Overnight Report vom Kongress der American Heart Association 2007
ORLANDO, 6. November 2007
Automatischer externer Defi im Alltag
Eine sinnvolle Sache
An immer mehr öffentlichen Orten stehen automatischer externe Defibrillatoren (AED) zur Verfügung. Bringt es mehr als die „normale“ Wiederbelebung, wenn ganz normale Passanten im Notfall ein solches Gerät einsetzen? In den USA wird täglich mehr als ein Menschenleben mit einem solchen Defibrillator gerettet, berichtete Dr. Myron Weisfeldt, Johns Hopkins Universität in Baltimore. Der AED verdoppelt die Überlebenswahrscheinlichkeit.
Es war keine randomisierte kontrollierte Studie, deren Ergebnisse Dr. Weisfeldt am Jahreskongress der American Heart Association präsentierte, sondern eine Übersicht aus dem Alltag. Die Daten kamen von elf städtischen und ländlichen Bezirken, die am Resuscitations Outcomes Consortium teilnehmen, einem Netzwerk, das Studien zur Prähospital-Notfallmedizin betreibt.
Frühere Studien dieses Konsortiums hatten gezeigt, dass gezielt trainierte Laien, die den automatischen Defibrillator einsetzen, die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Herzstillstand gegenüber alleiniger kardiopulmonaler Reanimation verdoppeln können. In dieser Studie ging es aber darum, ob auch ganz normale Mitbürger, die keinerlei Einweisung in das Gerät hatten, damit sinnvoll umgehen können.
Die Studie schloss knapp 10 000 Patienten ein, die vom Notfalldienst wegen Herzstillstand versorgt worden waren. In knapp 3000 Fällen hatten Laien eine kardiopulmonale Reanimation versucht, in 2,5% (249 Fällen) hatten sie zum AED gegriffen.
Von den Patienten, bei denen Personen in der Umgebung kardiopulmonal reanimiert hatten, überlebten nur 8%. Von den Personen, bei denen Laien eine Reanimation unter Mithilfe des AED versucht hatten, stieg die Überlebensrate auf 33% - mehr als viermal soviel. Nach Korrektur für einige weitere Faktoren, die das verbesserte Überleben mit beeinflusst hatten, blieb aber immer noch mehr als eine Verdoppelung der Überlebenswahrscheinlichkeit.
Frau Dr. Weisfeldt wünscht sich, dass aufgrund dieser Daten mehr öffentliche Defibrillatoren zugänglich gemacht werden. Das Stück kostet 2000 Dollar, aber Weisfeldt findet das gemessen an sonstigem Aufwand, den man der Sicherheit zuliebe betreibt, wie Sicherheitsgurte in den Autos oder Sprinkler-Anlagen in öffentlichen Gebäuden, für eine sehr gute Investition. UNo
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