Diese Seite konnten wir dank der freundlichen Unterstützung von Boehringer-Ingelheim (Schweiz) GmbH realisieren.
So viel vom Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) hemmen wie möglich
DAVOS– Neue Therapiekonzepte bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko
Bringt es den Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko einen Vorteil, wenn man gleichzeitig zwei Medikamente verwendet, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) hemmen? Diese und andere Fragen diskutierten zwei Experten anlässlich des Cardiology Update 2007 im Rahmen eines Medical Tribune Roundtables vor laufenden Kameras. Professor Dr. Arya M. Sharma, Hamilton, Kanada und PD Dr. Frank Ruschitzka, Zürich, sprachen darüber, wie das Management von Patienten mit kardiovaskulärem Risiko sein sollte.
|
|
Professor Sharma
|
Beide Gesprächspartner beurteilten die Adipositas als einen der Hauptrisikofaktoren für Hypertonie und Typ 2-Diabetes und als Folge davon auch für kardiovaskuläre Krankheiten. Prof. Sharma ergänzte dazu, dass es für Hypertonie und Typ 2-Diabetes viele gute Therapien gibt. Für die Behandlung der Adipositas selbst gibt es bis heute aber nur wenige gezielte Behandlungen. Prof. Sharma versucht bei seinen Patienten zuerst das Übergewicht in den Griff zu bekommen, bevor er die Folgekrankheiten therapiert.
Übergewicht als Risikofaktor Nr. 1
Laut Prof. Sharma bildet die viszerale Adipositas die Grundlage für die Entwicklung der kardiovaskulären Risiken (z.B. Dyslipoproteinämie, Hypertonie und Glukosetoleranzstörung oder Typ 2-Diabetes). Diese Ansicht stützt sich auf der Beobachtung, dass durch eine Reduktion des viszeralen Fettes auch die anderen Risikofaktoren reduziert werden.
|
|
PD Ruschitzka
|
Die meisten Patienten von PD Ruschitzka mit einer therapieresistenten Hypertonie sind gleichzeitig stark übergewichtig. Das bedeutet, dass übergewichtige Menschen ein sehr hohes kardiovaskuläres Risiko tragen. Ein grosses Problem bei der Behandlung von stark adipösen Patienten ist laut Prof. Sharma die dauerhafte Gewichtsreduktion. Wenn die Patienten allerdings mit einer Schnelldiät nur vorübergehend abnehmen, senkt das ihr kardiovaskuläres Risiko überhaupt nicht.
Adipöse Hypertoniker in Studien berücksichtigen
Bisherige Studien zur Behandlung der Hypertonie schlossen stark adipöse Patienten meist aus. Neuere Studien, die auch adipöse Hypertoniker mit Typ 2-Diabetes berücksichtigten, zeigten, dass bei dieser Patientengruppe eine Kombination von Diuretikum und Angiotensin-II-Rezeptorblocker (AT-1-Blocker) eine gute Wirkung hatte. PD Ruschitzka ergänzte, dass neuere Leitlinien zur Behandlung von Patienten mit einem hohen Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten empfehlen, gleich mit zwei Medikamenten in die Therapie der Hypertonie einzusteigen. Mögliche Kombinationen sind:
- Angiotensin-II-Blocker oder ACE-Hemmer plus Diuretikum
- Angiotensin-II-Blocker oder ACE-Hemmer plus Kalziumantagonist
Sowohl Prof. Sharma als auch Dr. Ruschitzka sehen den Einsatz von ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Antagonisten auch in der Primärprävention, da diese Medikamente den Stoffwechsel des Fettgewebes positiv beeinflussen können.
Grosse Studie zur Kombinationstherapie ist im Gang
Auf die Frage, ob eine Kombination von Angiotensin-II-Antagonist und ACE-Hemmer sinnvoll ist, antwortete Dr. Ruschitzka, dass die Wirkung eines ACE-Hemmers mit der Zeit nachlassen kann. Deshalb sollte eine zusätzliche Blockade des Angiotensin-II-Rezeptors durchaus sinnvoll sein. Ob diese Kombination den Patienten wirklich hilft, müssen Studien zuerst belegen. Eine grosse Studie (ONTARGET: "ONgoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial") mit mehr als 30'000 Probanden soll Anfang nächsten Jahres mehr Klarheit bringen. ANL
|
Video vom Roundtable
Bitte klicken Sie zum Starten auf das Bild "Kardiovaskuläre
Risikopatienten".
|
|
 |
Kardiovaskuläre Prävention
Telmisartan, ACE-Hemmer oder beides kombiniert?
Anlässlich des Cardiology Update 2007 erklärt Professor Dr. Georg Noll, Universitätsspital Zürich, die wichtigsten Merkmale der derzeit laufenden ONTARGET-Studie, deren Ergebnisse von den Kardiologen mit Spannung erwartet werden.
|
|
Professor Noll
|
ONTARGET (ONgoing Telmisartan Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial) gehört zu den grössten und zeitlich längsten Studien im Zusammenhang mit der Prävention und der Therapie von Patienten mit kardiovaskulärem Risiko. Mehr als 30'000 Patienten sind in die Studie aufgenommen worden. Das ONTARGET Studienprogramm aus zwei parallelen Untersuchungen, der ONTARGET und der TRANSCEND. Letztere prüft den kardiovaskulären Schutz von Telmisartan (Micardis®) bei Patienten, die ACE-Hemmer nicht vertragen.
| Die Ergebnisse der ONTARGET Studie werden Anfang 2008 erwartet. In seinem Vortrag
erklärt Prof. Noll diese Studie und was die Kardiologen sich
von ihr erwarten. Klicken Sie zum Start des Videos bitte rechts auf das
Bild "Telmisartan, ACE-Hemmer oder beides?". |
|
 |
Slides (Powerpoint) zum Bestellen
Slides zu der pathophysiologischen Kaskade kardiovaskulärer Erkrankungen, dem ONTARGET-Studienprogramm und /oder zu Telmisartan (Micardis®) können Sie direkt bestellen bei
stomasi@medical-tribune.ch
|