Overnight Report vom Jahrestreffen der American Diabetes Association 2007
CHICAGO, 25. Juni 2007
Subkutanfett erblüht in der Bauchhöhle
Wird subkutanes Fettgewebe in die Bauchhöhle verpflanzt, resultiert das in einer verbesserten Stoffwechsellage und in Gewichtsreduktion. Vorläufig profitieren allerdings nur Mäuse von dieser wundervollen Fettverwandlung.
Im Labor von Dr. Thien T. Tran und Mitarbeitern in Boston wurden die intrinsischen und extrinsischen Eigenschaften von subkutanem und viszeralem Fettgewebe auf folgende Weise untersucht: Subkutanfett wurde in die Bauchhöhle verpflanzt, viszerale Fettpolster wurden unter die Haut der kleinen Nager transplantiert. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am ADA-Jahreskongress.
Alle Fettdepots imponierten zwölf Wochen nach der Transplantation durch normale Histologie und unauffälliges Sekretionsverhalten in Bezug auf proinflammatorische Moleküle. Erstaunlicherweise zeigten sich bei den Tieren mit subkutanem Fettpolster im Bauchraum Gewichtsabnahme bei unveränderter Nahrungszufuhr sowie eine Reduktion des totalen Fettvolumens im Körper. Gleichzeitig stellten die Forscher eine verbesserte Insulinsensitivität fest.
Diese günstigen metabolischen Effekte wurden nicht sichtbar bei den Tieren, denen viszerale Fettpolster in die Bauchhöhle oder unter die Haut transplantiert wurden.
Die Erkenntnisse aus diesen Experimenten lassen auf intrinsische Unterschiede von Fettgeweben schliessen sowie auf die unterschiedliche Relevanz verschiedener Formen von Adipositas. Subkutanes Fettgewebe, so scheint es, besitzt besondere Qualitäten, die sich lokal oder systemisch zu entfalten vermögen.
BR
|