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Dienstag, 07.02.2012     Medical Tribune Group





Berlin, 8. Oktober 2008

Antibiotikatherapie bei exazerbierter COPD?

Die Sputumpurulenz ist ein gutes Entscheidungsmerkmal

BERLIN – Antiobiotika werden nicht ganz selten unnötig verschrieben. Wann muss eine Antiobiotikatherapie bei exazerbierter chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) sein? Ist schon allein die Angabe des Patienten ausreichend, sein Sputum sei purulent geworden? Offensichtlich ist das ein guter Wegweiser, zeigte Dr. Nestor Solér, Pulmonologe in Barcelona, am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society

Seine Studie schloss 56 Patienten im durchschnittlichen Alter von 71 Jahren ein, die mit einer akuten Exazerbation (FEV1 durchschnittlich 42%) in seiner Klinik vorstellig wurden und stationär aufgenommen werden mussten. Sie wurden gefragt, ob ihr Sputum im Rahmen der akuten Episode purulent geworden sei, und die Antwort wurde dann als Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Antibiotikabehandlung genommen. Die Arbeitsgruppe prüfte, ob die Relapsrate innerhalb oder ein Therapieversagen innerhalb von 30 Tagen in der Gruppe mit und ohne purulentes Sputum vergleichbar waren.

Bei den Patienten mit purulentem Sputum war der Spiegel des C-reaktiven Proteins signifikant erhöht. Eine positive Bakterienkultur fand sich hier in 78%, dagegen nur in 33% der Patienten mit mukösem Sputum. In Menge an angewandten Antibiotika und der Dauer der Antibiotika-Therapietage, in der Länge des Spitalaufenthaltes, im Anteil der Patienten mit Therapieversagen innerhalb 30 Tagen nach Entlassung und in der Mortalität innerhalb 6 Monaten unterschieden sich beide Gruppen nicht.

Die Autoren schliessen, dass die Angabe des Patienten, sein Sputum sei eitrig geworden, ein guter Prädiktor für eine bakteriell verursachte Exazerbation der COPD ist und als Entscheidungshilfe für oder gegen die Antibiotikatherapie herangezogen werden kann.

UNo

Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.

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