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München, den 2. September 2008

BEAUTIfUL-Studie

Herzfrequenzsenkung mit Ibravadin verbessert signifikant die Prognose bei KHK

Für stabile Koronarpatienten gilt: Hohe Ruhefrequenz = hohes kardiovaskuläre Risiko. Ivabradin (Procorolan®) senkt die Ruhefrequenz und damit das Risiko, so die Ergebnisse von BEAUTIFUL (morBidity-mortality EvAlUaTion of the IF inhibitor ivabradine in patients with CAD and left ventricULar dysfunction).

Die Studie mit 10917 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) und linksventrikulärer Dysfunktion (LVD) ermittelte als „Cut-off-Point“ für die Herzfrequenz in Ruhe 70 Schläge/Min. Darüber stieg das kardiovaskuläre Risiko massiv an: kardiovaskulär bedingter Tod um 34%, Myokardinfarkt um 46%, Herzinsuffizienz um 56% und koronare Revaskularisierung um 38%.

Professor Dr. Kim Fox, London, päsentierte als Studienleiter die BEAUTIFUL-Study. Im Gesamtkollektiv (n = 10917) bewirkte Ivabradin, der erste selektive Hemmer des „Schrittmacher-Stroms“ If im Sinusknoten, zwar keine signifikante Reduktion des primären kombinierten Endpunkts (kardiovaskulärer Tod, Klinikaufnahme wegen akutem Myokardinfarkt und wegen Herzinsuffizienz). Allerdings reduzierte der If-Kanal-Hemmer bei den Patienten mit einer Ruhefrequenz von 70 oder mehr Schlägen/Minute das Risiko einer Klinikeinweisung wegen Herzinfarkt um 36% (p = 0,001) und das Risiko einer koronaren Revaskularisation um 30% (p = 0,016). „Ivabradin ist die erste antianginöse Substanz, die eine Reduktion von Myokardinfarkt und Revaskularisierung bei stabilen Koronarpatienten gezeigt hat“, kommentierte Prof. Fox.

Der Großteil der Patienten erhielt bereits eine optimale Therapie (Plättchenhemmer 94%, ACE-Hemmer/AT1-Blocker 91%, Betablocker 87%, Lipidsenker 76%). Dies unterstreicht die Bedeutung der Ergebnisse.

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Beautiful im Detail

Die BEAUTIFUL Studie wurde im Dezember 2004 unter Leitung einer unabhängigen Expertenkommission initiiert. Anfang 2005 wurde der erste Patient in die Studie eingeschlossen. 10917 KHK Patienten mit LVD in 781 Studienzentren und 33 Ländern verteilt über vier Kontinente wurden rekrutiert. Die durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 71 Schlägen/Min, wobei die Hälfte der Patienten eine Herzfrequenz von über 70 Schlägen/Min hatte. Die Ergebnisse der BEAUTIFUL Studie haben gezeigt, dass Patienten mit einer Herzfrequenz >70 Schlägen/Minute ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder Tod haben. Die Risikozunahme beträgt 34% für den kardiovaskulär bedingten Tod, 46% für einen Myokardinfarkt, 56% für Herzinsuffizienz und 38% für koronare Revaskularisierung.

In der Gesamtpopulation konnte die Behandlung mit Ivabradin keine signifikante Reduktion des primär kombinierten Endpunktes bewirken (kardiovaskulärer Tod, Krankenhauseinweisung wegen akutem Myokardinfarkt und Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz). Jedoch reduzierte Ivabradin bei Patienten mit einer Herzfrequenz in Ruhe von über 70 Schlägen/Minute das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen tödlichem und nicht tödlichen Myokardinfarkt um 36% (p=0.001) und das Risiko einer koronaren Revaskularisation um 30% (p=0,016).

Wichtig dabei ist, dass die meisten Patienten bereits eine leitliniengerechte kardiovaskuläre Therapie erhalten haben: Thrombozytenaggregationshemmer (94%), ACE Hemmer oder AT(1) Blocker (Sartane) (91%), Betablocker (87%), genauso wie Lipidsenker (76%).

Die Ergebnisse von BEAUTIFUL stellen einen Fortschritt in der Behandlung derjenigen Koronarpatienten dar, die eine Herzfrequenz von über 70 Schläge/Min haben. Zum ersten Mal konnte gezeigt werden, dass eine exklusive Herzfrequenzreduktion mit Ivabradin koronare Ereignisse, trotz bestehender optimaler Therapie, weiter reduziert. Die Studie bestätigt ausserdem, dass Ivabradin sicher und gut veträglich ist und zusammen mit den üblichen kardiovaskulären Medikamenten verschrieben werden kann. Zu den Ergebnissen sagte der Vorsitzende des Steering Commitee, Professor Roberto Ferrari: "Oft werden eine Vielzahl von Untersuchungen bei KHK Patienten gemacht, aber eine so einfache, wie die Bestimmung der Herzfrequenz, wird nicht durchgeführt. BEAUTIFUL hat die Notwendigkeit gezeigt, die Herzfrequenz bei allen KHK Patienten zu bestimmen und diese, falls sie über 70/Min liegt, mit Ivabradin zusätzlich zur Begleittherapie, zu reduzieren."

Die BEAUTIFUL Ergebnisse in der Ivabradin Gruppe können durch die bereits belegte Wirkung, das Risiko von Myokardischämien bei Patienten mit stabiler Angina pectoris zu verringern, erklärt werden(1). Neue Forschungsergebnisse haben ausserdem gezeigt, dass Ivabradin die Endothelfunktion verbessert (2) und das Fortschreiten von Artherosklerose verhindert.

Trotz aller Fortschritte bleibt gemäss Weltgesundheitsorganisation die koronare Herzerkrankung weltweit bis 2030 das führende Gesundheitsproblem(3). Ivabradin kann helfen dieses Problem zu verringern, da es, wie in der BEAUTIFUL Studie gezeigt, das Risiko von Myokardinfarkt und Revaskularisierung reduziert. "Die Hälfte aller KHK Patienten hat eine Herzfrequenz von über 70 Schlägen/Minute. Diese Patienten können jetzt von einer Behandlung mit Ivabradin profitieren, die ihr Risiko einen weiteren Herzinfarkt oder eine notwendige koronare Intervention zu haben deutlich verringert", fasste Prof. Fox zusammen.

Quellen:
1. Tardif J-C, Ford I, Tendera M, et al. Eur Heart J. 2005;26:2529-2536.
2. Florian Custodis, MD*; Magnus Baumhäkel, et al Circulation 2008;117:2377-2387.
3. Projections of Global Mortality and Burden of Disease from 2002 to 2030 PLoS Med 3(11): e442. doi:10.1371/journal.pmed.0030442.

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