Aktuelles vom ACC. 08
Chicago, 4. April 2008
Avon Longitudinal Study of Parents and Children
Rasche Gewichtszunahme im Kleinkindalter begünstigt Risiko für spätere Herzkrankheiten
CHICAGO – Ein niedriges Geburtsgewicht, besonders bei frühgeborenen Babys, wurde bisher mit einer schlechten Herzgesundheit im Erwachsenenalter assoziiert. Das ist der Grund für die traditionelle Ansicht, dass eine rasche Gewichtszunahme nach der Geburt protektiv wirken könne. Neuere Befunde jedoch zeigen, dass eine rasche Zunahme sowohl bei frühgeborenen als auch normalgeborenen Babys im späteren Leben einen Rattenschwanz an Krankheiten nach sich ziehen kann, wie beispielsweise Herzinfarkt, Diabetes und Hypertonie, sagte Dr. Marietta Charakida, University College London, am ACC.08 in Chicago.
So fand ihre Arbeitsgruppe heraus, dass eine schnelle Gewichtszunahme während der ersten zwei Monate den systolischen Blutdruck um 0.5 mmHg steigen lässt, und dass die arterielle Steife (als Zeichen einer Schädigung der Arterien) bereits ab dem zehnten Lebensjahr erhöht ist.
Dazu wurden mehr als 6000 Kinder unter zehn Jahren (aus der Avon Longitudinal Study of Parents and Children) untersucht. Blutdruck und Body Mass Index (BMI) wurden festgestellt, ferner wurde mittels hochauflösendem Ultraschall die Steifigkeit der Armarterien gemessen. Die Kinder wurden bei der Geburt und nach zwei Monaten gewogen.
Eine raschere Gewichtszunahme während der ersten zwei Monate war mit einem erhöhten systolischen Blutdruck verbunden, wobei Geschlecht, Herzfrequenz, BMI und Lipoproteinprofil keine Rolle spielten. Ferner war eine schnellere Gewichtszunahme mit einer erhöhten Steife der Arterien assoziiert.
„Es scheint also,“ so Dr. Charakida, dass es ein Fenster im frühen Leben gibt, in dem spätere kardiovaskuläre Erkrankungen vorprogrammiert werden, und dass die Ernährung eine wichtige Rolle dabei spielt. Und unsere Studie zeigt, dass eine kardiovaskuläre Prävention im Erwachsenen- und selbst im Kindesalter allein nicht reicht, sondern dass frühe Ernährungsstrategien einen zusätzlichen Nutzen bieten können.“
Weitere Studien seien notwendig, um festzustellen, ob dieser Effekt durch eine Häufung von Risikofaktoren, beispielsweise Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin, im Alter progredient wird, und ob eine Änderung der Lebensführung diese frühen Einflüsse zurückbilden kann. Darüber hinaus, so Dr. Charakida, wäre es wichtig, die Mechanismen kennen zu lernen, durch die eine rasche Gewichtszunahme während der ersten Lebenswochen des Kindes die Progression einer arteriellen Erkrankung beeinflusst.
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