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Overnight Report vom Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology 2007


CHICAGO, 13. Juni 2007

Neue Chemotherapeutika, neue Kombinationen für metastastasierten Brustkrebs

Eine gewichtende Auswahl aus der Vielfalt der am ASCO-Kongress präsentierten Studien zu metastasiertem Brustkrebs traf Dr. Hyman B. Muss, Universität von Vermont. Aber nicht alle hochsignifikanten Ergebnisse sind klinisch ein Durchbruch.

Ein Beispiel für eine neue Substanz ist Ixabepilone, eine Epothilon-B-Analog. Es wurde bei 752 Frauen mit Anthrazyklinresistenz geprüft, und zwar in Kombination mit Capecitabin. Die amerikanische Arbeitsgruppe verglich mit der Capecitabin-Monotherapie. Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, und die Kombination Capecitabin-Ixabepilon erwies sich als hochsignifikant überlegen gegenüber der Monotherapie. Allerdings, schränkte Dr. Muss ein, der Vorteil machte ganze sechs Wochen aus.

Das Wrigley-Gebäude in Chicago
Das Wrigley-Gebäude in Chicago
Eine italienische Arbeitsgruppe prüfte Lapatinib als Erstbehandlung bei metastasiertem Brustkrebs. Verglichen wurde Lapatinib und Paclitaxel versus Plazebo und Paclitaxel, die Studiengruppe umfasste 579 Frauen. Die Ansprechrate war unter Kombination besser, aber bei der mittleren Dauer des Ansprechen, der mittleren Zeit bis zum Fortschreiten, dem ereignisfreien oder Gesamtüberleben fand sich kein Unterschied. Bei der Kombination lohnt es sich jedoch, den HER2-Status zu kennen: Bei HER2-positivem Befund ist die Lapatinib-Ergänzung im Vorteil. Dr. Muss hob eine weitere Lapatinib-Studie als interessant hervor: Bei HER-2-positiven Frauen mit Gehirnmetastasen erlebten 20% der Studienteilnehmerinnen eine Volumenverminderung der Metastasen um mindestens 50%, wenn sie Lapatinib erhielten.

Auch für HER2-negative Tumoren gibt es Neues: Eine französische Arbeitsgruppe fand in ihrer „ungeheuer beeindruckenden“ Präsentation, so Dr. Muss, mit Hilfe der Serumproteomik Eiweisse im Blut, mit deren Hilfe das Ansprechen auf Docetaxel, dem Therapiestandard, bei den HER2-negativen Frauen vorausgesagt werden kann. Wurden mit Hilfe dieser Proteom-Diagnostik zwei Gruppen gebildet, so unterschied sich das progressionsfreie Überleben dramatisch: in der einen Gruppe erreichte keine Patientin ein mindestens zwei Jahre dauerndes progressionsfreies Überleben, in der anderen erreichten es 55%, jeweils unter Docetaxel-Therapie. Die Frage „Doktor, wird meine Chemotherapie ansprechen“, wird man in Zukunft weniger vage beantworten können, so Dr. Muss.

Docetaxel und Trastuzumab waren die Basis in einer weiteren „Highlight“-Studie. Diese Kombination wurde in einem Arm noch durch Carboplatin ergänzt. Eine verstärkte Wirkung liess sich hier jedoch, anders als in anderen Studien, nicht ableiten. Insgesamt erwiesen sich aber beide Schemata als hocheffektiv mit Ansprechraten von 73% in beiden Armen, einer mittleren Zeit bis zur Progression von über 10 Monaten und einer mittleren Gesamtüberlebenszeit von über 36 Monaten. UNo





 
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