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Dienstag, 07.02.2012     Medical Tribune Group





Tiotropium bei COPD

Mortalität und Morbidität signifikant gesenkt!

Auf dieser Site bieten wir Ihnen:
> 1. Roundtable-Gespräch zur UPLIFT-Studie mit Spiriva® (Tiotropium)
> 2. Webcast über eine Veranstaltung zur UPLIFT-Studie anlässlich des Jahreskongresses der European Respiratory Society 2008 in Berlin, organisiert von Boehringer-Ingelheim
> 3. zusammenfassender Artikel über die UPLIFT-Studie
> 4. weitere Beiträge vom Jahreskongress der European Respiratory Society 2008

1. Roundtable mit Schweizer Experten

Anlässlich des ERS in Berlin haben wir einen Roundtable mit Professor Dr. Michael Tamm, Universitätsspital Basel, Professor Dr. Thomas Geiser, Inselspital Bern, und Dr. Jürg Barandun, LungenZentrum Hirslanden, Zürich organisiert. Moderiert haben b>Dr. med. Ulrike Novotny und Winfried Powollik (Medical Tribune).

 

Prof. Dr. Michael Tamm
Prof. Dr. Thomas Geiser Dr. Jürg Barandun

 In diesem Roundtable mit Schweizer Experten erfahren Sie die Highlights zur UPLIFT-Studie. Die doppelblinde und plazebokon­trollierte UPLIFT-Studie ist eine der bisher grössten COPD-Studien, an der 5993 Patienten mit moderater bis sehr schwerer COPD aus 37 Ländern an 490 Standorten teilgenom­men haben. Die Rekrutierung wurde Anfang 2003 gestartet, die Studie endete im Februar 2008.





Hier können Sie das Video vom Roundtable zur Bedeutung der UPLIFT-Studie für Ihren i-Pod downloaden.
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2. Webcast zur UPLIFT-Studie

In diesem Webcast erwartet Sie:

  • Wie erleben COPD-Patienten Ihre Krankheit?
  • Wie erleben COPD-Patienten eine Exazerbation?
  • Wie sieht das Studiendesign von UPLIFT aus?
  • Was bringen die Ergebnisse der UPLIFT-Studie?

    The UPLIFT®trial: addressing a global problem
    Dr. Rosemary Leonard

    Where are we now?: clinical course of COPD and its management
    Professor Claus Vogelmeier

    UPLIFT®: first presentation of results from a 4-year landmark trial
    Professor Dr. Marc Decramer

    Living with COPD: what it's like for the patient?

hier klicken, dann weiter zum Webcast


3. Zusammenfassung der UPLIFT-Studie 2008


Tiotropium bei COPD

Mortalität und Morbidität signifikant gesenkt!

BERLIN – Patienten mit einer obstruktiven Lungenkrankheit profitieren von der Bronchodila­tation mit Tiotropium. Die von Professor Dr. Marc Decramer, Leuven, am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society präsentierte UPLIFT-Studie konnte zeigen, dass die COPD-Patienten dank des Anti­cholinergikums eine anhaltende Verbesserung der Lungenfunk­tion über vier Jahre sowie eine ver­besserte Überlebensrate aufwei­sen.

Die doppelblinde und plazebokon­trollierte UPLIFT-Studie ist eine der bisher grössten COPD-Studien, an der 5993 Patienten mit moderater bis sehr schwerer COPD aus 37 Ländern an 490 Standorten teilgenom­men haben. Die Rekrutierung wurde Anfang 2003 gestartet, die Studie endete im Februar 2008.

Um in die Studie aufgenommen zu werden, mussten die Teilnehmer u.a. mindestens 40 Jahre alt, Raucher oder Ex-Raucher sein, eine reduzierte Lungenfunktion (FEV1 < 70 %) und eine bronchiale Obstruktion aufweisen (FEV1/FVC < 70 %). Die Pati­enten wurden 1:1 randomisiert und erhielten täglich 18 µg Tiotropium oder Plazebo.

Gut therapierte Patienten

In der UPLIFT-Studie war jegliche COPD-Begleitmedikation ausser inhalativen Anticholinergika erlaubt. Das bedeutet, dass die Patienten eigentlich optimal behandelt waren. „Das war für unsere Studie eine ganz besondere Herausforderung, der sich die meisten COPD-Studien bislang nicht stellen mussten“, sagte Prof. Decramer.

Die Basisdaten und die respiratorische Medikation war in beiden Studienarmen gleich. Die Patienten waren im Schnitt 65 Jahre alt, 75 % waren Männer, 30 % aktive Raucher, alle anderen Ex-Raucher.

Prof. Dr. Marc Decramer  

 

Die COPD wird nach dem GOLD-Standard in vier Stadien eingeteilt. 46 % der Probanden waren im noch milden Stadium II, in dem sich die Patienten für gewöhnlich wegen Beschwerden zum ersten Mal beim Hausarzt vorstellen. In diesem Stadium schreitet die Krankheit am schnellsten fort. 44 % befanden sich im schweren Stadium III und 9 % im sehr schweren Stadium IV, in dem z.B. die Einsekundenka­pazität (FEV1) kleiner als 30 % ist.

Bei mindestens einer Visite berichteten 74 % der Patienten, dass sie inhala­tive Kortikoster­oide, 72 %, dass sie langwirk­same ß-Agonisten und 46 %, dass sie eine Kombination aus beiden erhielten.

„Man muss zwischen Asthma und COPD unterscheiden“, erklärte Professor Dr. Michael Tamm, Universitätsspital Basel, gegenüber Medical Tribune. „Beim Asthma heisst die Reihenfolge Steroide, dann ß-Agonisten. Bei der COPD heisst die Reihenfolge Anticholinergika wie Tiotropium, dann folgen ß-Agonisten und schliesslich Steroide.“

Rauchstopp-Programme wurden allen Studienteilnehmern angeboten und das Rauchverhalten bei jeder Visite abgefragt. Die Studie, das heisst 45 Monate Medikation, beendeten mehr Pati­enten im Tiotropium-Arm als in der Kontrollgruppe (63,8 vs. 55,4 %). In der Kontrollgruppe schieden 259 Patienten mehr aus als in der Verumgruppe.

Im Tiotropium-Arm wurden die Lungenfunktion, die Lebensqualität und die Exazerbationen während der vierjährigen Studiendauer positiv und anhaltend beeinflusst.

In der Tiotropium-Gruppe wurde eine statistisch signifikante Abnahme des Mortalitätsrisikos von 16 % (p=0,016) beobachtet. Auch wenn man die Todesfälle miteinbezog, die nach einem frühzeiti­gen Absetzen der Studienmedika­tion auftraten, war die positive Wirkung auf die Überlebensrate in­nerhalb der vierjährigen Beobach­tungsphase statis­tisch signifikant (p=0,034).

Zeitgewinn dank Tiotropium

Der „vitale Status“, mindestens 45 Monate Follow-up, inklusive der Patienten, die die Behandlung unterbrachen, konnte für 98 % der Patienten in Tiotropium-Arm und für 97 % der Patienten in der Kontrollgruppe ermittelt werden. Im Tiotropium-Arm war die Morbidität hinsichtlich Atemwegs- (-16 %, p<0,05) und Herzerkrankungen (-16 %, p<0,05) erniedrigt. Das relative Risiko für einen Herzinfarkt wurde um 29 % (p<0,05) reduziert. Mit Tiotropium konnte die Zeit bis zur ersten Exazerbation um 4,1 Monate (p<0,001) signifikant hinausgezögert werden. Und zusätzlich profitierten die Studien­teilnehmer im Verumarm davon, dass die Anzahl der Exazerba­tionen pro Patientenjahr um 16 % (p<0,001) sig­nifikant vermindert war. Das Risiko, wegen einer Exaz­erbation hospitalisiert zu werden, war im Vergleich zur Kontroll­gruppe ebenfalls mit 14 % (p<0,02) signifikant reduziert. Eine solch akute Verschlechterung der Atmung geht meist mit einem unwiederbringli­chen Verlust an Lungenfunktion ein­her. Deshalb kann eine Behand­lung, die die Exazerbationen verringert, den klinischen Verlauf positiv beeinflussen.

Positiver Einfluss auf die Atmung

Die respiratorischen schwerwie­genden unerwünschten Ereignisse wurden in der Verum-Gruppe um 16 % (p<0,05) reduziert, Lungenver­sagen um 31 % (p<0,05). „Mit Tiotropium haben wir die Bestätigung, dass wir COPD-Patienten gut therapieren können, aber es ist nach wie vor so, dass wir die Progression der COPD nicht mit Medikamenten beeinflussen können“, sagte Professor Dr. Thomas Geiser, Inselspital Bern, gegenüber Medical Tribune.

Je früher, desto besser

Der Erhalt der Lebensqualität spielt für COPD-Patienten eine Schlüs­selrolle. In der UPLIFT-Studie wurde das Be­finden mit dem St. George`s Respiratory Questionnaire (SQRQ) ermittelt. Über die gesamte Studienzeit war der Unterschied zwischen den bei­den Armen signifi­kant zu Gunsten von Tiotropium. Gegenüber Medical Tribune meinte Dr. Jürg Barandun, LungenZentrum Hirslanden, Zürich: „UPLIFT hat gezeigt, dass Tiotropium ein sicheres Medikament ist, das entsprechend den Guidelines nach vorne gehört. Wichtig ist, dass die Hausärzte die Patienten früh identifizieren.“

Winfried Powollik

Under­standing Potential Long-Term Impacts on Function with Tiotropium

UPLIFT-Resultate

Tiotropium im Vergleich zur Kontrollgruppe

  • signifikante Verbesserung der Lungenfunktion
  • relevanter Effekt auf den klinischen Verlauf der COPD
  • signifikante Reduktion der Mortalität während der Behandlung
  • signifikante Reduktion der respiratorischen Morbidität
  • signifikante Reduktion der kardialen Morbidität
  • signifikant geringeres Risiko für eine Exazerbation
  • signifikante Verbesserung der Lebensqualität


4. weitere Beiträge vom Jahreskongress 2008 der European Respiratory Society.

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Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.

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