Overnight Report vom Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology 2007
CHICAGO, 5. Juni 2007
Nach 24 Jahren: Endlich ein Überlebensvorteil bei ORL-Tumoren
Eine der als „Highlight“ gewürdigten Studien, die am diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology vorgestellt wurden, ist ein Vergleich zwischen einem konventionellen Schema und einer durch Cetuximab ergänzten Therapie bei Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich. Zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert gibt es hierbei einen Fortschritt.
Die Arbeitsgruppe von A. Vermorken untersuchte, welchen Einfluss die Hinzunahme von Cetuximab zu einer First-Line-Therapie mit Cisplatin oder Carboplatin bei insgesamt 442 Patienten mit einem rekurriertem oder metastasiertem squamösen Karzinom im Kopf-Hals-Bereich, überwiegend im Larynx oder Pharynx, hat. Cetuximab wurde im Verum-Arm (222 Patienten) einmal wöchentlich angewandt. Die Chemotherapie, die zusätzlich oder ausschliesslich eingesetzt wurde, bestand in sechs Zyklen Cisplatin oder Carboplatin und 5-Fluorouracil alle drei Wochen.
Die mittlere Gesamtüberlebenszeit betrug in der Cetuximab-Gruppe 10,1 Monate, in der Kontrollgruppe 7,4 Monate, mit statistischer Signifikanz.
Auch eine zweite Studie lässt für die Zukunft hoffen: bei dieser Phase-II-Studie, an der Forscher der Harvard-Universität, des Dana Farber Cancer Institute und der Johns Hopkins Universtiät in Baltimore mitarbeiteten, wurde Cetuximab kombiniert mit einer Induktionsbehandlung mit Paclitaxel und Carboplatin. Zur Erhaltung folgte ein komplexes Regime u.a. mit Bestrahlung, Paclitaxel und Carboplatin. Die rekrutierten Patienten litten an einem squamösen, operablen Karzinom im Kopf-Hals-Bereich im Stadium III oder IV.
Bei den insgesamt 67 beurteilbaren Patienten traten 24% in komplette, 36% in partielle Remission, das progressionsfreie Überleben betrug 5 Monate, bei diesem prognostisch sehr schlechten Karzinom aber dennoch ein gewisser Erfolg, der als ermutigend eingeschätzt wird. UNo
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