Medical Tribune AG



Dienstag, 07.02.2012     Medical Tribune Group





Berlin, 9. Oktober 2008

Mukomodulator regelmässig im Winter

Exazerbationen besonders bei schwerer COPD verringert

BERLIN – Der „Mukomodulator“ Erdostein wirkt sich nicht nur auf die Viskosität des Bronchialsekrets aus, sondern setzt auch die Bakterienadhäsivität herab, ist ein starker Radikalenfänger und liess antientzündliche Qualitäten in den Atemwegen erkennen. Dr. Maria Ballabio, Mailand, präsentierte am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society eine Analyse der bereits früher publizierten EQUALIFE* Studie zur Frage, wie sich Exazerbationen einer COPD durch Erdostein beeinflussen lassen.

Die randomisierte doppelblinde Multizenterstudie EQUALIFE rekrutierte 155 Patienten mit mässiger bis schwerer COPD, die über 8 Monate Erdostein (300 mg zweimal/Tag) oder Plazebo zusätzlich zur üblichen Behandlung der COPD erhielten. In dieser Studie wurden im Verum-Arm 30% weniger Exazerbationen und 58% weniger Hospitalisationstage sowie eine verbesserte Lebensqualität beobachtet, bei insgesamt sogar niedrigeren Kosten in der Erdostein-Gruppe.

In der jetzigen Analyse von Dr. Ballabios Arbeitsgruppe verlängerte Erdostein signifikant die Zeit bis zur ersten Exazerbation, mit einem nahezu signifikanten Effekt auf die forcierte Einsekundenkazapzität FEV1 (p = 0,056). Im Mittel erlebte ein Patient im Verumarm 0,77 Exazerbationen über den Untersuchungszeitraum, in der Plazebogruppe waren es 1,24 Exazerbationen, eine Risikoreduktion um 36 %. Die Verzögerung der ersten Exazerbation war für die Gesamtgruppe signifikant und besonders ausgeprägt für die Patienten mit einer FEV1 unter dem Median bei Studieneinschluss.

Die Erdostein-Wirkung ist also bei den besonders gefährdeten Patienten besonders ausgeprägt. Der Anteil an Patienten, die inhalierbare Kortikosteroide (ICS) erhielten, war in beiden Gruppen vergleichbar um 30%. Dr. Ballabio betonte, dass die Anwendung von ICS die Erdostein-Wirksamkeit nicht beeinflusste. Damit bietet Erdostein eine wertvolle Option besonders für die schwereren COPD-Stadien, resümierte die Autorin.

Antientzündliche Wirkung durch Radikalenfang

Die inhalierbaren Kortikosteroide haben bei COPD nur eine eingeschränkte antientzündliche Wirkung, begründete Dr. Roberto Dal Negro, Orlandi Hospital in Verona, den Ansatz seiner Studie – andere antientzündliche Optionen sind hier deshalb von grossem Interesse. Der Einfluss auf oxidativen Stress kann ein Ansatz sein, da er entzündliche Eicosanoide wie Leukotriene provozieren kann, die wiederum Entzündungszellen anlocken, die Schleimbildung fördern, die Muskelzellkontraktion fördern und die Gefässpermeabilität steigern. Kann Erdostein die Eicosanoidbildung hemmen, über eine antioxidative Wirkung?

Je 12 COPD-Patienten und 12 Asthma-Patienten erhielten in seiner Studie zehn Tage lang doppelblind plazebokontrolliert 300 mg Erdostein zweimal täglich. Die Konzentrationen an Leukotrien B4 und E4 sanken signfikant, radikale Sauerstoffspezies im Blut nahmen ab, jedoch etwas unterschiedlich bei den beiden Krankheitsentitäten. Jetzt wird es interessant sein, die Auswirkungen dieser Effekte auf grössere Studienpopulationen zu zeigen.

UNo

*The Erdosteine on Quality of Life


Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.

» zurück zur Inhaltsseite

» zurück zur Homepage





 
[ Home ] [ Sitemap ]
 
hosted by bit-heads GmbH