
|
|
|
|
|
|
|
Overnight Report von der 74. Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft
für Innere Medizin, Lausanne, Mai 2006
Lausanne, 11. Mai 2006
Hausärzte forschen
Der Effekt der weissen Kittel
Ein hoher Blutdruck bleibt Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen.
Eine effektive Behandlung vermag die Risiken dramatisch zu reduzieren. Gegen
90 % der Hypertoniker werden von Hauärzten betreut. Ein Projekt, welches
das Bluthochdruck-Management in der Praxis mittels einer Hausarzt basierten
Datenbank erfasst, wurde an der 74. Jahresversamlung der Schweizerischen
Gesellschaft für Innere Medizin vorgestellt.
| Die Datenerhebung stellt einen ersten Schritt in Richtung
einer generell verbesserten Hypertoniebehandlung dar. Ziel ist es, total
10'000 Patienten zu erfassen. Das im März 2005 am Institut für
Hausarztmedizin, Universität Basel, gestartete Projekt wäre ohne
Probleme national erweiterbar. Die Hausärzte geben die Daten via Internet
auf einen Fragebogen ein. |
|
 |
Die Analysen werden von einem Lenkungsausschuss kontrolliert und
erfassen anonym Parameter wie Blutdruckhöhe, Begleitrisiken, Behandlung
und Verlauf über Jahre. Man weiss, dass weniger als die Hälfte der
Hypertoniker erfolgreich behandelt werden, von den Hochrisikopatienten sogar
nur 10 %. Entsprechend gespannt darf man auf Langzeitresultate der Studie sein.
Der Leiter des Instituts, Dr. Peter Tschudi, zeigte Zahlen zur White
Coat Hypertonie bei Hypertonikern in der Hausarztpraxis. Sind therapierefraktäre
Patienten mit Bluthochdruck tatsächlich immer schlecht eingestellt? Von
41 Patienten mit mangelhaft kontrolliertem Blutdruck hatten 37 % einen normalen
Langzeitblutdruck. Bei den Frauen trat das Phänomen in 63 % auf, bei den
Männern in lediglich 20 %. Lassen sich Patientinnen vom Arzt mehr aufregen?
emo
Weitere Angaben unter: www.Hypertensioncohort.ch
|
|
|
© 2012 by swissprofessionalmedia AG, Medical Tribune Online
|