Overnight Report vom Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology 2007
CHICAGO, 5. Juni 2007
Fortgeschrittener Leberkrebs: Erstmals verlängertes Gesamtüberleben erreicht
Eine Standardtherapie existiert bislang für das fortgeschrittene hepatozelluläre Karzinom noch nicht. Die Prognose der Patienten ist sehr düster. Eine multinationale Arbeitsgruppe unter Leitung von Professsor Dr. Josep Llovet, Mount Sinai School of Medicine in New York, prüfte den Tyrosinkinase-Inhibitor Sorafenib gegenüber Plazebo bei über 600 Patienten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich ein neuer Therapiestandard etablieren könnte.
Die Studie verfolgte ein multizentrisches randomisiertes plazebokontrolliertes Design. 602 Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulärem Karzinom ohne vorherige systemische Therapie erhielten entweder Sorafenib oder Plazebo. Primäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben und die Dauer bis zur symptomatischen Progression. Sekundäre Endpunkte waren die Dauer bis zur Progression und die Ansprechrate.
Die Gesamtüberlebensdauer besserte sich unter Sorafenib signifikant mit einer Hazard ratio von 0,69, entsprechend einer Verbesserung um 44% gegenüber Plazebo (10,7 versus 7,9 Monate). Die mittlere Dauer bis zur Progression betrug unter Sorafenib 5,5 Monate und damit fast doppelt so lange wie unter Plazebo (2,8 Monate). Die klinische Tumorkontrolle wurde in 43% versus 32% erreicht.
Die Häufigkeit ernster unerwünschter Wirkung lag in beiden Studienarmen mit 52 bzw. 54% vergleichbar hoch , wobei eine Nebenwirkungen unter Sorafenib häufiger auftraten, namentlich Durchfall (11% vs. 2%) sowie Hand-Fuss-Syndrom (8% versus 1%), andere waren seltener wie Fatigue und Blutungen (110/15% bzw. 6/9%).
Damit ist Sorafenib die erste Substanz, die eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung des Gesamtüberlebens bei fortgeschrittenem hepatozellulärem Karzinom demonstrieren kann. Für die Autoren heisst dieses Ergebnis, dass Sorafenib sich als Erstbehandlung für diese Patienten etablieren wird. UNo
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