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Donnerstag, 17.05.2012     Medical Tribune Group





Overnight Report von der 74. Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin, Lausanne, Mai 2006


Lausanne, 11. Mai 2006

Hausärzte forschen

Der Effekt der weissen Kittel

Ein hoher Blutdruck bleibt Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Eine effektive Behandlung vermag die Risiken dramatisch zu reduzieren. Gegen 90 % der Hypertoniker werden von Hauärzten betreut. Ein Projekt, welches das Bluthochdruck-Management in der Praxis mittels einer Hausarzt basierten Datenbank erfasst, wurde an der 74. Jahresversamlung der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin vorgestellt.

Die Datenerhebung stellt einen ersten Schritt in Richtung einer generell verbesserten Hypertoniebehandlung dar. Ziel ist es, total 10'000 Patienten zu erfassen. Das im März 2005 am Institut für Hausarztmedizin, Universität Basel, gestartete Projekt wäre ohne Probleme national erweiterbar. Die Hausärzte geben die Daten via Internet auf einen Fragebogen ein.  
Die Analysen werden von einem Lenkungsausschuss kontrolliert und erfassen anonym Parameter wie Blutdruckhöhe, Begleitrisiken, Behandlung und Verlauf über Jahre. Man weiss, dass weniger als die Hälfte der Hypertoniker erfolgreich behandelt werden, von den Hochrisikopatienten sogar nur 10 %. Entsprechend gespannt darf man auf Langzeitresultate der Studie sein.

Der Leiter des Instituts, Dr. Peter Tschudi, zeigte Zahlen zur White Coat Hypertonie bei Hypertonikern in der Hausarztpraxis. Sind therapierefraktäre Patienten mit Bluthochdruck tatsächlich immer schlecht eingestellt? Von 41 Patienten mit mangelhaft kontrolliertem Blutdruck hatten 37 % einen normalen Langzeitblutdruck. Bei den Frauen trat das Phänomen in 63 % auf, bei den Männern in lediglich 20 %. Lassen sich Patientinnen vom Arzt mehr aufregen? emo

Weitere Angaben unter: www.Hypertensioncohort.ch





 
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