Das Neueste vom ACC. 08
CHICAGO, 2. April 2008
Die Ergebnisse einer Raucherstudie
Weiter Rauchen begünstigt neuen Herzinfarkt
CHICAGO – Eine Fortsetzung des Rauchens nach einem Herzinfarkt ist der stärkste Prädiktor für seine Wiederkehr bei Patienten von 35 Jahren und darunter. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die Dr. John Lekakis, Griechenland, auf dem ACC.08 in Chicago vorstellte.
Die 135 Patienten dieser Studie stammten aus zwei grossen Krankenhäusern in Athen, wo sie zwischen 1997 und 2001 behandelt und anschliessend bis zu zehn Jahre lang nachbeobachtet wurden. Drei Viertel der Patienten waren bei ihrem ersten Herzinfarkt übergewichtig, ein hohes Cholesterin war der zweithäufigste Risikofaktor nach dem Rauchen. 70 Prozent hatten ein Cholesterin über 5,17 mmol/l.
Risiko für kardiale Probleme dreifach erhöht
Von diesen Patienten rauchten über die Hälfte (56 Prozent) weiter. Fast die Hälfte dieser weiterrauchenden Patienten (durchschnittlich 20 Zigaretten pro Tag) erlitt ein neuerliches kardiales Ereignis, während es bei den Rauchabstinenten nur 18 Prozent waren. In Zahlen: Einer von drei nach wie vor rauchenden Patienten entwickelte während der Beobachtungszeit ein kardiales Ereignis (drei Todesfälle, 30 akute koronare Syndrome und elf Revaskularisationen). Somit haben Patienten, die das Rauchen nicht lassen können, ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für zukünftige Herzprobleme, als da sind: Herztod, erneute Herzattacken oder Revaskularisation durch klinische Verschlimmerung, im Vergleich zu den Patienten, die nach ihrem ersten Herzinfarkt mit dem Rauchen aufhörten. Das erhöhte Risiko war unabhängig von der Art der Behandlung und der Anwesenheit von anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie hohem Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes oder hohem Body Mass Index und sogar der Funktion des linken Ventrikels (Auswurffraktion), die ein anerkannt starker Prädiktor für künftige kardiale Ereignisse ist. "Patienten, die sehr früh einen Herzinfarkt erlitten, können ihre Langzeitprognose durch einen Rauchstopp signifikant verbessern," rät der Experte eindringlich.
Raucherentwöhnungsprogramme sind unerlässlich
„Für das Gesundheitssystem ist es unerlässlich“, so Dr. Lekakis in seinem Kommentar, „dass wirksame Raucherentwöhnungsprogramme als Teil einer gesamtheitlichen Behandlung der KHK angeboten werden. Denn Rauchen ist ein veränderbarer Risikofaktor.“ Weiter sagte Dr. Lekakis, dass die Zahl junger Herzinfarktpatienten im Zunehmen begriffen ist, und zwar zu einem guten Teil wegen ungesunder Ernährungsgewohnheiten, ungenügender körperlicher Betätigung und eines hohen Prozentsatzes von Rauchern. So waren laut einer früheren Studie der Arbeitsgruppe 95 Prozent der unter 36-jährigen Herz-Patienten Raucher. Dies führte zu einem sechsfach erhöhten Risiko eines Herzinfarktes verglichen mit Nichtrauchern, ohne Berücksichtigung von hohem Cholesterin, Bluthochdruck beziehungsweise Diabetes.
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