Webcast und E-Learning mit der freundlichen Unterstützung von Servier Schweiz
Neues therapeutisches Konzept mit Ivabradin
Webcast und E-Learning-Kurs
Nutzen Sie den Webcast und das E-Learning-Projekt vom Cardiology Update 2007. Das Symposium "Heart Rate as a New Therapeutic
Target" haben wir als Webcast aufbereitet: Die einzelnen Themen und Referenten
finden Sie nachfolgend aufgelistet. Bitte klicken Sie auf die Abbildung, um
zum OnlineTrainer zu gelangen. Im Laufe des Kurses haben Sie die Möglichkeit,
Vorträge vom Symposium online anzuschauen. Klicken Sie auf den entsprechenden
Link, der ausgewählte Vortrag startet als Video (Webcast), begleitet von einer
Power-Point Präsentation – so, als ob Sie selbst live dabei wären.
Falls Sie zum ersten Mal im OnlineTrainer-Programm von Medical
Tribune sind, registrieren Sie sich bitte. Und selbstverständlich erhalten
Sie CME-Punkte. Die Zertifizierung durch die Schweizerische Gesellschaft für
Innere Medizin (SGIM) ist beantragt.
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Folgende
Vorträge vom Davos-Symposium "Heart Rate as a New Therapeutic Target"
erwarten Sie im Online-Trainer:
Prof. Dr. Otto Hess, Bern: Heart Rate: an independant cardiovascular
risk factor
Prof. Dr. A.J. Camm, London: Pacemaker activity and If inhibition
Prof. Dr. Thomas F. Lüscher, Zürich: Unmet needs in stable
angina: contribution of ivabradine
Prof. Dr. Michal Tendera, Katowice: Current guidelines and future
perspectives in stable angina and heart rate failure: place of ivabradine
Um zum OnlineTrainer zu kommen, klicken Sie bitte auf das Bild links.
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Medical Tribune Roundtable:
Koronare Herzkrankheit
Neuer Behandlungsparameter im Rampenlicht
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Am Cardiology Update 2007 stand ein physiologischer
Parameter im Fokus, der zu einem neuen Therapieziel in der Behandlung der Koronarsklerose
werden könnte: Die Herzfrequenz. Prof. Otto Hess aus Bern, Prof. Thomas Lüscher
aus Zürich und Prof. Michal Tendera, Katowice, diskutierten an einem von Medical
Tribune organisierten Round Table diesen "wiederauferstandenen" Parameter, der
sich neuerdings gezielt pharmakologisch beeinflussen lässt.
Medical Tribune: Welche Herzfrequenz ist zu hoch?
Prof. Tendera: Laut Lehrbuch liegt die normale Herzfrequenz zwischen 60
und 90 Schlägen pro Minute. In Zukunft wird man aber 90/min wohl schon als zu
hoch ansehen.
Prof. Lüscher: Wir werden hier das Gleiche wie bei der Hypertonie sehen.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein Druck von 160/95 mmHg akzeptiert, jetzt
noch von 140/90 und darunter. Die Herzfrequenz wurde bisher wenig beachtet, aber
je mehr wir über die Korrelation von Herzfrequenz und Mortalitätsrisiko erfahren,
desto wichtiger wird eine exaktere Abgrenzung des Normbereichs werden.
Stellt eine hohe Herzfrequenz ein unabhängiges Mortalitätsrisiko dar?
Prof. Hess: Ja, das zeigen schon viele Studien.
Prof. Lüscher: Üblicherweise reflektiert ein schneller Herzschlag eine
hohe sympathische Aktivität, die laut epidemiologischen Daten mit einem höheren
Risiko verknüpft ist.
Prof. Tendera: Dieser Zusammenhang gilt nicht nur für koronare Herzkrankheit
und Herzinsuffizienz, sondern offenbar auch für die Gesamtbevölkerung. Wir haben
Hinweise darauf, dass die Prognose besser wird, wenn man die Herzfrequenz senkt,
nicht nur bei Herzinsuffizienz.
Prof. Hess: Eine Studie zeigte, dass die Frequenz während Belastung und
in der Erholungsphase ein potenter Indikator für einen plötzlichen Herztod sogar
bei "Gesunden" ist. Allerdings zweifle ich, dass diese Gesunden wirklich gesund
waren. Sie hatten einfach noch keine Symptome. Im Prinzip wurde aber der Zusammenhang
zwischen Herzfrequenz und Mortalitätsrisiko klar gezeigt, wobei der Lebensstil,
vor allem körperliches Training, einen wichtigen Einfluss auf die Herzfrequenz
hat.
Prof. Lüscher: Ich würde die Daten so interpretieren: Die Sympathikusaktivierung
bestimmt die Schwelle für das Auftreten einer schweren ventrikulären Tachykardie
oder ein Kammerflimmern. Mit hoher Sympathikusaktivität wird eine gefährliche
Rhythmusstörung wahrscheinlicher.
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Dieses Video dauert ca. 50 Minuten.
Bitte klicken Sie auf die Abbildung links und starten damit das Video
mit dem Medical Tribune-Roundtable, das MT-Redaktorin Dr. Christine Mücke
moderiert hat. Sie benötigen einen ADSL-Zugang und den Windows Media Player
(Version 09 oder höher), den Sie
hier herunterladen können.
Wir empfehlen folgende Einstellungen: Klicken Sie sich durch das Menü:
Aktuelle Wiedergabe > Erweiterungen > Videoeinstellungen > Videozoomeinstellungen
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Sollte der Hausarzt die Herzfrequenz messen?
Prof. Tendera: Selbstverständlich, auch heute noch, das hat nichts von
seiner Bedeutung verloren. Der Puls sollte in Ruhe ermittelt werden. In bestimmten
Fällen wie Vorhofflimmern ist auch die Herzfrequenz während Belastung sehr wichtig.
Prof. Hess: Das Verhalten der Herzfrequenz in der Erholungsphase gibt
wichtige Aufschlüsse. Relevant ist, wie schnell sie wieder zum Ruhewert zurück
kommt.
Welche Herzfrequenz empfehlen die Richtlinien bei kardiovaskulärem Risiko?
Prof. Hess: Es gibt keine Empfehlungen. Wir versuchen die Herzfrequenz
wenigstens auf 80 zu senken, bei Herzinsuffizienz noch darunter, aber nicht
unter 60.
Prof. Tendera: In den nächsten Jahren wird wohl die niedrigste vom Patienten
tolerierte Pulsrate die Zielfrequenz sein.
Prof. Hess: Diese Grenze zu bestimmen, wird schwierig, weil sie sich
über die Zeit ändern kann, z.B. wenn sich eine Herzinsuffizienz entwickelt.
Prof. Tendera: Ob eine Herzfrequenz unter 60 ausreicht, hängt von der
Hämodynamik ab. Unter Betablockern steigt mit einer geringeren Pulsrate die
Auswurffraktion, sodass der kardiale Output gleich bleibt.
Wann sollte man die Herzfrequenz therapeutisch beeinflussen?
Prof. Tendera: Ich würde nicht die Herzfrequenz therapieren. Aber man
muss sie berücksichtigen, wenn man eine Therapie gegen die sonstigen Symptome
wählt.
Prof. Hess: Bei Frequenzen über 100 werden wir nervös, aber wir werden
dann zuerst die Krankheit behandeln, die dieser Tachykardie zugrunde liegt,
und nicht die Herzfrequenz per se. Diese würde man nur bei Patienten z.B. mit
hyperkinetischem Herzsyndrom direkt senken wollen.
Prof. Lüscher: Einem Patienten mit Ruhepuls über 90 empfehle ich mehr
Sport zu treiben.
Wird die Herzfrequenz zukünftig als ein unabhängiger Faktor therapiert werden,
wie heute die Hypercholesterinämie oder die Hypertonie?
Prof. Lüscher: Wir haben neue Medikamente, welche die Herzfrequenz senken,
sich aber sonst hämodynamisch praktisch nicht auswirken. Betablocker und einige
Kalziumantagonisten der ersten Generation waren bisher die einzigen Medikamente,
die die Herzfrequenz senken, aber sie haben noch weitere Effekte auf das Reizleitungssystem,
die Inotropie und den peripheren Widerstand. Wir konnten also bisher nicht sagen,
ob die verlangsamte Herzrate einen Effekt brachte oder ob es die anderen Parameter
waren. Mit den If-Kanal-Blockern können wir das erst jetzt herausfinden.
Wie wirken diese neuen If-Kanal-Blocker?
Prof. Lüscher: Ivabradin und die Substanzen dieser Klasse blockieren
Kanäle im Sinusknoten, ohne dass Blutdruck- oder metabolische Änderungen auftreten.
Indikation ist die koronare Herzkrankheit, weil die Dauer der Diastole die Ischämieschwelle
bestimmt.
Wie viele Patienten brauchen eine Alternative zu Betablockern?
Prof. Tendera: In den meisten Studien brechen 15 bis 20% der Patienten
die Einnahme der Betablocker ab, in der täglichen Praxis sind es eher 30%. Dazu
kommt, dass nur ein begrenzter Anteil an Patienten Betablocker bekommt, obwohl
sie indiziert wären, und von denen, die Betablocker erhalten, bekommt nur jeder
Zweite die empfohlene Dosis. Es muss aber vielleicht auch keine Alternative
sein. Eine laufende Studie mit über 1000 Patienten prüft die Kombination von
Ivabradin und Betablockern.
Prof. Hess: Die genannten Zahlen stammen allerdings aus älteren Studien.
Die Betablocker der dritten Generation sind tolerabler. Aber wenn die Verträglichkeit
von Ivabradin gut ist, könnten sie die Betablocker auf lange Sicht ersetzen.
Ist eine Kombination möglich?
Prof. Tendera: Als Alternative zu Betablockern wird Ivabradin mit Medikamenten
wie Aspirin, Kalziumblockern, Nitraten und Statinen gut vertragen.
Prof. Lüscher: Aber man muss bedenken, dass die Substanz vom Cytochrom
P450-System metabolisiert wird und daher mit anderen, ebenso metabolisierten
Substanzen interagieren kann. Wenn ein solches Medikament das QT-Intervall verlängert,
ist Vorsicht geboten.
Prof. Tendera: Aber es ist zu betonen, dass Ivabradin allein die QT-Zeit
nicht verlängert.
Wie steht es mit der Sicherheit?
Prof. Hess: Eine Bradykardie ist als pharmakologische Wirkung möglich,
besonders unter Kombination mit Betablockern. Substanzspezifisch können ausserdem
visuelle Erscheinungen, sogenannte Phosphene, auftreten, die jedoch meistens
unter fortgesetzter Behandlung verschwinden.
Prof. Tendera: Die Kanäle in der Retina gleichen denen im Herzen, sodass
es ein pharmakologischer Effekt ist. Er tritt bei 10 bis 15% auf, verschwindet
aber bei 80%, und nur 1% musste das Medikament deshalb absetzen. Es bleiben
keine Änderungen am Auge zurück. Die okulären Symptome sind dosisabhängig.
Prof. Lüscher: Eine Herzfrequenz unter 50 ist sehr selten, sollte betont
werden. Diese Wirkung ist als pharmakologischer Effekt zu erwarten.
Prof. Tendera: Bei vollständig blockiertem Kanal unterschreitet die Frequenz
30 Schläge/min nicht. Es besteht also keine Gefahr der Asystolie.
Prof. Hess: Interessanterweise verschwinden die Augensymptome innerhalb
von Monaten, aber die kardiale Wirkung lässt nicht nach.
Ihr Fazit?
Prof. Hess: Ivabradin ist äusserst vielversprechend. Ich traue diesem
Medikament zu, die Behandlung der koronaren Herzkrankheit und Herzinsuffizienz
ändern, ja revolutionieren zu können. Uno
Die Teilnehmer am Roundtable:
Professor Dr. Michal Tendera, Katowice, Past-Präsident der European
Society of Cardiology und Chef des grössten polnischen Kardiologie-Zentrums,
das 4500 perkutane Koronarinterventionen im Jahr durchführt.
Professor Dr. Otto Hess, Leiter der kardiologischen Abteilung am Inselspital
Bern, Departementsvorsteher am Schweizer Herz- und Gefässzentrum in Bern.
Professor Dr. Thomas Lüscher, Leiter der kardiologischen Abteilung am Universitätsspital
Zürich.
Neue pharmakologische Option
Herzklopfen als Risikofaktor im Visier
Laut früheren Studien ist die Herzfrequenz mit der kardialen
Mortalität korreliert. Ein neues Therapiekonzept verlangsamt die Pulsrate durch
Blockade der If-Kanäle im Sinusknoten. Am Cardiology Update 2007 sprach
Medical Tribune mit Prof. Dr. Michal Tendera, Past-Präsident der European Society
of Cardiology, über Details zu diesem Konzept.
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Bitte klicken Sie auf die Abbildung links und starten damit
das Video mit dem Interview, das MT-Redaktorin Dr. Christine Mücke
mit Prof. Tendera geführt hat. Sie benötigen einen ADSL-Zugang
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Heute ist die normale Herzfrequenz mit 60 bis 90 oder 100
Schlägen pro Minute definiert. Was darüber liegt, ist eine Tachykardie. Für
Prof. Tendera ist das zu lax. „Die Werte werden mit der Zeit sinken – wie es
auch mit den Blutdruckgrenzen passiert ist. In Zukunft wird wohl eher eine Frequenz
zwischen 50 und 70 als Normbereich gelten, wobei man allerdings nicht vergessen
darf, dass die Pulsrate physiologisch variabel ist. Nicht jeder hat die gleiche
Herzfrequenz, schon aufgrund genetischer Einflüsse“, so der Katowicer Kardiologe.
Die Evidenz wächst, dass besonders bei Herzinsuffizienz und koronarer Herzkrankheit
das Mortalitätsrisiko mit höherer Pulsfrequenz ansteigt. Natürlich kann die
Tachykardie auch auf Grundkrankheiten wie Anämie oder Schilddrüsenüberfunktion
hinweisen. Im Allgemeinen ist der beschleunigte Puls aber ein Indikator für
die Prognose einer kardiovaskulären Erkrankung. Das Pulstasten bleibt für Prof.
Tendera daher eine wichtige Routine in der täglichen Praxis. Bei der koronaren
Herzkrankheit ist vor allem der Belastungspuls limitierend. Wenn man die Herzfrequenz
unter Belastung senken will, muss man aber auch den Ruhepuls senken. „Für Betablocker
wissen wir, dass der optimale Ruhepuls für Patienten mit symptomatischer koronarer
Herzkrankheit bei etwa 60 Schlägen pro Minute liegen sollte“, so Prof. Tendera.
Ivabradin, die neue Substanz
„Ivabradin ist eine faszinierende neue Option, weil wir jetzt erstmalig direkt
den Mechanismus der Herzschlagentstehung im Schrittmacher angehen können“, ist
Prof. Tendera begeistert. Die Substanz hemmt dosisabhängig in der Diastole die
If-Kanäle im Sinusknoten. Der Herzschlag kann um 5 oder auch um 20 Schläge pro
Minute verlangsamt werden, bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sogar
um 25 bis 30 Schläge. Dabei bleibt der Einfluss auf den Blutdruck gering.
Als Nebenwirkung tritt bei etwa 2% der Behandelten eine Bradykardie auf. Ein
entsprechendes Monitoring ist notwendig, manchmal dann auch Dosiskorrektur oder
Absetzen. Weiterhin beobachten 10 bis 15% der Patienten zumindest anfangs okuläre
Symptome im Sinne eines stroboskopischen Sehens, weil in der Retina ähnliche
Kanäle wie im Sinusknoten sitzen. Unter weiterer Behandlung gehen diese Erscheinungen
in der Regel zurück, nur 1% setzten das Medikament deswegen ab. Der Lebensstil,
namentlich die Fahrfähigkeit, sind nicht beeinträchtigt, so Prof. Tendera.
Die Indikation erstreckt sich im Augenblick auf koronare Herzkrankheit mit
Unverträglichkeit oder Kontraindikationen von Betablockern. Künftig kommt eventuell
die Kombination mit Betablockern hinzu. Auch Studien zur Linksherzinsuffizienz
laufen und werden mit Spannung erwartet, berichtete Prof. Tendera. UNo
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