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Satelliten-Symposium
Kombinationsbehandlung bei Bluthochdruck
DAVOS – Anlässlich des alle zwei Jahre stattfindenden Cardiology
Update 2007 hat Novartis Pharma Schweiz ein Symposium organisiert.
Moderiert von Professor Dr. Thomas Lüscher, Zürich, stand die Hypertonie
im Zentrum. Angesichts der Neuzulassung der Kombination von Valsartan und Amlodipin
(Exforge®) stösst das Thema gerade auch bei den Grundversorgern auf
besonderes Interesse.
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Professor Dr. Otto Hess:
Hypertonie: Mit einer neuen Kombination zum Ziel?
zum Webcast
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Professor Dr. Georg Noll:
Hypertonie: Was sagen die Guidelines?
zum Webcast
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Professor Dr. Michel Burnier, Lausanne
Night-time blood pressure and renal sodium handling
zum Webcast
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Zusammenfassung vom Symposium
Politikwechsel an der Hypertoniefront
DAVOS – Betablocker scheinen in der Hypertoniebehandlung in die
zweite Reihe zurückzufallen. Dafür erweisen immer mehr Fixkombinationen der
leidigen Compliance einen Dienst. Damit rückt der Zielblutdruck ein Stück näher.
Die ESC-und JNC 7-Guidelines für die Behandlung der Hypertonie basierten zu
einem grossen Teil auf der ALLHAT-Studie[1], die die Gleichwertigkeit von Diuretikum,
ACE-Hemmer und Kalziumantagonist zeigte. In der Schweiz behandelte man daraufhin
Betablocker und Angiotensin-2-Antagonisten ebenfalls als gleichwertige Optionen
für die Hypertonietherapie, berichtet Professor Dr. Georg Noll, USZ,
am Satellitensymposium von Novartis anlässlich des Cardiology Update
2007. Seither sind vier Jahre vergangen und ein paar Studien dazu
gekommen, die für die Betablocker im Vergleich zu anderen Antihypertensiva keinen
Vorteil zeigen konnten.
In der LIFE-Studie[2] beispielsweise bewirkte Atenolol zwar die gleiche Blutdrucksenkung,
aber auch deutlich mehr kardiovaskuläre Ereignisse als unter Losartan. Auch
in der ASCOT-Studie[3], wo Atenolol gegen den Kalziumantagonisten Amlodipin
antrat, war die Gesamtmortalität in der Kalziumkanalblockergruppe geringer als
in der Betablockergruppe, weshalb die Studie auch vorzeitig gestoppt wurde.
Die Verhinderung von Hirnschlägen und Myokardinfarkt blieb unter den Erwartungen,
das konnten Metaanalysen von Betablockerstudien in der primären Hypertonie zeigen.
Das könnte die neuen Guidelines in der Schweiz beeinflussen und die Betablocker
in die zweite Reihe verbannen, meinte Prof. Noll.
Um aber die Zielblutdrucke zu erreichen, reicht ein Antihypertensivum allein
nicht aus. Die Problematik spitzt sich mit steigendem Alter noch zusätzlich
zu, weil wie bei einem alten Gartenschlauch die Elastizität der Gefässe physiologischerweise
nachlässt und der Druck sich erhöht, illustriert Professor Dr. Otto Hess,
Inselspital Bern, die Situation. Weil mehrere Antihypertensiva nötig sind, die
Compliance aber mit der Anzahl Pillen sinkt, spricht dies für die Verwendung
von Fixkombinationen. Seit längerem erhältlich sind Fixkombinationen von ACE-Hemmern
mit Kalziumantagonisten oder Diuretika, Angiotensin-2-Rezeptorblockern mit Diuretika
sowie Betablockern mit Diuretika. Neu hinzugestossen ist jetzt die Fixkombi
Valsartan mit Amlodipin.
„Die Kombination macht Sinn, weil so der Ödembildung durch die arterielle Vasodilatation
durch den Kalziumantagonisten mit dem zusätzlichen Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten
entgegengewirkt werden kann. Das Sartan verhindert durch die venöse Dilatation
die Bildung eines Transsudats“, erklärt Prof. Hess. Die Blutdrucksenkung ist
unter der Kombi viel effizienter, erreichten doch signifikant mehr Patienten
den Zielblutdruck mit der Kombi als mit den einzelnen Substanzen. Im Vergleich
zu anderen Fixkombinationen wie Lisinopril/Hydrochlorothiazid 10-20/12,5 mg
vermochte Amlodipin/Valsartan 5-10/160 mg den Blutdruck bei schweren Hypertonikern
mit Blutdrücken von 170/112 mmHg nach 42 Tagen um -36 vs. -32 mmHg zu senken.
Bei Patienten mit starker isolierter Hypertonie von über 180 mmHg fiel der Unterschied
mit -43 vs. -31 mmHg noch deutlicher aus. vh
[1] Antihypertensive and Lipid-lowering Treatment to Prevent
Heart Attack Trial
[2] Losartan Intervention For Endpoint Reduction
[3] Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial
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Medical Tribune Roundtable
Vier Experten diskutierten am Medical Tribune Roundtable über die bisherigen
und neuen Kombinationsmöglichkeiten bei der Hypertonie. Risikofaktoren,
Diabetes mellitus, die Rolle der Betablocker in der Hypertonietherapie und
viele weitere Bereiche wurden angesprochen. Unter der der Moderation von
Dr. Barbara Elke, Medical Tribune, diskutierten Prof. Dr. Otto
Hess, Bern, Prof. Dr. Thomas Lüscher, Zürich, Prof.
Dr. Georg Noll, Zürich und Dr. Dominique Evéquoz, Brig.
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Zusammenfassung
Blutdruck senken, Ödeme verhindern
Kombinationstherapie nutzt Synergien
DAVOS – Mit steigendem Alter nimmt die Gefässelastizität ab und der
Blutdruck zu – nur einer der Gründe warum es immer schwieriger wird mit
einer Monotherapie ideale Blutdruckwerte zu erzielen, erläuterte Professor
Dr. Otto Hess vom Inselspital Bern am Cardiology Update 2007.
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„Der beste Blutdruck ist der, bei dem man gerade noch aufrecht stehen und sprechen
kann“, provozierte Professor Dr. Thomas Lüscher vom Universitätsspital
Zürich am Medical Tribune Roundtable, bei dem Schweizer Experten über sinnvolle
Therapien der arteriellen Hypertonie diskutierten. „Leitlinien fordern heute
immer niedrigere Zielblutdruckwerte.
Galt früher ein Blutdruck von 160/ 95 mmHg als akzeptabel, sehen die Guidelines
heute einen Wert unter 140/ 90 mmHg vor, bei Risikopatienten wie Diabetikern
sollte der akzeptierte Maximalwert unter 130/80 mmHg betragen“. „Es gibt, wie
man heute weiss, eine direkte Korrelation zwischen der Höhe des Blutdrucks und
Komplikationen. Die angestrebten Zielwerte lassen sich aber kaum mit einem Medikament
erreichen“, betonte Prof. Lüscher. „In verschiedenen Studien wurde gezeigt,
dass es einer Kombination zweier bis dreier Substanzen bedarf."
Sind aber mehrere Substanzen von Nöten, führt dies zu Problemen bei der Compliance,
bemerkte Prof. Hess: „Je mehr Tabletten, desto schlechter die Compliance."
"Fixkombinationen erleichterten die Einnahme", betonte Professor Dr. Georg
Noll vom Universitätsspital Zürich. Die Compliance verbessern könne man
zusätzlich durch einfache Massnahmen wie Selbstmessung des Blutdrucks: „Der
Patient muss sehen, dass die Medikamente wirken!“ Wurde früher in der Hypertoniebehandlung
immer mit einer Monotherapie begonnen, gilt heute bei moderater bis schwerer
Hypertonie bereits initial eine Kombinationstherapie als indiziert. "Der Vorteil
einer Kombinationstherapie liegt auch darin, dass man die einzelnen Komponenten
niedrig dosieren kann und so die Nebenwirkungen minimiert“, bemerkte Prof. Lüscher.
Ganz neu sei das Konzept einen Angiotensin-II-Antagonisten mit einem Kalziumantagonisten
zu kombinieren, wie in der Fixkombination des Valsartan mit dem Kalziumantagonisten
Amlodipin (Exforge®) so Prof. Hess.
Renaissance der Kalziumantagonisten
„Kalziumantagonisten sind potente Blutdrucksenker, die lange gegen Vorurteile
ankämpfen mussten“, führte Prof. Lüscher aus. Als „no brainer“ bezeichnete Prof.
Noll die Substanzklasse – man muss nicht viel kontrollieren: Kalziumantagonisten
haben keinen negativen Einfluss auf das Reizleitungssystem des Herzens, sie
verursachen keine Niereninsuffizienz, sie verhalten sich metabolisch neutral,
verändern weder Elektrolyte noch Blutzucker oder Harnsäure und seien deshalb
auch ideale Kombinationspartner.
In der Kombination mit dem Angiotensin-II-Antagonisten Valsartan könnten zudem
Knöchelödeme, eine mögliche Nebenwirkung des Dihydropyridins Amlodipin, vermieden
werden.
„Diese Kombination macht aus pathophysiologischer Sicht Sinn," so Prof. Hess:
„Der Kalziumantagonist bewirkt eine rein arterielle Vasodilatation, die in Monotherapie
zu peripheren Ödemen führen kann. Durch die Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems
werden auch Venolen dilatiert und der Venendruck gesenkt und damit die peripheren
Ödeme um etwa 50 % reduziert." „Diese Kombination ist der neue Hammer in der
Hypertoniebehandlung! Man erreicht eine Senkung des Blutdrucks um bis zu 43
mmHg.“
Prof. Lüscher’s Botschaft an die Grundversorger: „Um das Therapieziel zu erreichen,
muss man manchmal auch Mut zu einem dritten Medikament haben. Für die Umsetzung
sollte man sich aber drei bis vier Monate Zeit lassen."
„Als First-line Therapien der Hypertonie gelten heute Kalziumantagonisten,
Angiotensin-II-Antagonisten, ACE-Hemmer und Diuretika. Beta-Blocker haben weiterhin
einen Stellenwert, werden aber, je nach Substanz, differenzierter betrachtet“,
schloss Dr. Dominique Evéquoz, Brig. Sein Appell an die Grundversorger:
„Die Leitlinien der Schweizerischen Hypertoniegesellschaft unbedingt einhalten!“
Über die Leitlinien spricht Prof. Noll in seinem Referat am Novartis-Symposium
(siehe oben) ausführlich. Dr. Anka Stegmeier-Petroianu
Blutdruck senken mit nur einer Tablette
Überlegene Wirksamkeit moderner Kombinationen
FRANKFURT – Um die geforderten Zielblutdruckwerte zu erreichen,
reicht die Monotherapie mit nur einem einzigen Blutdrucksenker meist nicht aus:
Die meisten Patienten brauchen eine antihypertensive Kombinationstherapie. Gute
Aussicht auf Erfolg verspricht die neu zugelassene fixe Kombination aus einem
Kalziumantagonisten und einem Sartan.
Die Kontrolle der Hypertonie ist unbefriedigend: „In der Praxis erleben wie
ständig, dass Hypertoniker trotz intensiver medikamentöser Therapie den geforderten
Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg nicht erreichen“, so Professor Dr. Peter
Trenkwalder, Ärztlicher Direktor Klinikum Starnberg, an einer Pressekonferenz
der Firma Novartis Pharma anlässlich der Neueinführung der Fixkombination
Amlodipin/ Valsartan in Deutschland.
Verträglich und sicher
Die bisherigen klinischen Erfahrungen konnten die gute antihypertensive Wirksamkeit
der neuen Kombination belegen: So erhielten in der EXPRESS-C-Studie[1] 133 hypertone
Patienten (mittlere systolische Werte 160 bis 180 mmHg) in der ersten Studienphase
fünf Wochen lang täglich 5 mg Ramipril plus 5 mg Felodipin. Darunter normalisierte
sich bei 87 % von ihnen der Blutdruck nicht. 105 Patienten wurden daraufhin auf
die Fixkombination aus 10 mg Amlodipin und 160 mg Valsartan umgestellt und weitere
fünf Wochen behandelt. Unter dieser Medikation sank der systolische Druck nochmals
um rund 15, der diastolische Druck zusätzlich um etwa 7 mmHg. 86 % der Patienten
konnten so den Zielblutdruck erreichen. Die Blutdrucksenkung war dabei abhängig
vom Blutdruck in der Studienwoche 5, vor Umstellung auf die Fixkombination:
Je höher zu diesem Zeitpunkt der Blutdruck war, desto stärker konnte er zusätzlich
durch die Fixkombination gesenkt werden. Auch der Pulsdruck, der als unabhängiger
kardiovaskulärer Risikofaktor gilt, nahm unter dem neuen Medikament signifikant
ab. Die Kombination aus Amlodipin und Valsartan erwies sich als gut verträglich.
Insbesondere periphere Ödeme, wie man sie aus der Monotherapie mit Amlodipin
kennt, traten unter der Fixkombination nicht auf.
Ausgeprägte Senkung hoher BD-Werte
Dass insbesondere Patienten
mit initial hohen Blutdruckwerten
vom neuen Medikament profitieren,
konnte in einer randomisierten
Doppelblindstudie[2] an Hypertonikern
(diastolischer Blutdruck
≥110<120 mmHg) gezeigt werden:
In der Subgruppe der Patienten mit
einem systolischen Blutdruck von
≥180 mmHg wurde mit der Kombination
aus Amlodipin und Valsartan
eine mittlere Blutdrucksenkung
von 43/26 mmHg ermöglicht, im
Vergleich zur Kombination aus Lisinopril
und Hydrochlorothiazid,
mit der der Blutdruck im Mittel
um 31/21 mmHg reduziert werden
konnte.
Die Ergebnisse zeigten zudem,
dass 80 % der Patienten unter
der Therapie mit der Fixkombination
den diastolischen Zielblutdruck
von <90 mmHg erreichen, berichtete
PD Dr. Helga Frank, Klinikum
rechts der Isar, TU München.
Die fixe Kombination Amlodipin/
Valsartan ist seit kurzem auch
in der Schweiz zugelassen und steht
in folgenden Dosierungen zur Auswahl:
5 mg/80 mg, 5 mg/160 mg,
10 mg/160 mg. pg
[1] Exforge in patients not controlled by other antihypertensives
– Combination therapy with ACE
inhibitor plus CCB;
Trenkwalder P et al., DMW
2006; 131: 164
[2] Poldermans et al., J Clin Hypertens 2006; 8(5):
217
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