Berlin, 8. Oktober 2008
Pulmonale Hypertonie
Frühdiagnose noch wichtiger als gedacht
BERLIN – Die frühe Diagnose einer pulmonalen Hypertonie (PAH) ist deshalb wichtig, weil die Prognose mit dem Fortschreiten der Erkrankung deutlich schlechter wird. Aber wie genau der natürliche Verlauf der PAH im noch milden funktionellen Stadium II ist, war noch wenig bekannt. Dr. Marius M. Höper, Universität Hannover, berichtete über Studienergebnisse im Plazebo-Arm der EARLY-Studie*, die Bosentan mit Plazebo verglichen hatte.
In EARLY, einer multizentrischen plazebokontrollierten randomisierten Studie, waren 185 Patienten mit verschiedenen Formen der PAH (idiopathisch, im Rahmen einer Bindegewebserkrankung oder eines kongenitalen Herzfehlers usw.), alle im funktionell noch milden Stadium II, entweder einem Arm mit Bosentan-Therapie (n = 93) oder mit Plazebo (n = 92) zugeordnet worden. Die Studie lief über 32 Wochen. EARLY hatte signifikant eine Risikoreduktion um 77 % für ein Fortschreiten (definiert als Tod jeder Ursache, Hospitalisation wegen PAH-Komplikation, symptomatische Progression) gezeigt, mit Signifikanzniveau p = 0,0114.
Untherapiert bei jedem Achten Verschlechterung
Im jetzt gesondert untersuchten Plazebo-Arm war eine Verschlechterung bei 13 von 92 Patienten (14 %) eingetreten. Ein Patient war verstorben, 3 wurden hospitalisiert, und bei 9 trat ein klinisches Fortschreiten ein. Alle Patienten, die das erste Ereignis einer Verschlechterung überlebten, zeigten innerhalb der 32 Studienwochen eine weitere Verschlechterung.
Zu den Prädiktoren für die Verschlechterung wurden uni- und multivariate Analysen vorgenommen.
Faktoren für eine Progression waren laut univariater Analyse eine kürzere Zeit ab Diagnose, ein geringerer mittlerer Blutdruck (bis 90 mmHg), höhere Plasmakonzentrationen an NT-prBNP zu Studiekknbeginn (ab 300 ng/l) und eine niedrigere SvO2 (gemischtvenöse Sauerstoffsättigung bis 69 %). In diesen Situationen war das Risiko für eine Progression jeweils um mehr als das Fünffache erhöht Die multivariate Analyse deutete ebenfalls darauf hin, dass der niedrigere mittlere Blutdruck zu Beginn prädiktiv für eine klinische Verschlechterung sein kann. Auch SvO2 und NT-proBNP bestätigten sich hier als Prädiktoren für eine raschere Progression. Die frühe Therapie mit Bosentan erscheint auch nach dieser Analyse gerechtfertigt.
UNo
*EARLY Endothelin Antagonist tRial in miLdlY symptomatic PAH patients
Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.
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