München, den 31. August 2008
Herz strukturell gesund, aber es rast mit 100/min
Inadäquate Sinustachykardie durch If-Kanal-Blocker gebändigt
MÜNCHEN – Keine organische Herzerkrankung, aber ein Maschinengewehr im Leib: Bei der inadäquaten Sinustachykardie rast das Herz anscheinend ohne Grund, übliche Antiarrhythmika helfen oft nicht. Nun gibt es eine neue Option.
Oft sind Frauen unter 50 Jahren betroffen, und oft können die bevorzugt eingesetzten Betablocker den subjektiv stark leidenden Patientinnen nicht helfen. Bei acht weiblichen Tachykardie-Geplagten zwischen 12 und 57 Jahren, bei denen man sich mit anderen Antiarrhythmika die Zähne ausgebissen hatte, versuchten es Dr. Stephan Zellerhoff von der Universität Münster und Kollegen mit dem If-Kanalblocker Ivabradin, wie sie bei einer Postersitzung im Rahmen des ESC-Kongresses berichteten.
Durch die Therapie liess sich die mittlere Herzfrequenz von 83 auf 74 / min und der maximale Puls von 181 auf 143 / min reduzieren. Nebenwirkungen liessen sich nicht verzeichnen. Ivabradin beeinflusst die Schrittmacherfunktion des Sinusknotens effektiv und bietet damit eine effektive und sichere Therapie für Patienten mit therapieresistenter inadäquater Sinustachykardie, resümierten die Experten. CG
Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ESC können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Servier/Procoralan® realisieren.
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