München, den 1. September 2008
Schlaganfallgefahr wirksam bannen
Vorhof-Flimmerer erst mal zum Demenz-Test!
Wer einen Patienten mit Vorhofflimmern optimal therapieren will, sollte dessen kognitive Funktion prüfen. Ältere Menschen, die geistig nicht mehr auf Zack sind, brauchen besonders intensive Antikoagulationsführung.
Je schlechter das Ergebnis der Mini-Mental-State-Examination, umso mehr Zeit verbringt ein Patient mit Vorhofflimmern ausserhalb des therapeutischen INR-Bereichs. Dies berichteten die Autoren der internationalen ACTIVE-W*-Studie mit mehr als 2500 Teilnehmern beim ESC-Kongress. Wie Dr. Greg Flaker von der University of Missouri darlegte, wurden bei rund 7% der Herzpatienten MMSE-Scores unter 24 (Demenz) und bei knapp 8% Werte zwischen 24 und 25 (kognitive Dysfunktion) ermittelt.
Die Zeit, in der die Kranken schlaganfall-präventive INR-Werte zwischen 2,0 und 3,0 aufwiesen fiel selbst bei milder kognitiver Dysfunktion unterdurchschnittlich aus, betonten die Kollegen. Je niedriger der MMSE-Score, um so schlechter war die Antikoagulations-Qualität bei den einzelnen Patienten. Der Demenztest stellt also ein nützliches Werkzeug dar, um schlaganfallgefährdete Patienten herauszufiltern, bei denen man sich um schützende INR-Werte besonders intensiv bemühen muss, so das Resümee der Studienautoren.
CG
*Atrial Fibrillation Clopidogrel Trial with Irbesartan for Prevention of Vascular Events
Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ESC können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Servier/Procoralan® realisieren.
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