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Montag, 5. Oktober 2008

Über 5800 Familien acht Jahre lang beobachtet

Ängstliche Mütter – mehr asthmatische Kinder

BERLIN – Schwangere Frauen, die unter Stress stehen, vor allem in der späten Schwangerschaft, haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Kind ein Asthma entwickelt. Das ist das Ergebnis einer englischen Studie mit über 5'800 Familien, die am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society in Berlin vorgestellt wurde. Sehr ängstliche Frauen haben im Vergleich zu weniger ängstlichen Müttern mit 65prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Kind, das später Asthma bekommt.

An Asthma, dem häufigsten chronischen Leiden in der Pädiatrie, erkrankt etwa jedes zehnte Kind. Obwohl die Ursachen nicht vollständig geklärt sind, weiss man, dass solche Anfälle unter anderem durch psychologische und emotionelle Faktoren hervorgerufen werden können.

Versuche mit erwachsenen Säugetieren, die in utero Stress ausgesetzt waren, haben gezeigt, dass diese Tiere sowohl in der hypothalamo-hypohysären Achse, welche die Hormone kontrolliert, die mit den wichtigsten Körperfunktionen verbunden sind, als auch im Immunsystem Veränderungen aufweisen. Letztere machten sie anfälliger für Entzündungen der Atemwege und für eine bronchiale Hyperreaktivität.

Über 5'800 Familien acht Jahre lang beobachtet

Die Studie der Arbeitsgruppe um Raquel Granell, Dept. Of Social Medicine, University of Bristol, England, analysierte die vorgeburtlichen psychologischen Faktoren für Asthma anhand der Teilnehmerinnen der ALSPAC (Avon Longitudinal Study of Parents and Children). Das ist einer Gruppe schwangerer Frauen, die in der ehemaligen Grafschaft Avon lebte und deren Niederkunft zwischen dem 1. April 1991 und dem 31. Dezember 1992 stattfand. Insgesamt konnten die Daten von 5'810 Müttern ausgewertet werden.

Anhand der Antworten von Fragebögen, die in der 18. und der 32. Schwangerschaftswoche ausgefüllt wurden, konnten die Frauen vier verschiedenen Ängstlichkeitsstufen zugeordnet werden. Fast 13 Prozent der Kinder hatten im Alter von etwa 7,5 Jahren Asthma. Wie erwartet gab es dabei eine starke Verbindung zwischen mütterlicher Ängstlichkeit zur 18. und besonders zur 32. Schwangerschaftswoche. Das Asthmarisiko war um 17 Prozent höher für Kinder von Müttern, die zur 32. Woche gestresst waren, und um 14 Prozent höher, wenn die Mutter zur 18. Woche unter Stress stand.

Die Ergebnisse waren noch überzeugender bei den Frauen, die zu der ängstlichsten Gruppe gehörten. Das zusätzliche Asthmarisiko für das Kind erreichte hier 65 Prozent bei Müttern mit der höchsten Ängstlichkeit in der 32. Woche und 53 Prozent bei Mütter mit höchster Ängstlichkeit in der 18. Woche.


Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.

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