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Dienstag, 07.02.2012     Medical Tribune Group





Dienstag, 7. Oktober 2008

Chronisch obstruktive Lungenkrankheit

Eine Krankheit auf dem Weg nach oben

BERLIN – Nach der neusten Schätzung der WHO leben weltweit 210 Millionen Menschen mit COPD. Drei Millionen sterben jedes Jahr daran, was weltweit 5% aller Todesfälle ausmacht. Doch nicht genug, durch die massive Einschränkung der Lebensqualität erleiden die Patienten bereits zu Lebzeiten grosse Einbussen.

Die COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) ist eine respiratorische Krankheit, charakterisiert durch chronisch verengte Luftwege, resultierend in Atemnot oder Dyspnoe, Husten, Wheezing und einer erhöhten Sputumproduktion. Klinisch zeigt sich bei der COPD ein progressiver Abfall der Lungenfunktion. Durch die nur teilweise reversible Verengung der Luftwege kommt es zu „Air Trapping“, Luft, die nach der Expiration in der Lunge verbleibt.

Die Patienten leiden in frühen Stadien vor allem unter der Atemlosigkeit, insbesondere nach körperlicher Anstrengung. Immer mehr schränken sie die physischen Tätigkeiten ein, was eine grosse Einbusse an Lebensqualität bedeutet. Die Progression der Krankheit führt hin zu Exazerbationen, eine intermittierende Verschlechterung der Symptome. Exazerbationen erfordern dann den Gang zum Arzt oder ins Spital. Die Krankheit betrifft vor allem Menschen über 40. Oft bleiben sie jedoch lange ohne Diagnose, da die meist als erstes Symptom auftretende Atemlosigkeit dem Alterungsprozess zugeschrieben wird und deshalb beim Arztbesuch keine Erwähnung findet.

Wegen des progressiven Verlaufs der COPD ist die frühe Diagnose und Therapie essentiell um Komplikationen und Exazerbationen verhindern zu können, so Professor Dr. Claus Vogelmeier, Universität Marburg am 18. Jahreskongress der European Respiratory Society. Oft wird die Krankheit mit Asthma verwechselt, es handelt sich jedoch um zwei komplett andere Erkrankungen mit anderen Ursachen, die eine unterschiedliche Behandlung erfordern, so der Experte (s. Kasten 1).

Zur Diagnose der COPD gehört die Erhebung der Risikofaktoren wie Rauchen und Schadstoffexposition und der Symptome wie Atemlosigkeit und Husten an den Anfang, gefolgt von der Spirometrie.

Die Einteilung der COPD erfolgt in den vier GOLD-Stadien. Zur Therapie gehört als erstes die Eliminierung der Risikofaktoren. Medikamentös kann im frühen Stadium bei Bedarf ein kurzwirksamer Bronchodilatator eingesetzt werden. Ab dem GOLD-Stadium II empfehlen die Guidelines zur Erhaltungstherapie ein langwirksames Anticholinergikum. Erst in späten Stadien erfolgt gemäss den Richtlinien, anders als bei Asthma, der Einsatz von Steroiden.

Im GOLD-Stadium II verläuft die Verschlechterung der COPD am schnellsten.
Viele Patietenten werden aber erst in späteren Stadien diagnostiziert und behandelt.


 

Unterschiede Asthma / COPD
Asthma
COPD
Beginn oft früh
meist in der Kindheit
Beginn im mittleren Alter
(meist 40+)
Symptome verändern sich von Tag zu Tag
Symptome verändern sich langsam progressiv
Symptome treten oft nachts oder am frühen Morgen auf
atemlos bei körperlicher Aktivität
anamnestisch häufig Allergien, Rhinitis, Ekzeme
Raucheranamnese
meist reversible Einschränkung der Atmung
meist irreversible Einschränkung der Atmung
Familienanamnese von Asthma


np

Die Overnight Reportagen vom Jahreskongress der ERS können wir dank der freundlichen Unterstützung im Sinne des unrestricted educational grant von Boehringer Ingelheim (Schweiz) realisieren.

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