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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





ACC. 08


CHICAGO, 3. April 2008

CARISMA Studie vorgestellt

Langzeitbeobachtung des Herzrhythmus dient Überlebensvorhersage nach Myokardinfarkt

CHICAGO – Mit der CARISMA (Cardiac Arrhythmias and Risk Stratification After Myocardial Infarction; Kardiale Arrhythmien und Risikoschichtung nach Myokardinfarkt)-Studie, am ACC.08 vorgestellt von der Arbeitsgruppe um Dr. Poul Erik Bloch Thomsen, Gentofte Hospital, Universität Kopenhagen, ist ein erweiterter Einblick in das arrhythmische Geschehen gelungen. Sie benutzte einen implantierbaren Loop Recorder (ILR), der das Auftreten von Herz-Arrhythmien dokumentiert und entsprechende therapeutische Interventionen aufzeigt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Herzschlag kontinuierlich zwei Jahre lang gemessen werden kann.

Nach einem Herzinfarkt kommt der Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen ein starker Vorhersagewert für das Langzeitergebnis zu. Doch sind die bisherigen Möglichkeiten sie festzustellen und zu dokumentieren sehr begrenzt. Im Moment steht allgemein lediglich das konventionelle 24-Stunden-EKG zur Verfügung, um einige Wochen nach dem Ereignis Arrhythmien festzustellen. Es kann jedoch nur ein schnappschussartiges arrhythmisches Profil aufzeigen. Der ILR jedoch kann kontinuierlich Herzrhythmusstörungen feststellen, die dann pharmakologisch oder mittels Herzschrittmachern behandelt werden können.

CARISMA ist also eine prospektive Beobachtungsstudie, um mittels ILR die Inzidenz und die prognostische Bedeutung von Arrhythmien festzustellen. Sie zeigte, dass Patienten nach einem Herzinfarkt eine Vielzahl meist asymptomatischer Brady- und Tachyarrhythmien durchmachen. Insgesamt 291 Patienten nach frischem Herzinfarkt (drei bis 21 Tage nach dem Ereignis) und einer Auswurffraktion von weniger als 40 Prozent wurde der ILR implantiert. 24 von ihnen erhielten einen Schrittmacher oder implantierbaren Defibrillator.

Während der ersten zwei Jahre der Nachbeobachtung wurde eine beträchtliche Zahl ernster und potenziell behandlungspflichtiger Arrhythmien festgestellt. So hatte ein Drittel der Patienten ein neuerliches Vorhofflimmern, ein Fünftel der Patienten entwickelte schwere Bradyarrhythmien und ein Zehntel der Patienten hatte ventrikuläre Tachyarrhythmien.

Bei einigen der Arrhythmien handelte es sich um signifikante Prädiktoren für Herztod – namentlich Bradyarrhythmien, hochgradiger AV-Block sowie nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardien, die mit einer Schrittmachertherapie beziehungsweise einer ICD-Therapie angegangen werden konnten. Dabei war der hochgradige AV-Block der stärkste Prädiktor für den Herztod. Auf Grund dieser Ergebnisse überrascht denn auch nicht das Fazit von Dr. Thomsen: „Der Loop Recorder hat sich als ein fähiges diagnostisches Werkzeug erwiesen, um Herzrhythmusstörungen festzuhalten und sollte in kommenden Studien als ein klinisches Werkzeug zur besseren Behandlung der Patienten eingesetzt werden.“





 
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