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Overnight Report von der 44. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft


DRESDEN, 30. April 2007

Gräserpollen-"Impf"-Tabletten

Sublinguale Immuntherapie immer einfacher

Neben Allergenkarenz und symptomatischer Therapie ist die Hyposensibilisierung (Immuntherapie) die dritte Säule zur Allergiebehandlung. Für die sublinguale Immuntherapie stehen jetzt nicht nur Tropfen, sondern auch Tabletten zur Verfügung. Welche Vorteile das hat, erläuterte Professor Dr. Alexander Kapp von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die Alternativen der Immuntherapie bzw. Hyposensibilisierung waren bisher die subkutane und die sublinguale Therapie (SCIT und SLIT). Das ist immer noch so, aber jetzt stehen für die sublinguale Therapie zwei Optionen zur Verfügung: Die Tropfen- und die Tabletten-SLIT. Tabletten sind zuverlässiger zu dosieren und auch einfacher anzuwenden. Die in Deutschland aktuell zugelassene Tablette, über die Prof. Kapp anlässlich eines Satellitensymposiums an der 44. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft berichtete, zerschmilzt rasch im Mund.

Die SLIT mit der Tablette kann noch direkt in der beginnenden Pollensaison starten, die Patienten müssen nicht erst auf den Herbst vertröstet werden – viele verliert man durch das bisherige Abwarten-Müssen. Eine Dosis-Auftitration des Allergens ist nicht notwendig. Die Therapie kann bequem zu Hause und auch unterwegs im Urlaub fortgeführt werden. Sie ist den meisten Patienten auch deutlich sympathischer als eine Injektionsbehandlung.

Die Sicherheit ist inzwischen, auch mit wesentlich höheren Dosierungen als der im Präparat erhältlichen, bei aktuell über 2400 Patienten geprüft. Eine anaphylaktische Reaktion wurde unter der Tabletten-SLIT bislang nicht beobachtet. Auch das ist ein Vorteil zur subkutanen Therapie, bei der Einzelfälle von anaphylaktischen Reaktionen durchaus dokumentiert wurden.

Nebenwirkungen können auftreten, beispielsweise ein Juckreiz im Mund bei etwa jedem Zweiten. Prof. Kapp informiert daher die Patienten gründlich und gibt die erste Tablette in der Praxis, bei Nebenwirkungen auch noch die zweite. Die Nebenwirkungen lassen über die Therapie nach. Patienten mit oralem Allergiesyndrom sollten allerdings keine SLIT erhalten. Der Verbrauch von Antiallergika ging unter der jetzt zugelassenen Präparation hochsignifikant schon in der ersten Pollensaison zurück, in der zweiten noch stärker. Ebenso verhielt es sich mit den Symptomscores. Die Lebensqualität stieg an. Vergleiche zur subkutanen Therapie sind zwar schwierig zu ziehen, aber Prof. Kapp sieht zumindest keine Unterlegenheit der einfacheren SLIT mit Tablette.

Ein Wermutstropfen: Zur Stunde gibt es nur ein Präparat gegen Wiesenlieschgras als Repräsentant der Süssgräser. Die Therapie möchte der Referent zunächst nur in der Hand erfahrener Allergologen sehen. UNo





 
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