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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





München, den 1. September 2008

Anfälle von Vorhofflimmern

Pill-in-the-Pocket bändigt Arrhythmie

Vier von fünf Patienten landeten nach Einnahme der Notfalltablette wieder im Sinusrhythmus: Das ist ein schöner Erfolg für die Pill-in-the-Pocket-Strategie bei paroxysmalem Vorhofflimmern.

Gern praktiziert, aber durch Daten nur dürftig belegt ist das Konzept, dass man Patienten mit Anfällen von Vorhofflimmern eine Tablette für den Fall der Fälle in die Tasche steckt. Zusätzlich zu ihrer antiarrhythmischen Dauerprophylaxe mit einer Klasse Ic-Substanz gibt man den potentiellen Flimmerkandidaten ihr Medikament in höherer Dosierung zur Hand, um einen eventuellen plötzlichen Arrhythmie-Anfall zu kupieren. Diese Strategie nahmen Dr. Giovanni Luca Botto vom St. Anna Hospital Como und Kollegen nun genauer unter die Lupe, wie sie beim ESC-Kongress in ihrem Poster berichteten.

Rund 240 Patienten mit einer Vorgeschichte von paroxysmalem Vorhofflimmern, aber ohne weitere kardiale Erkrankungen (wie KHK oder Herzinsuffizienz) erhielten zusätzlich zu ihrer Basistherapie Propafenon 600 mg oder Flecainid 300 mg oder Plazebo. Im Fall einer erneuten Arrhythmie-Episode sollten sie ihre Tablette dann schlucken, wenn die nächste übliche Einnahme fällig wäre.

Die Konversionsrate zum Sinusrhythmus lag in der Verumgruppe bereits nach zwei Stunden bei 46% und nach sechs Stunden bei 80%. In der Plazebogruppe betrugen diese Raten dagegen nur 21 bzw. 52%. In keiner der Gruppen beobachtete man ernste Nebenwirkungen, berichteten die Forscher. Damit stelle die Pill-in-the-Pocket-Strategie eine effektive und sichere Akutmassnahme dar, so das Resümée. CG


Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ESC können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Servier/Procoralan® realisieren.

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