Klassisches Risikomanagement reicht für Diabetiker nicht aus
CHICAGO – Antihypertensiva, Statine und übliche Antidiabetika halbieren das kardiovaskuläre Risiko – doch damit bleibt ein erhebliches Restrisiko bestehen. Dies resultiert vor allem aus intraabdominalen Fettdepots, die – selbst wenn sie äusserlich noch kaum sichtbar sind – das kardiometabolische Risiko in die Höhe treiben, betonte Professor Dr. Theodore Mazzone, Chicago, Illinois an einem Symposium* am Rande der Jahrestagung des ACC.08.
Die Bauchfettdepots sind hochgradig stoffwechselaktiv. Sie enthalten grosse, insulinresistente Adipozyten, die vermehrt atherogene freie Fettsäuren und proinflammatorische Zytokine wie TNF-alpha freisetzen, welche die entzündliche Komponente der Atherosklerose triggern. Auch steigt mit dem Bauchumfang der Spiegel des Inflammationsmarkers hs-CRP (hoch sensitives C-reaktives Protein). Hohe CRP-Spiegel gelten als wichtiger Prädiktor für das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse. Zudem sind die intraabdominalen Fettdepots mit erniedrigten Adiponektin-Plasmaspiegeln assoziiert, sodass die antiatherogenen Wirkungen von Adiponektin, z. B. auf freie Fettsäuren, hepatische Glukoseproduktion, Insulinresistenz sowie auf die Lipidakkumulation in der Gefässwand und die endotheliale Zelladhäsion abgeschwächt werden.
„Wir benötigen dringend neue Therapieansätze, um Typ-2-Diabetiker aus der kardiovaskulären Gefahrenzone zu bringen“, so Prof. Mazzone. Hoffnung gibt der erste selektive Cannabinoid-1-Rezeptorblocker Rimonabant (ACOMPLIA®), der über die Reduktion der Bauchfettdepots das gesamte kardiometabolische Risikoprofil günstig beeinflusst und nicht nur einzelne Faktoren. Erkenntnisse zur klinischen Relevanz wird die Studie STRADIVARIUS liefern, die am Dienstag an der Hotline-Session des ACC.08 präsentiert wird. Die Studie prüfte den Einfluss von Rimonabant auf die Reduktion der Plaquegrösse bei Patienten mit manifester koronarer Herzerkrankung und abdomineller Adipositas bzw. metabolischen Risikofaktoren. KW
*Symposium “Taking it to the Wall 2008 – Reducing cardiovascular complications in Diabetes and Hyperglycemia”, Sonntag, 30. März 2008.
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