Dienstag, 7. Oktober 2008
Chronisch obstruktive Lungenkrankheit
Eine Krankheit auf dem Weg nach oben
BERLIN – Nach der neusten Schätzung der WHO leben weltweit 210 Millionen Menschen mit COPD. Drei Millionen sterben jedes Jahr daran, was weltweit 5% aller Todesfälle ausmacht. Doch nicht genug, durch die massive Einschränkung der Lebensqualität erleiden die Patienten bereits zu Lebzeiten grosse Einbussen.
Die COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) ist eine respiratorische Krankheit, charakterisiert durch chronisch verengte Luftwege, resultierend in Atemnot oder Dyspnoe, Husten, Wheezing und einer erhöhten Sputumproduktion. Klinisch zeigt sich bei der COPD ein progressiver Abfall der Lungenfunktion. Durch die nur teilweise reversible Verengung der Luftwege kommt es zu „Air Trapping“, Luft, die nach der Expiration in der Lunge verbleibt.
Die Patienten leiden in frühen Stadien vor allem unter der Atemlosigkeit, insbesondere nach körperlicher Anstrengung. Immer mehr schränken sie die physischen Tätigkeiten ein, was eine grosse Einbusse an Lebensqualität bedeutet. Die Progression der Krankheit führt hin zu Exazerbationen, eine intermittierende Verschlechterung der Symptome. Exazerbationen erfordern dann den Gang zum Arzt oder ins Spital. Die Krankheit betrifft vor allem Menschen über 40. Oft bleiben sie jedoch lange ohne Diagnose, da die meist als erstes Symptom auftretende Atemlosigkeit dem Alterungsprozess zugeschrieben wird und deshalb beim Arztbesuch keine Erwähnung findet.
Wegen des progressiven Verlaufs der COPD ist die frühe Diagnose und Therapie essentiell um Komplikationen und Exazerbationen verhindern zu können, so Professor Dr. Claus Vogelmeier, Universität Marburg am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society. Oft wird die Krankheit mit Asthma verwechselt, es handelt sich jedoch um zwei komplett andere Erkrankungen mit anderen Ursachen, die eine unterschiedliche Behandlung erfordern, so der Experte (s. Kasten 1).
Zur Diagnose der COPD gehört die Erhebung der Risikofaktoren wie Rauchen und Schadstoffexposition und der Symptome wie Atemlosigkeit und Husten an den Anfang, gefolgt von der Spirometrie.
Die Einteilung der COPD erfolgt in den vier GOLD-Stadien. Zur Therapie gehört als erstes die Eliminierung der Risikofaktoren. Medikamentös kann im frühen Stadium bei Bedarf ein kurzwirksamer Bronchodilatator eingesetzt werden. Ab dem GOLD-Stadium II empfehlen die Guidelines zur Erhaltungstherapie ein langwirksames Anticholinergikum. Erst in späten Stadien erfolgt gemäss den Richtlinien, anders als bei Asthma, der Einsatz von Steroiden.
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Im GOLD-Stadium II verläuft die Verschlechterung der COPD am schnellsten.
Viele Patietenten werden aber erst in späteren Stadien diagnostiziert und behandelt. |
Unterschiede Asthma / COPD |
Asthma |
COPD |
Beginn oft früh
meist in der Kindheit
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Beginn im mittleren Alter
(meist 40+) |
Symptome verändern sich von Tag zu Tag |
Symptome verändern sich langsam progressiv |
Symptome treten oft nachts oder am frühen Morgen auf |
atemlos bei körperlicher Aktivität |
anamnestisch häufig Allergien, Rhinitis, Ekzeme |
Raucheranamnese |
meist reversible Einschränkung der Atmung |
meist irreversible Einschränkung der Atmung |
Familienanamnese von Asthma |
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np
Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.
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