Overnight Report von der 44. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
DRESDEN, 28. April 2007
Neues zum Hautkrebs
Diagnostik und Therapie weniger invasiv
Hochwahrscheinlich lassen sich amerikanische Zahlen auf die deutschsprachigen Länder übertragen: In den USA gibt es jährlich 1,1 Mio. Krebsfälle, die nicht die Haut betreffen, und demgegenüber 1,25 Millionen Fälle von Hautkrebs, berichtete Professor Dr. Wolfram Sterry, Charité in Berlin, anlässlich der 44. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Diagnostik und Therapie sind wieder vorangekommen.
Die Diagnose sollte möglichst rechtzeitig und exakt, am besten wenig invasiv gestellt werden. Hierzu brachte die optische Kohärenz-Tomographie einen grossen Fortschritt: Mit diesem bildgebenden Verfahren, das mit ganz normalem Licht arbeitet, kann das Gewebe bis 2 mm in die Tiefe tomographisch dargestellt werden, mit einer Auflösung von 10 μm und weniger. Mit dieser „Biomikroskopie“ kann erst einmal ohne Biopsie geklärt werden, wie dick der Tumor ist, wie weit er sich im Gewebe ausbreitet und gegebenenfalls sogar, welcher Zelltyp vorliegen könnte.
Die Therapie schritt auf dem Gebiet der sogenannten „kleinen Moleküle“ voran. Die Kinase-Inhibitoren hemmen Signalübertragung von Malignomzellen und haben sich bereits bei anderen Tumorarten bewährt. Auch die Biologics, Antikörper oder bestimmte Proteine, welche gegen Rezeptoren gerichtet sind, erweitern das Spektrum der neuen Therapiemöglickeiten.
Unverändert muss aber das Bemühen weiter gehen, Prävention gegen die starke Zunahme der Hauttumoren zu betreiben: Schutz vor Sonnenexposition kann nicht genug angemahnt werden. 135 000 jährliche Neuerkrankungen an Malignem Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom in Deutschland sprechen eine klare Sprache. UNo
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