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Overnight Report vom Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology 2007


CHICAGO, 12. Juni 2007

Bei schlechtem Allgemeinzustand

Chemotherapie intensivieren oder beenden?

Unter einer Chemotherapie tritt nicht selten eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes ein. Dann stellt sich die Frage, ob die Therapie der Grund ist oder die Krankheit, und weiterhin, ob man die Therapie beenden soll oder sogar noch aggressiver werden muss. Professor Dr. Richard Goldberg, Universität von North Carolina in Chapel Hill, untersuchte dies beim Kolonkarzinom.

Der Allgemeinzustand ist ein bekannter Prognosefaktor bei metastasiertem Kolonkarzinom. In den meisten klinischen Studien zur Chemotherapie sind weniger als 10% Patienten mit einem Allgemeinzustand im schlechtesten Drittel eingeschlossen. Damit war bisher keine klare Aussage möglich, ob ihnen eine Chemotherapie mehr schadet als nutzt.

Prof. Goldberg analysierte mit seiner amerikanisch-deutsch-englischen Arbeitsgruppe retrospektiv knapp 6300 Patientenakten. Der Nutzen von Chemotherapien, seien sie experimenteller oder konventioneller Art, unterschied sich jedoch nicht bei den Patienten in einem besseren Allgemeinzustand und solchen mit einem „performance status“ von 2 (aus einer Skala von 0-2). Übelkeit und Erbrechen waren bei ihnen häufiger, andere Nebenwirkungen wie Neutropenie dagegen nicht.

Insgesamt schloss die Arbeitsgruppe, dass ein schlechter Allgemeinzustand doch eher der Krankheit zugeordnet werden muss und eine aggressive Therapie daher gerechtfertigt ist, weil ihr Benefit mit den übrigen Patienten vergleichbar ist. Dennoch, 12% der Patienten mit dem schlechtesten Allgemeinzustand sterben innerhalb von 60 Tagen nach Therapiebeginn. Die mittlere Gesamtüberlebensdauer beträgt bei ihnen weniger als 9 Monate





 
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