag,
wie eine doppelblinde holländische Studie über 12 Monate zeigt.
45 Milbenallergiker erhielten spezielle milbenundurchlässige Matratzen-,
Duvet- und Kopfkissenüberzüge, während die Überzüge
der Plazebogruppe für 41 Milbenallergiker nur vermeintlich diese
Tierchen zurückhielten. Gemessen wurden die Allergenbelastung, das
Ausmass der Dermatitis mit dem Leicester Sign Score, der Juckreiz und
die Schlaflosigkeit. Als weitere Tests wurden der Atopie Patch Test und
der intradermale Test vorgenommen und zusätzlich die totale IgE-Konzentration,
Milbenantigenantikörper und die Eosinophilen gemessen. Heraus kam
zweierlei: Die speziellen Überzüge für Allergiker reduzierten
zwar signifikant die Allergenbelastung. Den Patienten brachten sie aber
verglichen mit der Plazebogruppe genausowenig eine klinische Besserung
ihrer Symptome.
vh
Urtikaria
kann schon mal was anderes sein
NEW YORK
– Eine chronische Urtikaria zu diagnostizieren, ist eine Herausforderung
für sich. Viele Störungen aus der rheumatologischen, infektiologischen,
autoimmunen und arzneimittelinduzierten Ecke können diese Erkrankung
hervorragend imitieren.
Um eine Vorstellung
davon zu bekommen, in wie vielen Fällen einer diagnostizierten chronischen
Urtikaria eine "Imitation" vorliegt, untersuchten Dr. Mark
David Anliker und Dr. Peter Itin, Dermatologische Klinik, Kantonsspital
Aarau, 122 Patienten mit dieser Diagnose.
Eine Ganzkörperuntersuchung
der Haut sollte die Wissenschaftler auf die Spur bringen. Biopsiert wurde
im Falle vorhandener Quaddeln, die länger als 24 Stunden persistierten,
oder auch bei entzündeten ödematosen Stellen. Gefunden wurde
Erstaunliches: Von den 122 Patienten hatten 23 (18%) ein klar abgrenzbares
Imitat. Am häufigsten (10/122) führte die Urticaria-Vaskulitis
die Ärzte an der Nase herum, gefolgt von der eosinophilen Cellulitis
Wells. Polymorphe Lichteruptionen, ein Fall von Lupus erythematodes und
Hautreaktionen auf Arthropoden trugen ebenfalls zur Verwirrung bei. Das
klinische Spektrum von derartigen Urtikaria-Imitatoren ist gross und bedarf
ganz verschiedener Therapien. Unter Umständen sogar einer Malariatherapie,
meinen die Kollegen. Eine exakte Anamnese und die Suche nach klinischen
Zeichen ist daher essentiell. An Patienten mit Quaddeln, die nach einem
Tag nicht verschwunden sind, sollte unbedingt eine Hautbiopsie für
histopathologische- und Immunfluoreszenzuntersuchungen vorgenommen werden,
empfehlen die Experten.
vh
Casein-Allergie:
Gefahr lauert im Verputz
NEW YORK
– Nicht nur Katzen-, Hunde- oder Milben-Antigene können den Bewohnern
zusetzen. Dr. Soili Mäkinen, Helsinki University, Finnland, ist einem
weiteren "Haus-Antigen" auf die Spur gekommen: Kuhmilch-Casein,
und zwar in rauhen Mengen in der Luft, im Hausstaub und sogar im Verputz.
Bei Patienten,
die darauf mit ekzemähnlichen Hauterscheinungen im Gesicht reagierten,
lag die häusliche Caseinkonzentration bei durchschnittlich 157mcg/g.
Zum Vergleich beherbergt der finnische Durchschnittshaushalt etwa 30mcg
Haustier- und Milbenantigene pro Gramm Hausstaub. Bei den Haushalten mit
dieser hohen Caseinbelastung fiel eine hohe Ammoniumkonzentration in der
Innenraumluft auf (>40mcg/m3), die Luftfeuchtigkeit war jedoch entgegen
anderen Vermutungen normal. Nach zahlreichen Tests bei 122 Patienten kam
heraus, dass eine Casein-Sensibilisierung zu Gesichtshautreizungen führen
kann, aber keine Lebensmittelallergie nach sich ziehen muss.
vh
Ein
Weizenbier mit Nebenwirkungen
NEW YORK
- Das hatte sich der 59jährige auch nicht träumen lassen: Rund
3 Stunden, nachdem er 1,5 Liter Weizenbier und eine Bretzel zu sich genommen
hatte, zeigten sich Angioödeme und Urtikaria am ganzen Körper.
Von der erhofften Entspannung aber keine Spur.
Einen Monat
später, diesmal 1 Stunde nach "nur" einem Liter Weizenbier,
zeigten sich plötzlich generalisiert Pruritus und Urtikaria, beim
Golfspiel wurde der Mann sogar ohnmächtig. Andere Alkoholika wie
Wein oder gar Lagerbier konnte er weiterhin zu sich nehmen, ohne dass
allergische Reaktionen auftraten. Des Fallsl nahmen sich Dr. Thomas
Herzinger und Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Klinik München,
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, an. Durch verschiedene Nachweismethoden
konnten sie zeigen, dass es sich tatsächlich um eine reine Weizenmalzallergie
handelte, von der bisher kein einziger Fall bekannt ist. Die Bierbrauer
rund ums Münchner Oktoberfest wird’s freuen.
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