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Overnight Report vom Jahrestreffen der European Respiratory Society


STOCKHOLM, 18. September 2007

Neoadjuvante Therapie bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom: Ist sie out?

Es lagen schon einige Studien zur neoadjuvanten Chemotherapie bei nichtkleinzelligem (NSCLC) vor. Zwar schlossen sie knapp 1000 Patienten ein, aber die Studien waren jeweils sehr klein. Jetzt legte Professor Dr. Richard Stephens, Universität Ghent in Belgien, die Ergebnisse der bisher grössten Studie zur Frage der neoadjuvanten Chemotherapie vor, die 519 Patienten im Verlauf von acht Jahren einschloss. Prof. Stephens Vorgehen hat sich durch das Ergebnis bereits geändert.

Verglichen wurden Patienten mit NSCLC, die chirurgisch behandelt werden mussten. Eingeschlossen wurden nur Teilnehmer mit einem Allgemeinzustand der WHO-Stufen 0 bis 2. Über 60% befanden sich in Stadium 1a oder 1b.

Die Studie begann 1997; im Jahr 2002 wurden mehr platinbasierte Chemotherapien erlaubt. Die meisten Patienten erhielten Cisplatin und Gemcitabin, Carboplatin und Paclitaxel oder Carboplatin und Docetaxel. 75% durchliefen alle drei geplanten Zyklen. 261 Patienten wurden nur chirurgisch, 258 chirurgisch mit neoadjuvanter, also vorausgehender Chemotherapie behandelt.

Die gute Nachricht: Die Lebensqualität wurde durch die zusätzliche Chemotherapie nicht belastet. Aber das progressionsfreie und das Gesamtüberleben unterschieden sich in den beiden Gruppen nicht: Nach zwei Jahren lebten noch 52% der nur Operierten und 53% der zusätzliche mit Chemotherapie Behandelten. Das Fünfjahresüberleben betrug 45 bzw. 44%. Fügt man diese neuen Daten den bisher schon vorliegenden Untersuchungsergebnissen hinzu, so ergibt sich ein Vorteil von 5% im Gesamtüberleben nach 5 Jahren, was insgesamt einen relativen Vorteil von 12% darstellt. „Meine eigene Konsequenz daraus ist, dass ich die neoadjuvante Chemotherapie gestoppt habe und zur adjuvanten Therapie übergegegangen bin“, berichtete der Referent.

Aber bevor man die Akten schliesst, sollte man noch eine spanische Studie abwarten, deren Datenerfassung gerade abgeschlossen wurde. „Bisher betrug die Risikoreduktion 12%, und diese Studien hat das nicht grundlegende geändert“, schloss Prof. Stephens.





 
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