Overnight Report vom Jahreskongress der American Diabetes Association 2007
CHICAGO, 29. Juni 2007
Leiden Herzen unter Glitazonen?
Die Einnahme von Glitazonen ist mit einem erhöhten statistischen Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz assoziiert. Das ist das Resultat einer an der Jahrestagung der American Diabetes Association in Chicago vorgestellten neuen Metaanalyse.
Dr. Rodrigo M. Lago und Professor Dr. Richard W. Nesto von der Lahey Clinic in Burlington gingen den Daten von randomisierten kontrollierten klinischen Studien auf den Grund, in denen Typ-2-Diabetiker und Personen mit Prädiabetes mit Wirkstoffen aus der Klasse der Thiazolidindione (TZD, auch Glitazone genannt) behandelt worden waren.
Die Metaanalyse resultierte in einem signifikant erhöhten relativen Herzinsuffizienz-Risiko (Odds Ratio 1.74; p<0.0001). Im Gegensatz dazu war das Risiko für kardiovaskulär-bedingten Tod nicht mit der Glitazon-Behandlung assoziiert (Odds Ratio 0.93; p=0.60).
Wie die Prüfer betonen, lassen die Resultate ihrer Metaanalyse keine signifikante Heterogenität erkennen. Das bedeutet, es ist von einem Klasseneffekt der Glitazone auszugehen.
Die gesteigerte Inzidenz von Herzinsuffizienzen unter Glitazonen ist seit langem aus Studien bekannt. Unklar ist jedoch, inwieweit es sich bei der TZD-assoziierten Flüssigkeitsretention um eine Begleiterscheinung der ansonsten benefiziellen Therapie handelt, oder um eine Nebenwirkung, die den Therapieausgang negativ beeinflusst. Die Funktion des linken Ventrikels wird durch Glitazone nach bisheriger Erkenntnis nicht beeinträchtigt.
BR
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