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Overnight Report vom 17. Jahreskongress der European Respiratory Society


STOCKHOLM, 19. September 2007

Rauchentwöhnung mit spitzen Fingern behandelt

Die Furcht der Kliniker vor den Allgemeinärzten

Die drei grossen Bedrohungen für die Gesundheit sind Fettsucht, Bluthochdruck und Rauchen. Dagegen gibt es systematische Programme, mit deren Hilfe die Patienten ihr damit zusammenhängendes Krankheitsrisiko senken können. Von der Empfehlung eines Anti-.Rauch-Programms werden sie in Schweizer Kliniken aber recht weitgehend verschont.

Kommt ein adipöser, hypertoner oder rauchender Patient in eine grosse Schweizer Klinik, bietet man ihm mit fast 100%iger Sicherheit ein Interventionsprogramm gegen Fettsucht oder zur Blutdrucksenkung an. Aber nur jeder fünfte Raucher erhält die Empfehlung und den Zugang zu einem Rauchentwöhnungsprogramm.

Dr. Christoph Bolliger, derzeit an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Kapstadt/Südafrika, stellte am 17. Jahreskongress der ERS eine interessante Studie vor, die aber auch einen Lichtblick gibt: Im Verlauf des Studienjahres gelangt es ihm, die Situation gemeinsam mit seiner Schweizer Arbeitsgruppe sehr deutlich zu bessern.

Die Fakten: Zu Studienbeginn, Anfang 2006, erhielten hospitalisierte Raucher nur in 20,5% der Spitäler mit einer internistischen A-Abteilung (39 Kliniken) sowie in fünf Kantonsspitälern Rat für eine Rauchentwöhnung, während fast 100% der Übergewichtigen und Hypertonen entsprechenden Programmen zugewiesen wurden.

Daraufhin ermunterte die Arbeitsgruppe alle noch zurückhaltenden Kliniken, Raucherprogramme einzuführen, und hielt zwei Kurse für Ärzte und Schwestern ab, die von 100 Personen besucht wurden. Am Ende des Programms waren es dann immerhin 50% der Kliniken, die ein Rauchentwöhnungsprogamm anbieten konnten.

Nach den Gründen für die Zurückhaltung befragt, kamen zwei Argumente zur Sprache: 1) Es mangelt an Ressourcen, vor allem für eine engagierte Krankenschwester. Und 2) die Kliniken wollen nicht in Konkurrenz mit den zuweisenden Grundversorgern treten und befürchteten deren Missfallen. Diese Furcht konnten bereits eine signifikante Zahl von Kliniken ablegen. UNo





 
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