Overnight Report vom 17. Jahreskongress der European Respiratory Society
STOCKHOLM, 18. September 2007
VENT: Luft aus der Lunge lassen
Eine brandheisse Geschichte ist die Präsentation der ersten prospektiven randomisierten Studie zu einer verhältnismässig einfachen Intervention, mit der Pulmonologen die Überblähung der Lunge bei chronisch obstruktiver Pneumonie verbessern können. Sie wurde in mehreren Präsentationen vorgestellt.
Einfacher als eine Stent-Implantation ist die endoskopische Platzierung eines Bronchialventils in den Atemwegen. Das Konzept wurde im Valve for Emphysema PalliatioN Trial geprüft. Die Studie fand an 50 Instituten statt, davon 26 in Europa und 24 in den USA. 270 Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert (auf je 2, welche die Intervention erhielten, wurde 1 Patienten nur konventionell behandelt).
Die Studie ging von der Überlegung aus, dass die heute verfügbaren Behandlungsformen bei fortgeschrittener COPD nicht ausreichen. Es gibt die Resektion emphysematisch überblähter Lungenbereiche, die aber nur für relativ wenige Patienten in Frage kommt. Die Medikation geht die zugrundeliegenden Ursachen nicht an, und auch die Sauerstofftherapie ist nur eine Unterstützung. Mit dem Einbau von Ventilen sollen überblähte Lungenbezirke „entlüftet“ und eingeschrumpft werden, sodass sich physikalisch die Ventilation wieder verbessert, weil das Zwerchfell hochsteigen kann. Pro überblähtem Lobus werden 3 bis 4 Ventile platziert, welche die Luft nur aus dem Lobus in Richtung zentrale Atemwege passieren lassen, nicht jedoch von den Atemwegen in die Peripherie.
Die Sache funktioniert. Professor Dr. Charles Hugo Marquette, Nizza, konnte bestätigen, dass beide primären Endpunkte erreicht wurden: Die forcierte Einsekundenkapazität verbesserte sich nach 6 Monaten signifikant und auch die im 6-Minuten-Lauftest zurück gelegte Strecke. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede bei den unerwünschten Wirkungen in beiden Gruppen. UNo
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