Overnight Report vom Jahreskongress der American Diabetes Association 2007
CHICAGO, 28. Juni 2007
Weisse Hirnsubstanz schrumpft beim Diabetiker
Typ-1-Diabetiker mit bereits beginnenden mikrovaskulären Komplikationen weisen signifikant weniger weisse Hirnsubstanz auf als gesunde Kontrollpersonen. Die Volumeneinbusse korreliert direkt mit einem schlechteren Abschneiden in neuropsychologischen Tests. Das ist das Resultat einer von Dr. Alette M. Wessels aus Amsterdam an der Jahrestagung der American Diabetes Association vorgestellten Studie.
Dr. Wessels und Mitarbeiter unterzogen 25 Typ-1-Diabetiker und neun vergleichbare gesunde Kontrollpersonen einer Reihe von neuropsychologischen und kognitiven Tests. Das Volumen der weissen Substanz wurde bei allen Studienteilnehmern mittels Magnet-Resonanz-Tomographie (MRI) bestimmt.
Das Resultat: Bei den Patienten, die bereits eine Retinopathie präsentierten, zeigte sich im MRI ein signifikant geringeres Volumen an weisser Substanz als bei den gesunden Kontrollpersonen. Parallel dazu waren verschiedene kognitive Fähigkeiten und Exekutivfunktionen signifikant verschlechtert. Die Diabetiker ohne mikrovaskuläre Komplikationen zum Zeitpunkt der Untersuchung zeigten bereits subtile neurokognitive Defizite, die ebenfalls mit dem Volumen an weisser Substanz korrelierten.
Seit langem wird ein Zusammenhang zwischen kognitiven Einbussen und chronischer Hyperglykämie diskutiert. Die genaü Beziehung zwischen neuropsychologischer Performance und dem Volumen an weisser und grauer Hirnsubstanz im Verlauf der progressiven Erkrankung ist bisher nicht im Detail bekannt. Dr. Wessels hält es für möglich, dass die kognitive Verschlechterung zumindest zum Teil durch die mikrovaskulären Veränderungen vermittelt wird.
BR
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