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Overnight Report von der 44. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft


DRESDEN, 27. April 2007

Bei Psoriatikern an Gelenkbefall denken

Nicht-Rheumatologen, die Psoriasis-Patienten behandeln, sollten diagnostisch auch die Gelenke im Auge behalten. „Die Psoriasis-Arthritis wird immer noch unterschätzt,“ betonte der Dermatologe Prof. Uwe Wollina, Dresden, an einem Satellitensymposium der 44. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.

Die Angaben, wie viele Menschen mit Psoriasis auch eine Psoriasis-Arthritis haben, variieren in der Literatur zwischen 5 und 30%. Sehr häufig sei aber auch bei „reiner“ Psoriasis ein erhöhtes Remodeling der Knochen. Überwiegend treten erst die Haut-, dann die Gelenkveränderungen in Erscheinung. Kennzeichnend für die Psoriasis-Arthritis sind entzündliche Arthritiden und (oder) Sacroiliitis bzw. Spondylitis in Gegenwart einer Psoriasis bei negativem Rheumafaktor.

Die arthritischen Veränderungen sind anders als die Hauterscheinungen nicht unbedingt symmetrisch und können kleine wie grosse Gelenke befallen. Dazu gehören auch das Kiefer- und das Sternoklavikulargelenk sowie die Endgelenke der Phalangen, die bei keiner anderen rheumatisch-entzündlichen Krankheit einbezogen sind.

Zu Verwechslung Anlass gibt die psoriatische Pachydermoperiostitis, die von Nicht-Rheumatologen immer als Gicht deklariert wird: Sie äussert sich in einer entzündlichen Anschwellung z.B. der grossen Zehe, und die Harnsäure ist erhöht – was hier aber im Rahmen der Psoriasis gegeben ist.

Auf die Psoriasis-Arthritis sollte man schon deshalb genauer achten, weil mit den Biologics eine weitere, gut wirksame Therapieoption hinzugekommen ist. Bei der primär chronischen Polyarthritis versucht man inzwischen, möglichst früh zu intervenieren, um die Gelenkdestruktion möglichst aufzuhalten. „Auch bei der Psoriasis-Arthritis wollen die Rheumatologen die Patienten früh sehen“, so Prof. Wollina's Botschaft an die Allgemeinmediziner und Dermatologen.

Infliximab, Etanercept und Adalimumab sind die für die Psoriasis-Arthritis geeigneten Biologics, wobei die letzteren beiden weniger immunogen sind und vom Nebenwirkungsprofil her eher günstiger sind. UNo





 
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