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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





München, den 31. August 2008

Dicke Kinder:

Gezielte Betreuung senkt Gewicht und Risiko

MÜNCHEN – Übergewichtige Kinder, die gezielt therapeutisch betreut werden, nehmen nicht nur erfolgreich ab, sie verbessern auch ihr Risikoprofil in Sachen Herzgesundheit – mit deutlich geringeren Blutdruck- und Blutfettwerten als vor der Therapie. Stationäre Behandlungssettings hinterlassen noch deutlichere Spuren als ambulante, heisst es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer deutschen Studie, die von Dr. Ulrike Hoffmeister, Universität Ulm, am Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft präsentiert wurde. Der Kongress der European Society of Cardiology (ESC) findet vom 30. August bis 3. September in München statt, erwartet werden rund 30.000 Teilnehmer. Der ESC ist der grösste Medizin-Kongress Europas.

1,1 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland

Diese Ergebnisse sind schon deshalb von Bedeutung, weil immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder sogar krankhaft fettsüchtig (adipös) sind. Als übergewichtig gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30, ein BMI über 30 bedeutet Adipositas. Erhebungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sind 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren (8,7 Prozent) übergewichtig, weitere 800.000 (6,3 Prozent) leiden an Adipositas. Die von der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierte Studie untersuchte, wie sich unterschiedliche Behandlungsformen auf den Gesundheitszustand der dicken Kinder auswirken. Erhoben wurden die Daten von insgesamt 1.916 jungen Menschen zwischen acht und 16 Jahren.

Therapie macht schlanker und gesünder

Vor der jeweiligen Therapie waren 14% der jungen Patienten übergewichtig, 49% adipös und 37% extrem adipös. Bei 55% der Untersuchten konnte eine deutliche Reduktion ihres Gewichts erreicht werden. „Kinder, die in stationären Reha-Einrichtungen behandelt wurden, nahmen im Verlauf der Therapie besser ab als in ambulanten Einrichtungen behandelte Patienten", berichtet Dr. Hoffmeister. „Übergewichtige Patienten waren erfolgreicher als extrem adipöse Jugendliche."

Aber auch auf die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die schon junge Übergewichtige ansammeln, wirkten sich die Therapieprogramme positiv aus. Zu Therapiebeginn wurde bei 26% der Kinder und Jugendlichen Bluthochdruck diagnostiziert, nach Ende der Behandlung waren es nur noch 17%. Bei 37% der Kinder und Jugendlichen waren zu Beginn der Behandlung die Blutfettwerte erhöht, nach der Intervention bei 28%. „In dieser grossen Studie konnten alle Therapiekonzepte kurzfristig Erfolge nachweisen", so Dr. Hoffmeister. „In den Nachuntersuchungen werden wir dann auch die Nachhaltigkeit der Effekte beurteilen können."

Quelle: Reduction of cardiovascular comorbidity in obese adolescents participating in specialized intervention programs: longitudinal results on 1561 patients. U. Hoffmeister, M. Bulinger, C. Goldapp, R.W. Holl, R.Mann, U. Ravens-Sieberer, A. Van Egmond-Froehlich, J. Westehoefer, T. Reinher. Abstract No. P1448

   


Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ESC können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne eines unrestricted educational grant von Servier/Procoralan® realisieren.

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